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Berlin - Der FDP-Parteichef und Wirtschaftsminister Philipp Rösler hat sich gegen eine Aufstockung der Eurorettungsschirme ausgesprochen. Seine Botschaft für das Weltwirtschaftsforum in Davos sei, dass Deutschland fest entschlossen sei, „für unsere gemeinsame europäische Währung zu kämpfen“, meinte Rösler. Die Bundesregierung möchte sich nicht unter Druck setzen lassen. Wirtschaftsminister Philipp Rösler will auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos für einen Stabilitätskurs in Europa werben. Er warnt mit Blick auf die Konjunktur vor Pessimismus.
Herr Rösler, der Internationale Währungsfonds verlangt von Deutschland eine Erhöhung der Eurorettungsfonds. Warum will die Regierung davon nichts wissen?
Es ist ja noch nicht so lange her, dass der aktuelle Rettungsschirm EFSF erweitert worden ist und neue Instrumente erhalten hat. Diese Instrumente müssen erst einmal wirken. Darüber hinaus haben wir beschlossen, dass der dauerhafte Hilfsfonds ESM vorgezogen und im Juli 2012 an den Start gehen soll. Der ESM wird anders als sein Vorgänger über Kapitaleinlagen verfügen und damit aufgewertet. Im Übrigen nehmen die Finanzmärkte den Rettungsschirm gut an.
Denn obwohl das Rating der EFSF gesenkt wurde, konnten deren Anleihen zu niedrigsten Zinsen platziert werden. Auch Italien und Spanien konnten ihre Staatspapiere zu niedrigeren Zinsen an den Kapitalmärkten unterbringen. Dies zeigt, dass die Kapitalmärkte den geplanten Fiskalpakt in Europa anerkennen. Wichtig bleibt weiterhin, dass wir an den Ursachen für die gegenwärtige Krise ansetzen und für ausreichende Haushaltsdisziplin sowie eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in allen Euroländern sorgen. Die finanziellen Rettungsschirme alleine sind hierfür kein Ersatz.
Die IWF-Chefin hält ein Abrutschen in eine weltweite Rezession für möglich. Was spricht dagegen, die Rettungsschirme EFSF und ESM zusammenzufassen und so das Kreditvolumen zu erhöhen?
Beide Rettungsschirme sind sehr unterschiedlich konstruiert. Beim derzeitigen Rettungsschirm haften die Eurostaaten mit Garantien, der künftige ESM arbeitet mit Kapitaleinlagen. Meine Resümee aus dem bisherigen Krisenverlauf lautet: Immer größere Hilfspakete sind nicht das richtige Mittel, um die Krise einzudämmen. Vertrauen in Europa können wir nur stärken, indem wir rasch und entschlossen die Beschlüsse für eine Stabilitätsunion umsetzen.
Daher wäre auch eine Verdoppelung des ESM auf eine Billion Euro, wie sie zum Teil jetzt gefordert wird, weder zielführend noch notwendig. Zu diesem Schluss komme ich auch deshalb, weil aus Sicht der Bundesregierung für die deutschen Konjunkturaussichten kein Grund zum Pessimismus besteht. Wir erwarten 2012 für Deutschland ein Wachstum von 0,7 Prozent. Aus Gesprächen mit Unternehmen weiß ich, dass die Stimmung in der Wirtschaft weiterhin gut ist.
Gehen Sie so weit zu sagen, eine Erhöhung der Rettungsschirme wird es mit der FDP nicht geben?
Die Bundesregierung hat beschlossen, dass die Haftungsobergrenze beim EFSF 211 Milliarden Euro beträgt. Dieser Rahmen wurde vom Parlament bewilligt. Daran sind wir gebunden. Es kommt nun darauf an, dass wir eine Stabilitätsunion schaffen. Ich gehe fest davon aus, dass der Euro stabiler sein wird als andere Währungen, wenn wir jetzt alle Entscheidungen zu mehr Haushaltsdisziplin und Wettbewerbsfähigkeit umsetzen. Europa geht seine Probleme entschlossen an. Das würde ich mir auch von überschuldeten Staaten in anderen Teilen der Welt wünschen.
Mit welcher Botschaft reisen sie zum Weltwirtschaftsforum nach Davos?
Deutschland ist wie die anderen europäischen Partner fest entschlossen, für unsere gemeinsame europäische Währung zu kämpfen. Wir lassen keine Zweifel an unserer Solidarität. Als ein Land, dessen Exporte zu 40 Prozent in die Eurozone gehen, haben wir ein überragendes Interesse an einer stabilen Währung. Solidarität und Solidität müssen Hand in Hand gehen.
Ein Wort zur Partei: Sie haben die Stimmung in der FDP als absolut optimistisch beschrieben. Haben wir da was verpasst?
Auf Parteiveranstaltungen zeigt sich deutlich, dass die Basis bereit ist, für liberale Ziele zu kämpfen. Deshalb war es wichtig, dass wir klare Botschaften setzen. Unser Thema heißt Wachstum. Beim Dreikönigstreffen haben wir das neu definiert: passgenau zur Grundüberzeugung der FDP.
Was soll daran überraschend sein? Niemand würde erwarten, dass Sie eine wachstumsskeptische Partei sind...
Aber einige unserer Wettbewerber sind wachstumsskeptisch. Wachstum und Wohlstand sind zentrale Themen der FDP. Sie strahlen in vielen Facetten unsere liberale Grundhaltung aus: Fortschrittsoptimismus, Technologieoffenheit, Eigenverantwortung. Andere Parteien versuchen das zu verschnörkeln. Mal wollen sie nachhaltiges Wachstum, dann ein gerechtes Wachstum. Solche Konkurrenz scheuen wir nicht, denn wir stehen für das Original.
Klingt wieder nach einer ziemlich verengten Themenpalette...
Aus der Vergangenheit haben wir gelernt, dass wir uns breiter aufstellen müssen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass Wachstum in fast allen Bereichen des Lebens eine große Rolle spielt und sich nicht nur um wirtschaftliche Aspekte dreht. Denken Sie an Gesundheit oder wirtschaftliche Entwicklung. Da sind auch liberale Minister am Werk. Auch Wachstum und Bildung sind eng miteinander verzahnt. Statt Aufstieg durch Bildung könnte man ebenso gut sagen: Wachstum durch Bildung, Forschung, Technologie und Innovation.
Das Thema Integration ist in dem Zusammenhang ebenso wichtig, weil da das Gemeinwesen zusammenwächst. Wachstum geht jeden an: Nicht nur Unternehmen wollen wachsen, sondern auch Familien, Menschen, Gruppen, die Gesellschaft mit ihren Wertvorstellungen, ihren Chancen. Unter diesem positiven, fortschrittsorientierten Grundgedanken kann man also weit mehr vereinen als nur die Steigerung der Wirtschaftskraft. Auch wenn dies gerade für mich als Wirtschaftsminister dazu gehört.
Das Gespräch führten Armin Käfer, Thomas Maron und Roland Pichler.


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Die ca. 2% Partei als Jeanne d'Arc des Euro!
Wow - das will ich erleben. Ansonsten ist das ein ähnlicher Ausspruch wie der von Blüm und der sicheren Rente. Nur bildhaft lächerlicher!