Katastrophe in der Jagst Untersteller glaubt an Wiederbelebung

Von red/lsw 

Der Chemieunfall in der Jagst im vergangenen Sommer war für den Fischbestand und die Natur verheerend. Umweltminister Untersteller glaubt aber an eine erfolgreiche Wiederbelebung des Flusses.

Im Sommer 2015 verendeten tonnenweise Fisch in der Jagst. Foto: dpa
Im Sommer 2015 verendeten tonnenweise Fisch in der Jagst.Foto: dpa

Schöntal - Ein knappes halbes Jahr nach dem verheerenden Chemieunfall an der Jagst ist Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) zuversichtlich, dass sich das Flüsschen erfolgreich wiederbeleben lässt. Ziel müsse es jetzt sein, nicht nur den ökologischen Schaden zu beheben, sondern auch die Widerstandskraft der Jagst zu stärken, sagte Untersteller anlässlich der Präsentation des „Aktionsprogramms Jagst“ am Mittwoch.

Bei einem Mühlenbrand in Kirchberg (Kreis Schwäbisch Hall) war am 23. August mit dem Löschwasser Ammoniumnitrat aus Düngemitteln in das Gewässer gespült worden. Eine 23 Kilometer lange Giftfahne schwamm zwei Wochen lang die enge Jagst hinunter. Tausende Fische verendeten, rund 20 Tonnen. Das Löschwasser wurde nicht richtig zurückgehalten. Untersuchungen fanden solche Defizite entlang der Jagst mehrfach.

Im Frühjahr werden die Fische gezählt

„Es gilt, die Katastrophe als Chance zu nutzen“, forderte Andre Baumann, Landeschef des Naturschutzbundes Nabu. „Ziel muss sein, bis 2020 einen guten ökologischen Zustand der Jagst zu erreichen.“ Nährstoffeinträge müssten verringert, Stauwehre durchgängig gemacht und Uferbefestigungen zurückgebaut werden.

Noch immer ist nicht ganz klar, wie sich der Fischbestand über den Winter entwickelt hat, wie Naturschutzminister Alexander Bonde (Grüne) mitteilte. Für das Frühjahr ist eine Zählung geplant. Leider seien die Kiemen zunächst überlebender Fische zum Teil erheblich geschädigt. Außerdem seien die Fische stark mit Parasiten befallen, da ihre Widerstandskraft geschwächt sei. Experten gingen davon aus, dass solche Tiere den Winter nur schlecht überstehen.

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5 KommentareKommentar schreiben

Die natürliohe Regenerationsfähigkeit: eines Flusses - und ein guter ökologisch motivierter Umweltminister: Die optimale Kombination für die Zukunft der Jagst nach der Katastrophe.

Es wäre ein Wunder,: wenn sich der Fluss nicht wieder erholen würde. Die Natur kann Probleme besser ausgleichen, als sich das MANCHE ökos vorstellen können. Die Zahl drr Beispiele ist fast unendlich.Mehrmals wurde auf unserem Planeten ca, 95 % der Lebewesen ausgerottet und trotzdem gibt es auch heute noch Lebewesen. Wie konnte das nur ganz ohne Öko-Gedöns passieren?

Öko-Gedöns?: Denken wir doch einfach mal an die Enkel und Urenkel, die in einigen Jahren die Ignoranz ihrer Vorfahren ausbügeln dürfen. Da macht das "Öko-Gedöns" doch jetzt schon Sinn.

Eine Frage zwischendurch.: Was soll von dieser "Katastrophe" von der sich die Jagst leicht erholen wird. So auch von den "Ökokatastrophen“ der letzten Zeit bei den „Kindern und Enkelkindern“ ankommen soll. Sind sie sich sicher, dass sie keiner Religion auf den Leim gegangen sind? Zumindest können sie die Glaubensbekenntnisse schon gut rezitieren.

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