Karstadt
Gericht macht Weg für Rettung frei
dpa,
03.09.2010 11:39 Uhr
Foto: dpa
Essen - Die rund 25 000 Karstadt-Beschäftigten können aufatmen: Der Weg für eine Rettung der insolventen Warenhauskette ist endgültig frei. Der Kaufvertrag mit Investor Nicolas Berggruen kann in Kraft treten, weil der deutsch-amerikanische Finanzier nach monatelangem Ringen nun die Zugeständnisse bei den Mieten bekommt, die er zur Bedingung für seinen Einstieg gemacht hatte. Alle Beteiligten reagierten mit großer Erleichterung auf das Ende des Tauziehens.
Karstadt-Vermieter Highstreet erhielt von seinen Gläubigern bereits am Donnerstag grünes Licht für eine Einigung. Bis zum Freitagmorgen fehlten aber immer noch einige Unterschriften. Am Vormittag war dann alles unter Dach und Fach, und wenige Stunden später nahm das Essener Amtsgericht den Insolvenzplan an.
Berggruen, Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verkündeten die Karstadt-Rettung in einer Filiale auf dem Kurfürstendamm in Berlin. "Karstadt steht. Karstadt wird jetzt, glaube ich, ein sehr aufregendes Leben haben", sagte Berggruen. "Ich bin irrsinnig glücklich, dass ich dabei bin." Die Ministerin sprach von einem "Tag der Freunde" für das Unternehmen mit rund 25 000 Beschäftigten. Deren Arbeitsplätze und 120 Filialen will Berggruen erhalten.
Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Margret Mönig-Raane, empfand "große Erleichterung". Görg dankte den Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten für ihre Unterstützung während der Insolvenz.
Nun bestehe nur noch eine 14-tägige Beschwerdefrist, in der mögliche Verfahrensfehler beanstandet werden können, teilte das Gericht mit. Am 1. Oktober soll dann Berggruen die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH erhalten.
Der 49-jährige Milliardär, Sohn des legendären Kunstsammlers Heinz Berggruen, will 70 Millionen Euro eigenes Kapital in das Unternehmen investieren. Die Marke Karstadt soll verjüngt und modischer werden. Die Warenhauskette erhält mit seinem Einstieg anders als das frühere Schwesterunternehmen Quelle eine neue Chance. Dem Versandhändler blieb vor fast einem Jahr nach gescheiterten Rettungsversuchen nur die Schließung.
Der Investor hatte den Kaufvertrag bereits Anfang Juni unter Vorbehalt unterschrieben, nachdem er als Sieger aus einem Bieterverfahren hervorgegangen war. Die Einigung zwischen Berggruen und Highstreet zog sich jedoch über Monate hin. Das Konsortium hatte unter der Ägide des früheren KarstadtQuelle-Chefs Thomas Middelhoff, der den Konzern in Arcandor umbenannt hatte, die meisten der Karstadt-Warenhäuser gekauft und dann an das Unternehmen zurückvermietet.
Für den Kauf lieh sich das Konsortium, hinter dem unter anderem die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Deutsche Bank stehen, selbst Geld bei Kapitalgebern. Diese Gläubiger zögerten ihre Zustimmung zu den niedrigeren Mieten aber immer wieder hinaus. Der Donnerstag hatte als letzte Frist gegolten. Insolvenzverwalter Görg hatte für den Fall eines Scheiterns auch einen Plan zur Zerschlagung Karstadts in der Schublade.
Karstadt-Vermieter Highstreet erhielt von seinen Gläubigern bereits am Donnerstag grünes Licht für eine Einigung. Bis zum Freitagmorgen fehlten aber immer noch einige Unterschriften. Am Vormittag war dann alles unter Dach und Fach, und wenige Stunden später nahm das Essener Amtsgericht den Insolvenzplan an.
Berggruen, Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verkündeten die Karstadt-Rettung in einer Filiale auf dem Kurfürstendamm in Berlin. "Karstadt steht. Karstadt wird jetzt, glaube ich, ein sehr aufregendes Leben haben", sagte Berggruen. "Ich bin irrsinnig glücklich, dass ich dabei bin." Die Ministerin sprach von einem "Tag der Freunde" für das Unternehmen mit rund 25 000 Beschäftigten. Deren Arbeitsplätze und 120 Filialen will Berggruen erhalten.
"Große Erleichterung" bei Gewerkschaft
Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Margret Mönig-Raane, empfand "große Erleichterung". Görg dankte den Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten für ihre Unterstützung während der Insolvenz.
Nun bestehe nur noch eine 14-tägige Beschwerdefrist, in der mögliche Verfahrensfehler beanstandet werden können, teilte das Gericht mit. Am 1. Oktober soll dann Berggruen die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH erhalten.
Der 49-jährige Milliardär, Sohn des legendären Kunstsammlers Heinz Berggruen, will 70 Millionen Euro eigenes Kapital in das Unternehmen investieren. Die Marke Karstadt soll verjüngt und modischer werden. Die Warenhauskette erhält mit seinem Einstieg anders als das frühere Schwesterunternehmen Quelle eine neue Chance. Dem Versandhändler blieb vor fast einem Jahr nach gescheiterten Rettungsversuchen nur die Schließung.
Der Investor hatte den Kaufvertrag bereits Anfang Juni unter Vorbehalt unterschrieben, nachdem er als Sieger aus einem Bieterverfahren hervorgegangen war. Die Einigung zwischen Berggruen und Highstreet zog sich jedoch über Monate hin. Das Konsortium hatte unter der Ägide des früheren KarstadtQuelle-Chefs Thomas Middelhoff, der den Konzern in Arcandor umbenannt hatte, die meisten der Karstadt-Warenhäuser gekauft und dann an das Unternehmen zurückvermietet.
Für den Kauf lieh sich das Konsortium, hinter dem unter anderem die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Deutsche Bank stehen, selbst Geld bei Kapitalgebern. Diese Gläubiger zögerten ihre Zustimmung zu den niedrigeren Mieten aber immer wieder hinaus. Der Donnerstag hatte als letzte Frist gegolten. Insolvenzverwalter Görg hatte für den Fall eines Scheiterns auch einen Plan zur Zerschlagung Karstadts in der Schublade.
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