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Kinderfreundliche Stadt Stuttgart Gute Noten - und viel Nachholbedarf

Inge Jacobs, vom 16.03.2010 06:44 Uhr
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Den Bedarf an Krippenplätzen erfüllt Stuttgart bei weitem nicht. 3256 Kinder warten immer noch auf einen Platz. Foto: Zweygarth
Den Bedarf an Krippenplätzen erfüllt Stuttgart bei weitem nicht. 3256 Kinder warten immer noch auf einen Platz. Foto: Zweygarth
""Stuttgart strahlt Kinderfreundlichkeit nach innen und nach außen aus – das ist keine Eintagsfliege.""
Christian Böllhoff, Prognos-Gesellschafter

Stuttgart - Stuttgart ist dem hochgesteckten Ziel von OB Wolfgang Schuster, die kinderfreundlichste Großstadt Deutschlands zu werden, in den vergangenen fünf Jahren näher gekommen - allerdings nicht in allen Bereichen. Dies belegt eine Langzeitstudie, die der Förderverein Kinderfreundliches Stuttgart vor fünf Jahren beim Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos in Auftrag gegeben hat. Bei der gestrigen Vorstellung der Endauswertung bescheinigte Prognos-Gesellschafter Christian Böllhoff der Landeshauptstadt zwar erhebliche Anstrengungen beim Ausbau der Krippen- und Ganztagskitaplätze und eine gute Position im Vergleich mit anderen Großstädten. Doch zeige die Tatsache, dass 3200 Kinder auf der Warteliste stünden, dass noch viel zu tun sei.

Insgesamt habe Stuttgart auch bei dem Ziel zugelegt, Bildung allen Kindern zugänglich zu machen und auch Ehrenamtliche dabei einzubeziehen. Schlechte Noten kassiert die Landeshauptstadt, wenn es darum geht, mehr Wohnraum für Familien und Freiräume für Kinder zu schaffen. In der Bilanz habe Stuttgart jedoch "ein Klima geschaffen, in dem sich Kinderfreundlichkeit weiter entwickeln kann", sagte Böllhoff. Konkret wurde in der Studie die Entwicklung von drei Handlungsfeldern seit 2005 untersucht, deren Ergebnisse im Folgenden aufgeführt werden.

Positiv wird hier der Ausbau der Krippen auf nunmehr 4042 Plätze und eine Betreuungsquote von 26 Prozent gewertet. Trotz des erheblichen Ausbaus wurde die Zielsetzung von 2007, bis 2009 insgesamt 1500 neue Plätze zu schaffen, jedoch nicht erreicht. Auch die EU-Zielsetzung, bis 2010 eine Quote von 33 Prozent anzubieten, hat Stuttgart nicht erfüllt.

Bedarf an Krippenplätzen ist nicht gedeckt


Ebenfalls Nachholbedarf hat die Stadt beim Ausbau des Ganztagsangebots für Drei- bis Sechsjährige. Hier hat sich die Quote von 31 Prozent im Jahr 2005 auf aktuell 37 Prozent erhöht. Doch wurde damit weder die Empfehlung von Prognos von 50 Prozent erreicht, noch ist es Stuttgart hier gelungen, zum Vorreiter bei westdeutschen Großstädten zu werden (siehe Grafik). Allerdings liegt die Landeshauptstadt immer noch deutlich über dem baden-württembergischen Durchschnitt von 11,6 Prozent und im Land immerhin an zweiter Stelle nach Heidelberg (46,6 Prozent).

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Kommentare (7)
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MRZ
17
12:14 Uhr, geschrieben von Ralph Schneider
Wohnraummangel wird sich auswirken
Stuttgart hat viel zu bieten für Kinder, keine Frage. Der springende Punkt ist aber der Mangel an bezahlbarem und familienfreundlichem Wohnraum. Da helfen die tollsten Kidsweeks nicht. Man tut das mit einem Schulterzucken ab: nicht genug Bauplätze. Die gibt es aber durchaus, die Stadt tut sich nur schwer, ihre Grundstücke entsprechend preiswert herzugeben. An Bauträger, die preisgünstig bauen, oder an Baugemeinschaften. Was so gut wie komplett fehlt sind Konzepte für familienfreundliches und in die Stadt integriertes Wohnen. Da ziehen andere Städte - Freiburg, Tübungen - an Stuttgart vorbei, und das wird sich in ein paar Jahren auswirken.
MRZ
16
15:20 Uhr, geschrieben von Schwabenauge
Respekt
Respekt für die Fortschritte bei den Kindertagesstätten und -krippen in Stuttgart. Der Vergleich mit Hamburg, München und Frankfurt zeigt deutlich, dass Stuttgart bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren hier zahlenmäßig deutlich an der Spitze liegt. Meinem Eindruck nach ist die Qualität der Betreuung und das Umgangsklima gut. Kompliment und weiter so auf diesem Weg .
MRZ
16
15:16 Uhr, geschrieben von Gerhard Siegwart
kinderfreundlich?
Dank der kinderfreundlichen Kürzung der Zuschüsse für die Verkehrswacht Stuttgart um 90% kann der Verein die bisherige Arbeit zur Verkehrssicherheit der Kinder nicht so weiterführen. Verkehrskasper gestrichen, Radfahrerausbildung und Schulweghelfer gefährdet, ... Ganz klar, für Protzprojekte muss Geld dasein.
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