Katzendiebe im Kreis unterwegs?

Von "Strohgäu Extra" 

Strohgäu Eine ungewöhnliche Häufung vermisster Samtpfoten beschäftigt Tierschutzverein und Polizei. Von Franziska Kleiner

Strohgäu Eine ungewöhnliche Häufung vermisster Samtpfoten beschäftigt Tierschutzverein und Polizei. Von Franziska Kleiner

Mohrle, Cäsar, Flocki - so unterschiedlich diese Katzen sein mögen, so eint sie, dass sie seit wenigen Wochen von ihren Besitzern im Kreis Ludwigsburg vermisst werden. Der Tierschutzverein Ditzingen hat nun in einer Mitteilung erklärt, man könne "nicht ausschließen, dass Katzenfänger unterwegs sind". Konkrete Hinweise gibt es zwar nicht. Aber sind es nur Gerüchte, die unter Tierfreunden kursieren? Bundesweit wird in Internetforen ein möglicher Zusammenhang hergestellt. Und auch für den Verein Katzenhilfe Stuttgart sowie für die Polizei sind solche Überlegungen nicht neu.

Hinweise auf Katzendiebe hat auch Alfons Bräu, der Vorsitzende des Ditzinger Tierschutzvereins, nicht. Selbst für die Polizei gibt es keinen Zusammenhang. Der ließ sich auch in der Vergangenheit nicht herstellen: Schon in den 1990er Jahren und Anfang 2000 waren die Beamten von Tierfreunden um Hilfe gebeten worden. "Für einen Zusammenhang gab es keine Anhaltspunkte", sagt eine Polizeisprecherin. Anders als heute wurde damals den potenziellen Tierdieben im südlichen Landkreis ein schwerwiegender Vorwurf gemacht. Die Katzen sollen, so hieß es, für Versuche in einem konkret benannten Pharmaunternehmen gestohlen worden sein. Die Vorwürfe erwiesen sich laut Polizei als völlig haltlos.

Die Ditzinger Tierschützer, zuständig für den Altkreis Leonberg, bitten dennoch darum, in der eigenen Wohngegend auf "verdächtige Kombifahrzeuge oder Kastenwagen" zu achten. Denn in Gerlingen werden vermehrt Katzen vermisst, und allein in Schöckingen verschwanden im September laut Alfons Bräu vier Tiere. Der Bauhof hat seitdem keine überfahrenen Katzen eingesammelt, die Möglichkeit eines Unfalltods der tätowierten, registrierten Tiere im Ort wird ausgeschlossen.

Im August seien zudem vermehrt Nachrichten über Katzendiebe unter den Tierfreunden in Nordrhein-Westfalen verbreitet worden, so der Vereinsvorsitzende Bräu. Und in allen Fällen hatten kurz vor dem Verschwinden der Tiere Altkleider- oder Schuhsammlungen stattgefunden. Bräu unterstellt seriösen Sammlern nichts. "Das ist doch eigenartig", sagt er dennoch. Zwischenzeitlich wurde in Schöckingen für eine Kleidersammlung geworben, deren Organisatoren ausdrücklich darauf verwiesen, mit dem Verschwinden der Katzen nichts zu tun zu haben. Bräu beruhigt das nicht: "Wenn ich Katzenfänger wäre, würde ich das auch draufschreiben." Er wirbt nun darum, aufmerksam zu sein, etwa Kennzeichen unbekannter Kastenwagen zu notieren. Grundsätzlich könnten solche Hinweise hilfreich sein. Denn nur darauf zu hoffen, dass eine Katze wieder auftauche, sei zu wenig. Wenn sie etwa nach drei Tagen immer noch nicht da sei, "ist der Markt verlaufen". Mögliche Spuren ließen sich dann nicht mehr verfolgen.

Die Katzenhilfe Stuttgart erklärt zwar ebenfalls, "immer mal wieder" die Theorie von den Tierdieben zu hören. Doch verweist sie auf die Leverkusener "IG Katzenfreunde gegen Katzenklau". Auf deren Homepage heißt es: "Der Hinweis auf die Unseriosität einer Kleidersammlung ist kein ausreichend deutlicher Hinweis darauf, ob deswegen Tiere gefangen werden." Die meisten Samtpfoten würden nur vermisst, weil sie sich erschreckt verlaufen hätten oder weil sie ihrem Sexualtrieb nachgingen.