JVA Stammheim wird 50 Jahre alt Eigene Welt hinter Gittern

Von isa 

Die RAF-Terroristen Baader, Meinhof und Co haben dafür gesorgt, dass die JVA Stuttgart-Stammheim in ganz Deutschland bekannt ist. Vor 50 Jahren wurde das Gefängnis fertig gestellt.

Die JVA Stuttgart-Stammheim ist in den 70er Jahren durch die inhaftierten RAF-Terroristen in der ganzen Republik bekannt geworden. Dieses Jahr wird das Gefängnis 50 Jahre alt.  Foto: Leserfotograf hechi 21 Bilder
Die JVA Stuttgart-Stammheim ist in den 70er Jahren durch die inhaftierten RAF-Terroristen in der ganzen Republik bekannt geworden. Dieses Jahr wird das Gefängnis 50 Jahre alt. Foto: Leserfotograf hechi

Stuttgart-Stammheim - Diese Justizvollzugsanstalt ist nicht nur ein Gefängnis, sie ist ein Stück deutsche Geschichte: Vor 50 Jahren wurde die JVA Stuttgart-Stammheim fertig gestellt.

Von 1959 bis 1963 wurde die JVA - nach den damals modernsten Erkenntnissen - als Hofanlage mit zwei Hafthäusern sowie einem Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude erbaut. 1964 wurde das Gefängnis dann in Betrieb genommen.

In der ganzen Republik bekannt wurde die JVA in den 1970er Jahren, als unter anderem die RAF-Terroristen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Jan-Carl Raspe und Gudrun Ensslin dort untergebracht waren.

Sie alle waren im siebten Stock des Hochhauses inhaftiert, die Haftbedingungen standen zeitweise in der Kritik. Anwälte und Häftlinge sprachen wegen des zeitweise bestehenden Kontaktverbots gar von Isolationsfolter. 

Extra für die Gerichtsverfahren gegen die RAF-Terroristen wurde 1975 ein Mehrzweckgebäude auf dem Gelände erstellt. Dieses wird übrigens auch heute noch für große Prozesse genutzt.

Noch vor Ende ihres Verfahrens wurde Ulrike Meinhof im Mai 1976 erhängt in ihrer Zelle aufgefunden; im Oktober 1977 nahmen sich Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gudrun Ensslin das Leben.

Das geschichtsträchtige Hochhaus wird abgerissen

Lange wird es ihre geschichtsträchtigen Zellen allerdings nicht mehr geben: Weil das Hochhaus marode ist und nicht mehr sanierungsfähig, soll der Block 1 im Jahr 2015 abgerissen werden. Bereits 2005 wurde die JVA um einen neuen Zellenbau erweitert.

Weitere Hafthäuser sollen folgen, desweiteren ist ein Justizvollzugskrankenhaus geplant. Die neue Torwache wurde bereits 2009 in Betrieb genommen.

Die meisten Gefangenen sind in U-Haft

Aktuell können etwa 541 Gefangene in der Männerhaftanstalt Stuttgart-Stammheim untergebracht werden. Es gibt sowohl Einzel- wie auch Gruppenhafträume. Die meisten der Gefangenen sind übrigens Untersuchungshäftlinge. Diese kommen aus etwa 50 Nationen (Stand: Juni 2012).

Den Gefangenen stehen mehr als 250 Arbeitsplätze zur Verfügung. Sie können unter anderem in der eigenen Schlosserei, Kfz-Werkstatt, Bauabteilung oder in der Küche sowie in der Wäscherei eine Beschäftigung finden.

Die JVA Stuttgart-Stammheim: Eindrücke von der Welt hinter Gittern haben wir in einer Bildergalerie zusammengestellt. Klicken Sie sich durch!

 

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