InterviewInterview mit VfB-Manager Fredi Bobic „Das ist für uns alle eine Riesenprüfung“

Exklusiv Dem VfB Stuttgart droht der Abstieg in die zweite Liga. Im StZ-Interview erklärt Fredi Bobic, dass er fest entschlossen ist, auch dann Manager zu bleiben.

Sorgenvoller Blick: VfB-Manager Fredi Bobic. In der Fotostrecke zeigen wir die wichtigsten Stationen seiner Karriere. Foto: dpa 25 Bilder
Sorgenvoller Blick: VfB-Manager Fredi Bobic. In der Fotostrecke zeigen wir die wichtigsten Stationen seiner Karriere.Foto: dpa

Stuttgart - Ganz fest glaubt Fredi Bobic daran, dass der VfB den Klassenverbleib schafft. Er will aber auch dann Manager bleiben, wenn es nicht reicht. „Ich hätte die Kraft und die totale Überzeugung, mit dem Verein auch durch tiefe Täler zu gehen“, sagt der 42-Jährige.

Herr Bobic, wo ist die Anspannung größer: auf der Trainerbank oder auf Ihrem neuen Platz auf der Tribüne?
Die ist ähnlich. Der entscheidende Unterschied ist, dass man von oben einen viel besseren Überblick hat.
Aber ist dort nicht die Ohnmacht noch viel größer? Sie können gar nicht mehr ins Geschehen eingreifen.
Das habe ich auf der Bank auch nicht getan. Ich habe mich noch nie in die Arbeit der Trainer eingemischt.
Trotzdem: täuscht der Eindruck, dass Sie sich mit dem Perspektivwechsel auch insgesamt ein wenig zurückgenommen haben?
Das täuscht, ja. Es wird oft vergessen, dass ich auch in meiner Anfangszeit als Manager auf der Tribüne saß. Es war so, dass ich gewissermaßen runter „delegiert“ wurde, als Bruno Labbadia kam. Ich wurde damals darum gebeten, auf der Bank zu sitzen, um noch enger bei der Mannschaft zu sein. Ich bin aber auch so eng genug dran. Vor dem Spiel, in der Pause, danach. Und: ich kann jetzt dem Trainer eine bessere Hilfestellung bieten mit dem, was ich von oben beobachtet habe.
Aber wer soll nun gegen Freiburg am Spielfeldrand dem impulsiven SC-Trainer Christian Streich Paroli bieten?
Da ist unser Trainer erfahren genug, um das in den Griff zu bekommen.
Der Nürnberger Trainer Gertjan Verbeek hat sich heftig über Streich beklagt. Teilen Sie dessen Meinung, dass sich Streich öfter mal daneben benimmt?
Christian Streich ist ein Trainer mit wahnsinnig viel Herzblut, er macht einen richtig guten Job. Fakt ist aber auch, dass er während der Spiele sicher auch mal über das Ziel hinausschießt. Ich glaube, ihm ist es vielleicht gar nicht bewusst, wie extrem er dann auf die gegnerische Bank wirkt. Er sucht ständig den Kontakt und die Diskussion. Dass dies jetzt von Gertjan Verbeek angesprochen wurde, kann ihm aber auch weiterhelfen, weil er darüber reflektieren wird.
Sie selbst versuchen, auch in der großen Krise Ruhe auszustrahlen. Wie sehr brodelt es in Ihnen angesichts all dessen, was gerade auf Sie und den Verein einstürzt?
Ich nehme genau zur Kenntnis, was momentan passiert. Und ich finde es sehr interessant zu sehen, wie auf unsere derzeitige Situation reagiert wird – im Verein selbst, im Umfeld, in den Medien.
Was sind das für Dinge?
Alles, was ich für mich aus dieser Situation ziehen kann. Da trennt sich gerade die Spreu vom Weizen. Daraus werde ich für die Zukunft meine Schlüsse ziehen.
Geht das auch konkreter?
Nein.
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Bobic nicht allein verantwortlich: Fredi Bobic kann man vieles anlasten. Versäumnisse in der Einkaufspolitik zu Saisonbeginn und in der Winterpause, da auf die eklatanten Schwächen auf den Außenbahnen nicht adäquat reagiert wurde. Verpflichtet wurden Schwaab als Backup für Sakai und Rausch, der sich im Endeffekt wieder hinter Boka einreihen muss. Und als Ergänzung im Sturm kam Abdellaoue, der leider (auch entgegen meiner persönlichen Erwartungen) gepfloppt ist. Dem entgegen stehen aber z.B. auch Verpflichtungen wie Maxim und Gruezo, die am Samstag echte Aktivposten waren und den VfB auch perspektivisch voranbringen werden. Auch hätte er vielleicht bei Thomas Schneider spätestens nach der Niederlage gegen Hoffenheim mit dessen Entlassung reagieren müssen. Bobic aber pauschal für die aktuelle sportliche Misere verantwortlich zu machen, ist populistisch und aus meiner Sicht zu kurz geschossen. Aufgrund der Erfahrung des letzten 7 Jahre bleibt zu konstatieren, dass die Mentalität im Verein das Kernproblem darstellt: Zu hohe Ansprüche, zu wenig Risikobereitschaft bei den Investitionen, Selbstgefälligkeit und Erbhöfe. Dieses Mentalitätsproblem hat sich bis in die Grundfeste der Mannschaft gezogen. Viele Spieler aus der Zeit nach der Meisterschaft sind Gott sei Dank weg, aber auch in der aktuellen Mannschaft spürt man gelegentlich noch das Phlegma vergangener Tage, wie zuletzt gegen Nürnberg. Bobic fühlt sich diesem Verein verbunden und macht im Rahmen seiner Möglichkeiten und der wirtschaftlichen Parameter, die der Verein ihm bietet, vermutlich das Beste. Genauso, wie der Verein sich noch entwickeln muss, muss dies auch Fredi Bobic. Aber ich bin zuversichtlich, dass auch er aus den zuletzt getätigten Fehlern lernen wird.

Fredi ganz kleinlaut: man merkt deutlich dass Stevens das Sagen hat, Bobic macht nur noch durch kleinlautes Gewinsel von sich aufmerksam, da wurde zur richtigen Zeit ein richtiger Trainer geholt und schon wird der Herr Bobic zurück auf den Teppich geholt, Danke Herr Stevens! Nichtsdestotrotz muss Herr Bobic egal wie die Saison ausgeht, entlassen werden, wir sind hier im Schwabenland wo Leistung und Ergebnisse zählen! Weg mit Herrn Bobic, ohne Wenn und Aber!

Per Affirmation zur Relegation: Herr Begunovic, im Umkehrschluss bedeutet das, dass durch das durchgehend positive Auftreten von Geschäftsleitung und Mannschaft dieser gigantische zweitletzte Tabellenplatz überhaupt erst möglich wurde. Je nun, ich wage mal zu behaupten, dass heute Abend der Relegationsplatz das Ziel aller Träume (!) sein wird. Wenn es anders wird: umso besser. Allein, mir fehlt der Glaube. Nur durch Didavi und Gruezo können wir den nicht mehr für möglich gehaltenen Quantensprung vielleicht schaffen. Mit den Hauptdarstellern dieser Saison würden wir nolens volens aber so was von direkt absteigen...Positive affirmative Gedanken, Herr Begunovic, können selbstverständlich jetzt alles noch zum Guten wenden. Schicken sie bei jedem Gegentor ein Stoßgebet gen Himmel! Glauben Sie fest an den Sieg!

Konzentrieren Sie sich bitte auf den Abstiegskampf....: ..... Herr Lutz, Herr Häffner, Herr Meyer und all die üblichen Verdächtigen. Oder befriedigt Sie das unaufhörliche Gestänkere dermaßen, dass Ihnen Abstieg oder Nichtabstieg vollkommen egal sind ???!! Würde die Mannschaft und die Vereinsleitung so negativ auftreten wie Sie hier, wäre der Abstieg schon längst besiegelt.

Das dürfte das Aus für Fred B. sein!: Wie kann man vor so einem wichtigen Spiel im Abstiegskampf so unverfroren über die eigene Zukunft in der zweiten Liga spekulieren? Fred B. scheint keine, aber auch gar keine Ahnung von Motivation zu haben. Was denken sich denn die Spieler, wenn schon ihr Sportvorstand solchen Gedanken nachhängt? Er hätte vorher besser mal gelesen, was Winfried Kretschmann zum möglichen Abstiegt des VfB gesagt hat: "Ich hab' dafür gar keinen Platz im Hirn". Wenn Bernd Wahler noch irgendeinen Funken von Managementkompetenz hat, dann zieht er jetzt die überfälligen Konsequenzen was Fred B. angeht und beklagt sich nicht nur über die Berichterstattung der Medien.

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