Interview mit Hans-Otto Schrader Otto-Chef glaubt an den Katalog
Philipp Scheffbuch, 01.10.2011 19:17 Uhr
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Katalog ganz verschwindet", sagt Otto-Vorstandschef Hans-Otto Schrader. Foto: Quelle
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Katalog ganz verschwindet", sagt Otto-Vorstandschef Hans-Otto Schrader. Foto: Quelle
"Retouren? Das ist eines unserer bestgehüteten Geheimnisse."
Schrader über Erfolgsfaktoren

Stuttgart - Quelle ist tot, Otto lebt. Der Versandhandel ändert sich und wird immer stärker bestimmt von Internetbestellungen. Otto-Chef Hans-Otto Schrader geht dennoch davon aus, dass die neuen Medien die alten nicht ganz verdrängen werden.

Herr Schrader, freuen Sie sich über die höheren Löhne in China?

Ich halte es für angemessen, dass das Lohnniveau dort steigt. Es gehört zur Dynamik einer Volkswirtschaft, dass über die Produktion immer hochwertigerer Waren auch der Wohlstand steigt und die Arbeiter im Lande positiv partizipieren.

Sie waren lange bei Otto für die Einhaltung der ethischen Standards verantwortlich. Schlagen jetzt zwei Herzen in Ihrer Brust?

Keineswegs. Zum einen bin ich als Vorstandsvorsitzender letztlich auch derjenige, der die Einhaltung ethischer Standards verantwortet. Zum anderen steigen die Kosten für den Erwerb von Textilien für uns und für andere Wettbewerber. Die Margen aller geraten unter Druck, und wir müssen schauen, wie wir das ausgleichen können.

Sie könnten die Preise erhöhen.

Das haben wir bisher kaum gemacht. Wir beobachten den Markt sehr genau, stellen jedoch keine Tendenz fest, dass der Markt Preiserhöhungen zulassen würde.

Dann zieht die Karawane der Beschaffung weiter, in noch ärmere Länder als China, damit Sie wieder auf Ihre gewohnten Margen kommen können?

Das ist zu einfach gedacht. Sicherlich sind die Zeiten vorbei, die ich noch Anfang der achtziger Jahre erlebt habe, dass noch Oberhemden in Westdeutschland und Pullover auf der Schwäbischen Alb produziert wurden. Heute haben diverse Zulieferländer wie die Türkei, Indien oder China ihre spezifischen Stärken, weil auch die Produkte anspruchsvoller werden. Denken Sie nur an Applikationen auf Jeans und Blusen. Nein, die Karawane ist angekommen.

Warum soll ein Kunde bei Ihnen einkaufen und nicht bei Amazon?

Weil wir beides haben: ein riesiges Angebot, günstige Eigenmarken und einen sehr persönlichen Service. Wir sind für die Kunden ansprechbar.

Kommentare (4)
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OKT
02
K. Jung, 11:08 Uhr

Otteo glaubt an ECE, an Milliarden

und an die Verwüstung der Innenstädte. Nicht nur in Deutschland!

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OKT
02
:D, 10:19 Uhr

also...

Amazon ist auch persönlich ansprechbar. Sogar mit Rückruffunktion. Ich bin fest davon überzeugt, das Amazon sogar Kundenorintierter handelt also Otto...

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OKT
02
Regentropfen, 08:32 Uhr

Otto hin oder her

Dieser Mensch kann ja an seinen Katalog glauben. Ich nicht, vor allem wegen der Damping Druckmittel und Lügen, damit sich eine gesicherte Existenz aufbauen zu können. Wenn Subunternehmer nicht das bekommen, was sie zum Existieren brauchen, können sie die Leistungen der für sie Arbeitenden nicht anständig bezahlen. Das heißt eine Prüfung von den Subunternehmern aus dem Hause Otto wäre angebracht. Aber Otto = "nach mir die Sintflut", das ist die Einstellung des Versandhauses Otto. Darum Otto "nein danke", Qualität allein reicht nicht.

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