Wer Karriere macht, hat ein großes Büro, einen schicken Dienstwagen und eine Visitenkarte, auf der „Senior”, „Executive” oder eine andere wichtige Positionsbezeichnung steht. In der Regel handelt es sich um eine lineare Laufbahn, das heißt: Die Mitarbeiter bleiben in ihrem Beruf und steigen zum Beispiel vom Vertriebsassistenten über den Junior und Senior Sales Consultant bis hin zum Vertriebsleiter oder (in großen Konzernen) Vertriebsvorstand auf. Jenseits dieser Laufbahn gibt es aber noch andere, weniger sichtbare Wege - etwa die Fach- und die Projektkarriere. Denn eine wachsende Anzahl von Mitarbeitern interessiert sich nicht für eine Führungsrolle. „Experten wollen sich lieber an technischen Entscheidungen beteiligen und Zugang zu Gremien haben”, erklärt Liza Wohlfahrt, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Fraunhofer-Institut Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO).
Die Bedürfnisse der Fachkräfte wurden bisher jedoch vernachlässigt, obwohl ein Trend weg vom Abteilungsdenken hin zu Projektstrukturen zu beobachten ist und der Bedarf an Mitarbeitern mit einer Projektlaufbahn sprunghaft angestiegen ist. „Unternehmen sollten neben der Linienkarriere künftig auch andere Pfade anbieten”, findet Wohlfahrt. Die Kompetenzen überschneiden sich zwar, „aber bei der Projekt- und Expertenlaufbahn geht es mehr um technische und fachliche Spezialkenntnisse und weniger um Führungskompetenzen.”
Experten und Spezialisten sind für sie nicht dasselbe, obwohl es durchaus Überschneidungen gibt. „Spezialisten sind fit in einem Fachgebiet, Experten sind dagegen Generalisten auf ihrem Fachgebiet, die strategisch denken und eine Problemlösungsfähigkeit mitbringen”, so Wohlfahrt. Anstatt dass beispielsweise ein IT-Administrator in einem Finanzinstitut zum Rechenzentrumsleiter aufsteigt, könnte er sich über eine gezielte Weiterbildung eine Position als Experte für IT-Sicherheit erarbeiten. Und das kann durchaus mit derselben oder einer höheren Reputation verbunden sein.


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