Kinder-Uni
Ein Arzt für die Bäume
Tanja Volz,
16.10.2010 13:58 Uhr
Beim Klettern auf eine Eiche hängt Annika buchstäblich in den Seilen. Foto: StZ
Stuttgart - Es ist gar nicht so schwer. Annika und Léonie ziehen sich strahlend nach oben, dem 17 Meter entfernten Ast einer Eiche entgegen. Gut gesichert hängen sie in den Seilen. Mit einer Art doppeltem Flaschenzug geht es fast ganz ohne Kraft in schwindelnde Höhen. "Anstrengender ist das Abseilen", meinen die beiden Mädchen. Mache man das zu schnell, tut das in den Handflächen weh.
"Kindern macht es riesigen Spaß in und auf Bäumen zu klettern", sagt Bernd Strasser, der seinem Bruder Gerhard am Tag der offenen Natur im Schönbuch beim "Baumklettern für Kinder" hilft. Und die beiden können sich kaum retten vor den begeisterten Wipfelstürmern, die stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen - und sich zwischendurch ein Autogramm holen, denn Bernd Strasser ist mehrmaliger Weltmeister im Baumklettern.
Doch eigentlich geht es ihm gar nicht so sehr um das Freizeitvergnügen. Vielmehr möchte er den Menschen die Natur, die Verletzlichkeit der Pflanzen nahebringen. Strasser ist Baumpfleger, eine Art "Doktor für die Bäume". Denn auch die stabilsten und größten Bäume können krank werden. Wird eine neue Straße gebaut, werden die Wurzeln oder der Stamm verletzt. Pilze schwächen auch den stärksten Riesen und sinkendes Grundwasser nimmt den Pflanzen die Nahrungsgrundlage, Umweltgifte stressen die Gewächse. Dann wird Strasser zu Hilfe gerufen, meistens von Städten und Gemeinden. Dabei spielt die Sicherheit eine große Rolle, schließlich sollen herabfallende Äste weder Kinder auf einem Waldspielplatz noch Besucher auf einem Friedhof oder Spaziergänger im Stadtpark treffen. Der Baumpfleger seilt sich an den Bäumen an: "Steigeisen würden Wunden in den Stamm reißen", erklärt er. Mühelos entfernt er Totholz aus den Baumkronen, das ahnungslose Menschen treffen und verletzen könnte.
Mittlerweile gibt es vermutlich keine Baumart, die der 42-Jährige noch nicht erklommen hat. Besonders gerne erinnert er sich an seinen Forschungsaufenthalt in den USA. Zusammen mit Wissenschaftlern untersuchte er Riesenmammutbäume im kalifornischen Sequoia Nationalpark. In 90 Meter Höhe entdeckten sie unbekannte Insekten, Lurche und Frösche. Sie untersuchten, wie der Baum so hoch wachsen kann und wie er in diesen schwindelnden Höhen noch an Wasser kommt. Bernd Strasser wollte gar nicht mehr nach unten und übernachtete im Baum. "Der Sonnenaufgang war unbeschreiblich dort oben", berichtet er.
Und er macht allen Kindern Mut, die sich nun überlegen, diesen eher unbekannten Beruf des Baumpflegers zu ergreifen. Schließlich hat auch ein Weltmeister mal klein angefangen: "Als Kind habe ich Bucheckern als Saatgut für den Förster gesammelt, um mir mein Taschengeld zu verdienen", erzählt er. Später sei er dann auf Bäume geklettert, weil es da noch mehr Bucheckern gab, die man abschütteln konnte. Ausgeweitet auf verschiedene Zapfen hat er als Junge viel Zeit in Bäumen verbracht. Und hat seine Naturverbundenheit zum Beruf, seinem Traumberuf, gemacht.
"Kindern macht es riesigen Spaß in und auf Bäumen zu klettern", sagt Bernd Strasser, der seinem Bruder Gerhard am Tag der offenen Natur im Schönbuch beim "Baumklettern für Kinder" hilft. Und die beiden können sich kaum retten vor den begeisterten Wipfelstürmern, die stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen - und sich zwischendurch ein Autogramm holen, denn Bernd Strasser ist mehrmaliger Weltmeister im Baumklettern.
Die Verletzlichkeit der Pflanzen
Doch eigentlich geht es ihm gar nicht so sehr um das Freizeitvergnügen. Vielmehr möchte er den Menschen die Natur, die Verletzlichkeit der Pflanzen nahebringen. Strasser ist Baumpfleger, eine Art "Doktor für die Bäume". Denn auch die stabilsten und größten Bäume können krank werden. Wird eine neue Straße gebaut, werden die Wurzeln oder der Stamm verletzt. Pilze schwächen auch den stärksten Riesen und sinkendes Grundwasser nimmt den Pflanzen die Nahrungsgrundlage, Umweltgifte stressen die Gewächse. Dann wird Strasser zu Hilfe gerufen, meistens von Städten und Gemeinden. Dabei spielt die Sicherheit eine große Rolle, schließlich sollen herabfallende Äste weder Kinder auf einem Waldspielplatz noch Besucher auf einem Friedhof oder Spaziergänger im Stadtpark treffen. Der Baumpfleger seilt sich an den Bäumen an: "Steigeisen würden Wunden in den Stamm reißen", erklärt er. Mühelos entfernt er Totholz aus den Baumkronen, das ahnungslose Menschen treffen und verletzen könnte.
Mittlerweile gibt es vermutlich keine Baumart, die der 42-Jährige noch nicht erklommen hat. Besonders gerne erinnert er sich an seinen Forschungsaufenthalt in den USA. Zusammen mit Wissenschaftlern untersuchte er Riesenmammutbäume im kalifornischen Sequoia Nationalpark. In 90 Meter Höhe entdeckten sie unbekannte Insekten, Lurche und Frösche. Sie untersuchten, wie der Baum so hoch wachsen kann und wie er in diesen schwindelnden Höhen noch an Wasser kommt. Bernd Strasser wollte gar nicht mehr nach unten und übernachtete im Baum. "Der Sonnenaufgang war unbeschreiblich dort oben", berichtet er.
Und er macht allen Kindern Mut, die sich nun überlegen, diesen eher unbekannten Beruf des Baumpflegers zu ergreifen. Schließlich hat auch ein Weltmeister mal klein angefangen: "Als Kind habe ich Bucheckern als Saatgut für den Förster gesammelt, um mir mein Taschengeld zu verdienen", erzählt er. Später sei er dann auf Bäume geklettert, weil es da noch mehr Bucheckern gab, die man abschütteln konnte. Ausgeweitet auf verschiedene Zapfen hat er als Junge viel Zeit in Bäumen verbracht. Und hat seine Naturverbundenheit zum Beruf, seinem Traumberuf, gemacht.
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