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Politik
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Katholiken-Präsident Glück: "Das Pflichtzölibat lockern"

rtr/dpa, vom 13.03.2010 16:25 Uhr
Berlin - Angesichts der sich häufenden Meldungen über Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche plädiert ZdK-Präsident Alois Glück für eine Aufhebung des Zölibats für Priester. Die Kirche müsse Konsequenzen struktureller Art ziehen und dabei auch überlegen, ob es kirchenspezifische Bedingungen für den Missbrauch gebe, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) der "Süddeutschen Zeitung". "Dazu gehört zweifellos eine Auseinandersetzung mit dem ganzen Thema Sexualität, angefangen vom Umgang damit bis hin zur Auswahl des kirchlichen Personals." Die Lockerung des Pflichtzölibats sei ein Weg, sagte der CSU-Politiker. Allerdings sei das Problem damit allein nicht gelöst.

Papst Benedikt XVI., der sich am Freitag vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz Robert Zollitsch über das Ausmaß der Affäre unterrichten ließ, hält dagegen am Zölibat fest. Die Ehelosigkeit der Priester sei ein Geschenk Gottes, das nicht dem Zeitgeist geopfert werden solle, sagte der Papst auf einer Konferenz zum Priesteramt im Vatikan. Für katholische Geistliche gilt der Zölibat seit dem zwölften Jahrhundert. Der Zölibat wird in der Debatte über dem Missbrauch als eine der Ursachen genannt.

Unterdessen rückt der Missbrauchskandal immer näher an Papst Benedikt XVI. heran. In seine Amtszeit als Erzbischof von München und Freising ist ein wegen Kindesmissbrauchs vorbelasteter Priester in der Gemeindearbeit der Diözese eingesetzt worden. Dort verging er sich erneut an Jugendlichen und wurde dafür verurteilt. Das bestätigte das Erzbischöfliche Ordinariat in München der "Süddeutschen Zeitung". Der damalige Erzbischof Joseph Ratzinger habe dem Umzug des pädophilen Priesters von Essen nach München im Jahr 1980 zugestimmt. "Diesen Beschluss hat der damalige Erzbischof mit gefasst", teilte das Erzbistum der Zeitung mit. Die Verantwortung für den erneuten Einsatz des Priesters übernahm der frühere Generalvikar Gerhard Gruber. "Der wiederholte Einsatz des Mannes in der Pfarrseelsorge war ein schwerer Fehler", sagte der 81-Jährige.
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