Jahresbilanz in Stuttgart Daimler setzt auf die E-Klasse

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Der Daimler-Konzern will trotz des Rekordjahrs 2015 weiter wachsen. Einen wesentlichen Beitrag dazu wird voraussichtlich der chinesische Markt leisten. Hier hofft Daimler auf zusätzliche Marktanteile.

Vorstandschef Zetsche freut sich auf den Gewinnbeitrag der E-Klasse. Foto: dpa
Vorstandschef Zetsche freut sich auf den Gewinnbeitrag der E-Klasse.Foto: dpa

Stuttgart - Der Daimler-Konzern will seine Rekordjagd in diesem Jahr fortsetzen. „Alles deutet darauf hin, dass 2016 ein weiteres gutes Jahr für Daimler wird“, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche. So werden die Personenwagen von Mercedes-Benz und Smart nach Zetsches Prognose den Absatz in diesem Jahr wieder deutlich steigern und einen Rekordwert erreichen. Impulse sollen von neuen Modellen ausgehen, vor allem der ertragsstarken E-Klasse, die zu Jahresbeginn vorgestellt wurde. Neu auf den Markt kommen zum Beispiel auch C-Klasse Coupé, S-Klasse Cabrio und der Geländewagen GLS – insgesamt ein Dutzend neue oder überarbeitete Modelle.

Weiteres Wachstum in China

Auch von den Märkten wird es aus Sicht von Daimler etwas Rückenwind geben. Der Vorstand erwartet global eine Zunahme der Nachfrage nach Personenwagen um drei bis vier Prozent. Die Erwartungen in Märkten wie Westeuropa und den Vereinigten Staaten sind eher gering; den größten Beitrag zum weltweiten Wachstum soll wieder China leisten. Hier schwimmt Daimler gegenwärtig auf einer Erfolgswelle. Nach einem Absatz von 293 000 Fahrzeugen im Jahr 2014 wollte das Management den Absatz im abgelaufenen Jahr lediglich auf mehr als 300 000 Autos erhöhen.

Daraus sind letztlich 400 000 verkaufte Fahrzeuge geworden. Mit wie vielen Autos im laufenden Jahr geplant wird, wollte Zetsche nicht sagen. „Wir trauen uns aber weitere Marktanteilsgewinne zu“, sagte er. Erfolgsfaktoren sind aus seiner Sicht ein attraktives Modellangebot und die lokale Produktion. Inzwischen werden fast zwei Drittel der in China verkauften Autos auch im Land produziert. In der Vergangenheit hatte Daimler Probleme mit dem Vertriebsnetz; es gab zwei rivalisierende Organisationen, die dann zusammengeschlossen wurden.

Daimler geht für den gesamten Konzern davon aus, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern aus dem laufenden Geschäft leicht gesteigert werden kann. Die Sparten Personenwagen, Transporter, Busse und Finanzdienstleistungen werden nach den Prognosen leicht zulegen. Im Lastwagengeschäft kämpft Daimler auf einigen Märkten mit Schwierigkeiten – zum Beispiel in Brasilien, wo die Kapazitäten weiter reduziert werden –, will den Gewinn aber halten. Im vorigen Jahr ist in der Sparte Personenwagen der Absatz dank der C-Klasse und den neuen Geländewagen um 16 Prozent gestiegen.

Mit einer Umsatzrendite von 10,0 Prozent hat Daimler sein Ziel erreicht, da der Gewinn deutlich stärker als der Umsatz stieg. „Diesen Wert wollen wir halten“, sagte Zetsche – trotz der „moderaten Dynamik der Weltkonjunktur“. Vorstandsmitglied Wolfgang Bernhard erreichte mit seiner Lastwagensparte einen Absatz von mehr als 500 000 Fahrzeugen (ein Plus von einem Prozent). Wegen eines guten Geschäfts in Nordamerika und Europa stieg der Gewinn überproportional.

Das Werk Bremen liegt vorne

Die Konzernbelegschaft ist nicht nur insgesamt, sondern auch in Deutschland gestiegen. Dort wurden per Jahresende knapp 170 500 (Vorjahr: 168 900) Menschen beschäftigt. Weltweit wird die Belegschaft nach den Planungen in diesem Jahr nur geringfügig ausgeweitet, obwohl nicht nur die Produktionsumfänge zunehmen sollen, sondern auch die Investitionen – auf jeweils 7,0 Milliarden Euro 2016 und 2017 – und die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung – jeweils 7,2 Milliarden Euro in den beiden Jahren. Investiert wird in den Ausbau der Produktpalette, die Elektrifizierung und die Digitalisierung.

Das Daimler-Werk in Bremen hat Sindelfingen 2015 als weltweit größten Produktionsstandort abgelöst. In Bremen sind nach Angaben des Konzerns 324 131 Autos vom Band gerollt. In Sindelfingen waren es 319 192 Autos, gut 50 000 weniger als 2014. Wegen des anstehenden Modellwechsels bei der E-Klasse fiel die Produktion dort schmaler aus. In Sindelfingen rollen die S- und E-Klasse vom Band, während in Bremen die kleinere C-Klasse produziert wird.