Stuttgart - Willi Weber ist als langjähriger Weggefährte und Manager von Michael Schumacher bekannt geworden. Auch wenn er nicht mehr an vorderster Front agiert, verfolgt er dessen Comeback im Silberpfeil aufmerksam.
Herr Weber, im Jahr 2006 waren Sie erleichtert, dass Michael Schumacher aufhört und Sie nicht mehr so oft die Koffer packen müssen. Jetzt reisen Sie nach Bahrain.
Der Stress ist nicht mehr so, wie er mal war. Ich habe schon bei dem Vertrag, den ich mit Nico Hülkenberg geschlossen habe, gesagt, dass Europarennen kein Problem sind. Doch von Überseeflügen nehme ich Abstand. Bahrain ist jetzt mal eine Ausnahme, das sind nur fünf Stunden Flug. Mein Vorteil ist: ich kann zu den Rennen reisen, ich muss es aber nicht.
Sabine Kehm ist von der Pressesprecherin aufgestiegen zu einer Art Managerin von Michael Schumacher. Welches sind nun Ihre Aufgaben?
Es hat sich im Prinzip nichts geändert. Michael und ich sind jetzt 22 Jahre zusammen. So ein Erfolgsteam verändert man nicht. Er macht inzwischen viele Dinge in seinem Büro in der Schweiz, das hat sich geändert. Das ist gut so und entlastet uns. Doch ansonsten arbeiten wir natürlich noch zusammen.
Das heißt, Sie partizipieren immer noch an den Einnahmen?
Das hoffe ich doch.
Was haben Sie im ersten Augenblick gedacht, als Schumacher Ihnen sagte, dass er mit 41 Jahren noch einmal in ein Formel-1-Auto steigt?
Eine Hurra-Stimmung war da nicht vorhanden. Wir hatten den Fall ja schon im vergangenen Jahr bei Ferrari. Das war ein Riesen-Hickhack. Erst haben wir uns gefragt, soll er fahren, soll er nicht fahren. Zunächst war klar, dass er nicht fährt, dann kam das Gespräch mit dem Fiat-Chef Luca di Montezemolo, danach wiederum stand fest: er fährt. Da war natürlich Freude da, ich dachte mir: toll, jetzt geht's wieder los. Ich glaube, Michael und mir ist es etwas langweilig geworden. Es kam zum richtigen Moment.