Jugendgewalt in Stuttgart
Immer mehr junge Leute betrinken sich
Susanne Janssen,
09.02.2010 18:03 Uhr
Für viele Jugendliche ist es mittlerweile normal bereits angetrunken in die Disco zu gehen. Foto: AP
Stuttgart - Die Zahlen sind bundesweit in etwa gleich: Jeder fünfte Jugendliche betrinkt sich regelmäßig. In 2008 wurden rund 25.700 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär im Krankenhaus behandelt, das waren elf Prozent mehr als 2007 und sogar 170 Prozent mehr als im Jahr 2000. Und jede dritte Gewalttat soll bundesweit 2008 unter Alkohol begangen worden sein.
In Stuttgart liegt diese Zahl sogar noch höher: Bei 41 Prozent aller Gewaltdelikte war im Jahr 2008 Alkohol im Spiel. Die Stuttgarter Polizei ermittelte 2262 Tatverdächtige, 934 davon waren alkoholisiert, darunter 305 unter 21-Jährige. Im Jahr zuvor lag die Zahl sogar noch höher: 2007 hatten die Beamten "nur" 1714 Gewalttäter ermittelt, von ihnen waren aber 878 angetrunken - macht 51 Prozent. Unter ihnen waren 325 alkoholisierte Tatverdächtige jünger als 21 Jahre.
Erst seit dem Jahr 2005 wird in Stuttgarter überhaupt registriert, ob ein Tatverdächtiger alkoholisiert war oder nicht - und dann auch nur, wenn es bei der Aufnahme des Tatgeschehens ersichtlich war. "Eine geringe Alkoholmenge, die das Verhalten nicht beeinträchtigt, wird meist gar nicht erfasst", erklärt Polizeisprecher Stefan Keilbach. In 2005 gab es 2133 mutmaßliche Gewalttäter, von ihnen waren 892 alkoholisiert - auch das schon ein Wert von knapp 42 Prozent. 2006 sank die Gesamtzahl, es hatten aber mehr als die Hälfte der Gewalttatverdächtigen vorher Alkohol getrunken.
In der Kriminalstatistik der Polizei werden nur die Straftäter erfasst. An den Wochenenden haben es die Beamten in der sogenannten Vergnügungsszene aber auch mit vielen Störern zu tun. "Nicht jeder, der herumpöbelt oder grölt, hat sich gleich strafbar gemacht", erklärt Keilbach. Für das Jahr 2008 hat das Stuttgarter Polizeipräsidium auch die Störer erhoben: Rund 1200 Menschen fielen an den Wochenenden in der Innenstadt auf, davon waren 644 noch keine 21 Jahre alt. 45 Prozent hatten Alkohol getrunken. Dazu gibt es allerdings noch keine Vergleichszahlen.
Die Polizei hat in den vergangenen Jahren eine Veränderung im Freizeitverhalten der Jugendlichen registriert: "Es ist für die Cliquen schon vollkommen normal, alkoholisiert in die Stadt zu gehen." Viele Besucher der Clubs und Discotheken kämen aus dem Umland und würden vorher "vorglühen".
Wenn dann in der Stadt noch ein oder zwei Fläschchen dazukommen, "dann sind viele nicht mehr Herr ihrer Sinne". Manche müssten in die Ausnüchterung oder ins Krankenhaus, andere würden aggressiv - mit immer gravierenderen Folgen: "Viele Jugendliche gehen nicht mehr ohne eine Waffe in die Stadt - und wenn's nur ein Taschenmesser ist."
Die Polizei zieht daraus eine Konsequenz: "Wir können bei einem Streit nicht mehr nur mit einer Streife auftauchen", sagt Stefan Keilbach. Immer häufiger wende sich die Stimmung dann gegen die Beamten. Täter und Opfer, allesamt alkoholisiert, verbünden sich nach dem Streit gegen die Polizei.
Doch nicht alles wird schlechter. Alkoholisierte Autofahrer seien auf dem Rückzug: "Es wird vorher festgelegt, wer fährt." Wenn die Polizisten einen Wagen kontrollierten, sei der Fahrer meist nüchtern. Hier hätten die Sanktionen gegriffen, "es gibt also eine Einsichtsfähigkeit". Dies sei beim Alkoholverbot in den S- und Stadtbahnen anders: "Es ist ja nur ein Trinkverbot." Alkohol in der Bahn zu transportieren, sei erlaubt.
In Stuttgart liegt diese Zahl sogar noch höher: Bei 41 Prozent aller Gewaltdelikte war im Jahr 2008 Alkohol im Spiel. Die Stuttgarter Polizei ermittelte 2262 Tatverdächtige, 934 davon waren alkoholisiert, darunter 305 unter 21-Jährige. Im Jahr zuvor lag die Zahl sogar noch höher: 2007 hatten die Beamten "nur" 1714 Gewalttäter ermittelt, von ihnen waren aber 878 angetrunken - macht 51 Prozent. Unter ihnen waren 325 alkoholisierte Tatverdächtige jünger als 21 Jahre.
Erst seit dem Jahr 2005 wird in Stuttgarter überhaupt registriert, ob ein Tatverdächtiger alkoholisiert war oder nicht - und dann auch nur, wenn es bei der Aufnahme des Tatgeschehens ersichtlich war. "Eine geringe Alkoholmenge, die das Verhalten nicht beeinträchtigt, wird meist gar nicht erfasst", erklärt Polizeisprecher Stefan Keilbach. In 2005 gab es 2133 mutmaßliche Gewalttäter, von ihnen waren 892 alkoholisiert - auch das schon ein Wert von knapp 42 Prozent. 2006 sank die Gesamtzahl, es hatten aber mehr als die Hälfte der Gewalttatverdächtigen vorher Alkohol getrunken.
Die Agressivität steigt mit dem Alkoholgehalt im Blut
In der Kriminalstatistik der Polizei werden nur die Straftäter erfasst. An den Wochenenden haben es die Beamten in der sogenannten Vergnügungsszene aber auch mit vielen Störern zu tun. "Nicht jeder, der herumpöbelt oder grölt, hat sich gleich strafbar gemacht", erklärt Keilbach. Für das Jahr 2008 hat das Stuttgarter Polizeipräsidium auch die Störer erhoben: Rund 1200 Menschen fielen an den Wochenenden in der Innenstadt auf, davon waren 644 noch keine 21 Jahre alt. 45 Prozent hatten Alkohol getrunken. Dazu gibt es allerdings noch keine Vergleichszahlen.
Die Polizei hat in den vergangenen Jahren eine Veränderung im Freizeitverhalten der Jugendlichen registriert: "Es ist für die Cliquen schon vollkommen normal, alkoholisiert in die Stadt zu gehen." Viele Besucher der Clubs und Discotheken kämen aus dem Umland und würden vorher "vorglühen".
Wenn dann in der Stadt noch ein oder zwei Fläschchen dazukommen, "dann sind viele nicht mehr Herr ihrer Sinne". Manche müssten in die Ausnüchterung oder ins Krankenhaus, andere würden aggressiv - mit immer gravierenderen Folgen: "Viele Jugendliche gehen nicht mehr ohne eine Waffe in die Stadt - und wenn's nur ein Taschenmesser ist."
Alkohol am Steuer wird weniger
Die Polizei zieht daraus eine Konsequenz: "Wir können bei einem Streit nicht mehr nur mit einer Streife auftauchen", sagt Stefan Keilbach. Immer häufiger wende sich die Stimmung dann gegen die Beamten. Täter und Opfer, allesamt alkoholisiert, verbünden sich nach dem Streit gegen die Polizei.
Doch nicht alles wird schlechter. Alkoholisierte Autofahrer seien auf dem Rückzug: "Es wird vorher festgelegt, wer fährt." Wenn die Polizisten einen Wagen kontrollierten, sei der Fahrer meist nüchtern. Hier hätten die Sanktionen gegriffen, "es gibt also eine Einsichtsfähigkeit". Dies sei beim Alkoholverbot in den S- und Stadtbahnen anders: "Es ist ja nur ein Trinkverbot." Alkohol in der Bahn zu transportieren, sei erlaubt.
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Warum?
Die wichtigste Frage ist doch, warum sich die Jugendlichen so wegdröhnen, oder? Haben wir vielleicht eine Welt gestaltet oder zumindest nicht verhindert, die unsere Jugendlichen nüchtern gar nicht mehr aushalten? (Was Ihr säht, werdet Ihr ernten...) Auch vor dem Hintergrund, dass sie unsere Zukunft sind, möchte ich gerne zuerst verstehen, warum alles so eskaliert, bevor ich über Lösungsmöglichkeiten oder Schuldzuweisungen nachdenke. Ich glaube, ich werd sie mal fragen, wenn ich sie Freitags Abends in der Bahn beim Vorglühen antreffe...
Problem ist bestimmt nicht neu
Vor 10 Jahren haben wir auch schon vorgeglüht, weil wir uns in der Disko kein Bier für 3 Euro leisten konnten (im Supermarkt kostet der Kasten genau soviel). Wenn mein Vater von seinen Sauferlebnissen von früher erzählt, kann ich manchmal nur den Kopf schütteln. Von meinem Opa gibt es ein Fußballmannschaftsbild aus den 30er Jahre. Alle haben ein volles Maß Bier in der Hand. Das Glas meines Opas war schon halb leer. Das "Problem" des Alkohol ist also bestimmt nicht neu. Anderes Beispiel Zigaretten: eine Freundin hat sich neulich über ein junges Mädchen mit Fluppe aufgeregt. Sie: "Wie alt ist denn die? 13?" Ich: "Wie alt warst du als du die erste Zigarette hattest?" Sie: "Hmm, ähmm 13" Fazit: Wir waren doch "früher" auch nicht "besser"
Immer mehr junge Leute betrinken sich
Naja wie auch immer glaub ich der Statistik nicht ganz da sie erst 2005 aufgenommen wurde. Kann mich noch erinnern, vor ein paar Jahren war die sorge sooo groß ob jeder jugendliche kifft und überhaupt und nu durch strengere Verfolgung und vorbeugende Maßnahmen (Schule, Aufklärung etc) sind die Zahlen der Cannibiskonsumente stark zurückgegangen. Wiso, half das nie bei Alkohol? Liegt es an der Zeit? Liegt es an der Aufklärung? An der Strafverfolgung von Händlern die Alkohol an Minderjährige verkaufen? An den Konsumenten? (Äußere Einflüsse, Gesellschaft) Ich denke wen ich die Theo nachts runter laufe manchmal (Im voraus finde es gut das cannbiskonsum so verfolgt wird vor allem ihm Straßenverkehr keine Frage), wem begegnest du jetzt lieber, einem betrunkenen oder einem bekifften ? So schwer es mir fällt, ich zieh den bekifften vor. Denke es ist ein Zeichen unsere zeit, in ein paar Jahren werden wir uns darüber aufregen was ihnen noch einfällt, dann liegen überall Deo-dosen herum und wir regen uns dann darüber auf oder irgendwas anderes. Wir sollten eher darüber nachdenken wie wir damit umgehen und den Hass der langsam aber sicher kocht und sich relativ schnell gegen Polizisten wendet wieder zum Stillstand bringen. Da hilft kein härter durchgreifen sondern nur wir alle !!!!!!!!!!!!