Khedira-Millionen
Warum von dem Geld nichts bleibt
Heiko Hinrichsen,
31.08.2010 11:31 Uhr
Stuttgart - Dass Fredi Bobic auch in seinem neuen Amt als Manager des VfB Stuttgart von impulsiver Natur sein kann, zeigt sich immer dann, wenn sich die Diskussion ums liebe Geld dreht. Eine Frage, mit der man den 38-Jährigen richtig in Wallung bringen kann, lautet: "Warum, Herr Bobic, werden die 18 Millionen Euro aus den Transfers von Sami Khedira zu Real Madrid und von Sebastian Rudy nach Hoffenheim nicht in neue Spieler investiert?"
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Wendet man sich den Zahlen zu, die der Verein für Bewegungsspiele in den vergangenen Monaten produziert hat, wird verständlich, warum Bobic derlei Nachfragen auf den Wecker gehen. Schließlich muss der neue Mann auf dem Managersessel mit finanziellen Engpässen zurecht kommen, für deren Ursache er nicht verantwortlich ist. So verweist Fredi Bobic monoton darauf, dass weitere große Sprünge auf dem Transfermarkt leider nicht drin seien. "Wir müssen uns finanziell am Riemen reißen", sagt er. Aber warum ist das so?
Dazu kommt für den Club der Posten "entgangene Zuschauereinnahmen", weil die Arena seit dem Beginn des Umbaus im Mai 2009 statt zuvor 52000 nur noch 39500 Besucher fasst. Das macht für den VfB ein Minus von vier Millionen Euro pro Saison.
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Auch weil in der aktuellen Spielzeit etliche Millionen aus dem europäischen Geschäft fehlen werden, ist nun sparen angesagt. So nahm etwa Werder Bremen, das es in der Vorsaison bis ins Achtelfinale der Europa League brachte, 6,63 Millionen Euro ein. Eine Summe, die dem VfB in dieser Runde als Richtwert dienen könnte.
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Wendet man sich den Zahlen zu, die der Verein für Bewegungsspiele in den vergangenen Monaten produziert hat, wird verständlich, warum Bobic derlei Nachfragen auf den Wecker gehen. Schließlich muss der neue Mann auf dem Managersessel mit finanziellen Engpässen zurecht kommen, für deren Ursache er nicht verantwortlich ist. So verweist Fredi Bobic monoton darauf, dass weitere große Sprünge auf dem Transfermarkt leider nicht drin seien. "Wir müssen uns finanziell am Riemen reißen", sagt er. Aber warum ist das so?
Der Stadionumbau:
Gerne zeigt Bobic in Richtung der Baustelle Mercedes-Benz-Arena, wenn er erklärt, warum das Khedira-Rudy-Geld nicht komplett in Verstärkungen gesteckt wird. Tatsächlich ist das Stadion ein Faktor, der die Kassenlage negativ beeinflusst: So hat der VfB 27 Millionen Euro als Einlage in die Betreibergesellschaft Stadion KG eingebracht, seinen Anteil am rund 73 Millionen Euro teuren Umbau. Davon musste der VfB aber nur sieben Millionen Euro aufbringen, weil die Daimler AG 20 Millionen - quasi als Spende - für die Namensrechte aufgebracht hat, die ihr rein rechtlich bereits gehörten.Dazu kommt für den Club der Posten "entgangene Zuschauereinnahmen", weil die Arena seit dem Beginn des Umbaus im Mai 2009 statt zuvor 52000 nur noch 39500 Besucher fasst. Das macht für den VfB ein Minus von vier Millionen Euro pro Saison.
Die Transferbilanz:
Dass der VfB weiter zu den großen Hausnummern in der Liga zählt, beweisen seine Aktivitäten auf dem Spielermarkt. 12,6 Millionen Euro (den sich anbahnenden Camoranesi-Transfer von Juventus Turin eingerechnet) hat der Club in neue Spieler investiert - nur Bremen, Hamburg und Wolfsburg haben mehr ausgegeben. Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille: Die Käufe von Cristian Molinaro und Georg Niedermeier wurden bereits in der Vorsaison festgezurrt, schlagen sich nur buchhalterisch in dieser Transferperiode nieder. Zudem zeigt der Blick auf die Abgänge, dass der Club auch von seinem Tafelsilber gezehrt hat. 14 Spieler wurden seit Beginn des Jahres abgegeben - unter dem Strich steht ein positiver Transfersaldo von 8,75 Millionen Euro.Hier sehen Sie die Transferbilanz von 2010 »
Die Personalkosten:
Ein wichtiger Grund für den aktuellen Sparkurs sind die Transfersünden der Vergangenheit. So kratzte der aufgeblähte Kader des VfB im Winter an der 30-Spieler-Marke - und der Personaletat erreichte im Geschäftsjahr 2009 bei einem Rekordumsatz (unter anderem durch den Gomez-Transfer) von 145,8 Millionen Euro den Rekordwert von 67,6 Millionen Euro. Dieser soll und muss in 2010 auf 45 Millionen Euro herunter gefahren werden. Da andererseits aber beispielsweise die Verträge von Cacau und Serdar Tasci zu verbesserten Konditionen verlängert wurden, geht der Sparkurs zu Lasten der Akquise neuer Spieler.Der Europapokal:
Laut Geschäftsbericht der Uefa hat der VfB in der vergangenen Champions-League-Saison, in der er im Achtelfinale am FC Barcelona scheiterte, 23,346 Millionen Euro eingenommen. Als der Verein im Sommer 2009 auf der Suche nach einem Gomez-Nachfolger unter Zeitdruck geriet, saß aber auch auf der Ausgabenseite das Geld sehr locker. Dies zeigt allein der Umstand, dass für die Verpflichtung beziehungsweise Ausleihe der Spieler Zdravko Kuzmanovic, Pawel Pogrebnjak, Stefano Celozzi und Alexander Hleb satte 22,2 Millionen Euro ausgegeben wurden.Auch weil in der aktuellen Spielzeit etliche Millionen aus dem europäischen Geschäft fehlen werden, ist nun sparen angesagt. So nahm etwa Werder Bremen, das es in der Vorsaison bis ins Achtelfinale der Europa League brachte, 6,63 Millionen Euro ein. Eine Summe, die dem VfB in dieser Runde als Richtwert dienen könnte.
Das Fazit:
Die Einnahmen aus dem wirtschaftliche Rekordjahr 2009 sind beim VfB nicht glücklich in den Profikader investiert worden. Fraglich ist aber , ob der Verein in der aktuell sportlich angespannten Situation an seinem Vernunftskurs festhält.Hier sehen Sie die Transferbilanz von 2010 »
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