Interview zu Stuttgart 21 Die Angst vor dem Heimatverlust
Thomas Faltin und Erik Raidt, 06.03.2010 18:00 Uhr
Ortwin Renn sitzt auf dem Modell von Stuttgart 21, das im Bahnhofsturm zu sehen ist. Er sagt, dass wir den Frieden in die Stadt zurückbringen müssen. Foto: Heiss
Ortwin Renn sitzt auf dem Modell von Stuttgart 21, das im Bahnhofsturm zu sehen ist. Er sagt, dass wir den Frieden in die Stadt zurückbringen müssen. Foto: Heiss
""Stuttgart 21 ist zu einer Metapher für viele gesellschaftliche Kämpfe geworden.""
Renn über den Zulauf der Stuttgart-21-Gegner



Da treffen offensichtlich Welten aufeinander, die im Alltag keine Berührungspunkte mehr haben.


Darin besteht auch ein Teil des Problems einer modernen Gesellschaft, in der die Lebenswirklichkeiten immer weiter auseinanderdriften. Zwei Bankangestellte in Stuttgart und in Singapur können theoretisch mehr miteinander gemein haben, als beide jeweils mit ihren Eltern.

Welche Eigenschaften müsste die- oder derjenige mitbringen, der in Stuttgart einen Runden Tisch moderiert?


Es muss jemand Neutrales sein. Diejenigen, die sich bisher eindeutig für oder gegen Stuttgart 21 positioniert haben, kommen nicht infrage, weil das andere Lager sie nicht akzeptieren würde.

Wir haben den Eindruck, Sie würden sich gegen diese Moderatorenrolle nicht wehren.


Ich will jetzt keine Reklame für uns machen. Aber unser gemeinnütziges Institut Dialogik organisiert solche Verfahren häufig. Was wir dafür bräuchten, ist ein klares Mandat - es muss deutlich sein, in welchen Bereichen die Bürger mitsprechen können. Am Ende eines solchen Prozesses müsste die Bahn in einer schriftlichen Stellungnahme darlegen, warum sie bestimmte Vorschläge übernimmt und andere nicht. Das darf keine Alibiveranstaltung werden.

Was würde eine solche Bürgerbeteiligung ungefähr kosten?


Das ist je nach Projekt unterschiedlich. Als grobe Richtschnur kann man sagen: pro Person rund 1000 Euro. Wenn man hundert Bürger beteiligen würde, kämen insgesamt etwa 100.000 Euro zusammen.

Das wäre angesichts der Gesamtkosten von Stuttgart 21 nicht die Welt.


Es wäre überschaubar. In manchen Fällen sind die Projekte durch eine Bürgerbeteiligung sogar billiger geworden, weil Dinge vereinfacht wurden oder wegfielen.

Die Menschen fühlen sich von Stuttgart 21 überfahren, meint Ortwin Renn - was halten Sie von den Veränderungen in Stuttgart? Sagen Sie uns Ihre Meinung! »
Kommentare (252)
Anzeigen
MRZ
18
Denker, 14:29 Uhr

mir kommt da so ein Verdacht

und zwar das "Fakten" und "Interessierter" ein und die selbe Person sind, quasi eine multipel-gespalte Persönlichkeit. Nutzer "Interessierter" für die intelligent und zum Teil witzig, aber immer auch spitzig formulierten Beiträge und "Fakten" für die aus der untersten Schublade, also der Wadenbeisser, der immer alles angreift und verdreht. Warum denke ich das? Fakten beendet seinen letzten Beitrag hier mit den Worten "wer Ironie findet...", welches eine beliebte Formulierung einzig und allein von Interessierter ist. Am Ende müssten wir feststellen das wir es hier nur mit einer Hand voll echten Befürwortern zu tun haben, eben so viele, wie es im echten Leben auch gibt. Das wäre wirklich schrecklich...

MRZ
17
Tatsachen, 23:01 Uhr

fakten

fakten, warum so ungehalten? Nervös? Sagen Sie doch Ihren Kollegen aus Ludwigsburg, Esslingen, Ostfildern, Großbottwar, undsoweiter, sie mögen sich von der ProS21-Internetseite fern halten. Oder kriegen Sie nicht genügend Befürworter aus der Stadt zusammen? Alles klar, Kumpel.

MRZ
13
Richy Mayer, 11:57 Uhr

Ich vermisse meine Entgegnung auf die ungeheuerlichen Vorwürfe dieses "fakten", die Montagsdemonstranten seien Kommunisten. Warum wird das unterdrückt. "fakten" darf hier aber wohl alles?

Siehe Betreff. Geben wir "fakten" die richtige Antwort: Montagsdemo, diesmal mit Super-Redner Egon Hopfenzitz, den muss man einfach erlebt haben, der kennt sich wie kein Zweiter aus mit Stgt. 21. Montag, 18 Uhr, Hbf, Nordausgang. Kommen Sie alle. Wehren wir uns gegen die haltlosen Unterstellungen dieses "fakten". Wir sind nicht alle Kommunisten, sondern ganz normale Bürger, die sich gegen diesen Milliardenbetrug Stgt. 21 wehren. Zeigen wir ihm die rote Karte. Platzverweis. In der 89. Minute.

Kommentar-Seite 1  von  84