Karstadt Gericht macht Weg für Rettung frei
dpa, 03.09.2010 11:39 Uhr
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Auch mit Berggruens Einstieg steht Karstadt nach Einschätzung von Branchenkennern eine schwierige Zukunft bevor. Das Kaufhaus-Konzept für Innenstädte gilt als überholt, für die gesamte Warenhaus-Branche rechnen Experten in den kommenden Jahren allenfalls mit einer Stagnation. Entscheidend dürften daher Berggruens Maßnahmen zur Neuausrichtung der Kette sein.

In die Röhre guckt nach dem Berggruen-Einstieg dessen Mailänder Widersacher Maurizio Borletti. Der Warenhaus-Unternehmer hatte bis zuletzt auf ein Scheitern der Verhandlungen gepokert. Er wollte Karstadt selbst übernehmen. "Wir akzeptieren die Entscheidung, auch wenn unser Angebot das bessere war", sagte ein enttäuschter Borletti der Zeitung "Il sole 24 ore" (Online-Ausgabe).

Auch Kaufhof gratuliert


Im Karstadt-Stammhaus in Wismar freuten sich die Beschäftigten. "Wir haben lange gehofft und gebangt. Nun sind wir einfach froh und erleichtert, dass es weitergeht", sagte Betriebsratschefin Viola Hopp. Als junger Kaufmann hatte Rudolph Karstadt (1856-1944) 1908 in Wismar ein Warenhaus eingerichtet, das Stammhaus des späteren Konzerns.

Anerkennend äußerte sich die Konkurrenz, der Handelskonzern Metro mit seiner Warenhaus-Tochter Galeria Kaufhof: "Wir gratulieren Herrn Berggruen zu dieser Entscheidung, mit der er jetzt in der alleinigen Verantwortung steht, um für Karstadt ein nachhaltiges und profitables Kaufhauskonzept umzusetzen", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Metro hatte lange Interesse gezeigt, Kaufhof mit Karstadt zu einer "Deutschen Warenhaus AG" zu fusionieren.
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