Kinder-Uni
Plauderstündchen in fremden Ländern
StZ,
26.11.2010 08:45 Uhr
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Axel Veiel, StZ-Korrespondent in Frankreich. Foto: StZ
Frankreich: Leguan im Hotel
Paris - So ein Umzug in ein anderes Land ist eine spannende Sache. Mein Sohn Rafael, elf Jahre alt, sitzt im Zug nach Paris und passt auf, dass Leguan, Schildkröte und Frösche, die mit umziehen, nicht ausreißen. Nebenher lernt er, dass Leguan auf Französisch "iguane" heißt, ausgesprochen: "igwan". Ich sage, dass er das Wort selten brauchen wird. Aber das ist falsch.
Einen Tag später, in einem Pariser Hotel, reißt das Tier aus. Die Hotelbesitzerin ruft uns zu Hilfe, und Rafael versteht sogleich, was Sache ist. "Die Frau hat ,igwan' gesagt", stellt er stolz fest. Der Leguan wird eingefangen und bezieht ein großes Terrarium. Rafael nimmt an der Schule Förderunterricht in Französisch. Ein halbes Jahr wird er nicht benotet. Aber dann doch. Die Noten gehen nach unten. Dennoch saugt er die neue Sprache auf wie ein Schwamm das Wasser. Die Rollen drehen sich herum. Heute frage ich Rafael, wenn ich ein französisches Wort nicht verstehe.
Axel Veiel, Paris
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