Kameratest Canon EOS 5D Mark IV – endlich ist sie da!

Von Oliver Rauls 

Vier lange Jahre mussten Canon User warten - jetzt ist es soweit. Canon präsentierte seine neue EOS 5D Mark IV. Und das Erbe wiegt schwer, denn auch der Vorgänger, die Mark III, ist ja nun auch nicht ganz ohne. Doch lohnt sich der Umstieg auf das neue Topmodell?

 Foto: Oliver Rauls 12 Bilder
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Nun, technisch gesehen bietet die Mak IV tolle Features. Videos in 4K-Auflösung und HDR, dazu ein Touchscreen, GPS, NFC, WLAN, ein extrem großer Dynamikumfang machen die neue Canon zu einem technischen Meisterstück. Doch freilich kann sie noch mehr. Als Vollformat-Kamera bietet sie volle 30 Megapixel und verträgt dabei hohe ISO-Werte. Der neue Akku verspricht lange Laufleistung, und das robuste Gehäuse vermittelt auch dank des Spritzwasser-Schutz einen sehr hochwertigen Auftritt. Und obwohl man eine ordentliche Menge geballter Technik in der Hand hält, ist die Canon erstaunlich leicht.

Dies merke ich schon bei der Abholung der Kamera bei Photo Planet in Stuttgart. Sie ist leicht und passt perfekt auch mit zwei Objektiven in den Foto-Rucksack. Ich plane einen Kurztrip an die Nordsee. Ein Strandabschnitt bei Scheveningen ist das Ziel. Los geht's in die Dünen und von dort aus an den Strand. Dafür habe ich neben der Canon noch folgende Objektive ausgesucht: das 16-35mm f/4 und das 70-200mm f/4, beide Objektive liefern in Kombination mit der Kamera ein Super Ergebnis. Alle Bilder hier in dem Beitrag wurden mit den erwähnten Objektiven gemacht.

Die Canon liegt wie ihre Vorgängerin sehr gut in der Hand, alle Knöpfe und Bedienelemente lassen sich schnell ein-, aus- oder umschalten. Der erwähnte Touchscreen reagiert schnell und präzise auf Berührung. Trotzdem empfehle ich hierfür einen Displayschutz, um die Kamera zu schützen - vor allem, wenn man wie ich jetzt eben in der rauen Natur unterwegs ist. Sehr gelungen ist auch der große, helle Sucher. Bis dahin alles top!

Fotografisch gesehen bietet die Canon das ganz neue „Dual Pixel RAW“. Mit dieser Funktion ist eine nachträgliche Verlagerung der Schärfe möglich. Aber dies natürlich nur in einem gewissen Rahmen, beispielsweise wenn bei einem Model auf das Augenlid statt auf die Iris fokussiert wurde. Das ist natürlich sehr spannend, aber wie erwähnt funktioniert das nur auf wenige Millimeter. Und trotzdem eine tolle Geschichte.

Alles für das Fotografenherz

Filmer kommen mit der Mark IV voll auf ihre Kosten. Canon spendiert mit 4K-Technologie bei satten 30 Bildern pro Sekunde ein wahres Video-Feuerwerk in puncto Brillanz und Schärfe. Und wie bei Panasonic lassen sich einzelne Bilder aus einem 4K-Video extrahieren als etwa acht Megabyte große Jpeg-Datei.

Apropos groß: um auch HDR-Videos schnell und sicher speichern zu können, sollte man auch auf schnelle und vor allem große SD- oder CF-Speicherkarten zurückgreifen. Die Canon EOS Mark IV versteht sich nicht als reine Profi-Kamera. Auch ambitionierte Hobby-Fotografen werden ganz sicher mit ihr glücklich. Verbindet sie doch alles, was das Fotografenherz begehrt. Einen Vollformatsensor mit hoher Auflösung, technische Anbindungsmöglichkeiten via WLAN und NFC, geotagging mittels GPS.

Sie kann alles was die Mark III kann - nur eben alles einen Tacken besser, schneller und umwerfender. Definitiv ist Canon hier ein sehr guter Nachfolger gelungen, der keine Wünsche offen lässt.