Kinderfreundliche Stadt Stuttgart
Gute Noten - und viel Nachholbedarf
Inge Jacobs,
16.03.2010 06:44 Uhr
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Den Bedarf an Krippenplätzen erfüllt Stuttgart bei weitem nicht. 3256 Kinder warten immer noch auf einen Platz. Foto: Zweygarth
""Stuttgart strahlt
Kinderfreundlichkeit nach innen und nach außen aus – das ist keine Eintagsfliege.""
Christian Böllhoff, Prognos-Gesellschafter
"Bei diesem Thema hat es nicht gereicht", sagte Böllhoff. Statt der angepeilten Förderung von 400 Wohnungen im Jahr durch das städtische Familienbauprogramm seien nur 240 erreicht worden. Auch seien Kinderverträglichkeitsprüfungen als Qualitätsstandard nicht verbindlich geregelt. In Sachen Spielplätze sei zwar die Zahl der Patenschaften gewachsen, jedoch auch die Zahl der sanierungsbedürftigen Plätze. Positiv sei, dass nun 126 der 139 städtischen Schulhöfe zum Spielen freigegeben seien.
Steigende Kinderzahlen sind für Stuttgart eine Herausforderung
Ein Extralob erhielt Stuttgart für seine Kinderbeauftragte Roswitha Wenzl, die sowohl intern als auch extern trotz beschränkter Ressourcen eine erfolgreiche Lobbyarbeit für Kinder betreibe und zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht habe. "Das Beispiel hat deutschlandweit Schule gemacht - da ist Stuttgart Vorreiter", so Böllhoff. "Insgesamt strahlt Stuttgart Kinderfreundlichkeit nach innen und nach außen aus - das ist keine Eintagsfliege", bilanzierte Böllhoff abschließend. Die steigenden Kinderzahlen in Stuttgart seien allerdings eine neue Herausforderung.
Stefan von Holtzbrinck, der Vorsitzende des Kuratoriums Kinderfreundliches Stuttgart, zeigte sich insbesondere über die 1000 ehrenamtlichen Mitarbeiter und ihren Einsatz erfreut. Oberbürgermeister Wolfgang Schuster äußerte sich zufrieden über das Ergebnis der Studie. Er räumte allerdings ein, beim Thema Wohnraum sei die Umsetzung schwierig, "weil Grundstücke nicht verfügbar sind - da werden wir uns weiterhin schwertun".
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Wohnraummangel wird sich auswirken
Stuttgart hat viel zu bieten für Kinder, keine Frage. Der springende Punkt ist aber der Mangel an bezahlbarem und familienfreundlichem Wohnraum. Da helfen die tollsten Kidsweeks nicht. Man tut das mit einem Schulterzucken ab: nicht genug Bauplätze. Die gibt es aber durchaus, die Stadt tut sich nur schwer, ihre Grundstücke entsprechend preiswert herzugeben. An Bauträger, die preisgünstig bauen, oder an Baugemeinschaften. Was so gut wie komplett fehlt sind Konzepte für familienfreundliches und in die Stadt integriertes Wohnen. Da ziehen andere Städte - Freiburg, Tübungen - an Stuttgart vorbei, und das wird sich in ein paar Jahren auswirken.
Respekt
Respekt für die Fortschritte bei den Kindertagesstätten und -krippen in Stuttgart. Der Vergleich mit Hamburg, München und Frankfurt zeigt deutlich, dass Stuttgart bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren hier zahlenmäßig deutlich an der Spitze liegt. Meinem Eindruck nach ist die Qualität der Betreuung und das Umgangsklima gut. Kompliment und weiter so auf diesem Weg .
kinderfreundlich?
Dank der kinderfreundlichen Kürzung der Zuschüsse für die Verkehrswacht Stuttgart um 90% kann der Verein die bisherige Arbeit zur Verkehrssicherheit der Kinder nicht so weiterführen. Verkehrskasper gestrichen, Radfahrerausbildung und Schulweghelfer gefährdet, ... Ganz klar, für Protzprojekte muss Geld dasein.