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Kindergarten in Hoffeld Das Geld ist vorerst weg
Rüdiger Ott, 20.02.2012 18:00 Uhr
Die Kita Sankt Johannes wird frühestens 2014 saniert. Foto: Sägesser
Die Kita Sankt Johannes wird frühestens 2014 saniert. Foto: Sägesser

Hoffeld - Es mag sich paradox anhören, aber für die Degerlocher Katholiken ist es eine gute Nachricht, dass sie vorerst keine 2,3 Millionen Euro von der Stadt bekommen. „Nach meinem Kenntnisstand ist das für 2012 und 2013 nicht mehr vorgesehen“, sagt Michael Pope, der zweite Vorsitzende im Kirchengemeinderat von Mariä Himmelfahrt. „Die Sanierung werden wir frühestens 2014 angehen.“

Das Geld war, wie berichtet, für die Katholiken überraschend im vergangenen Dezember für einen Neubau des Kindergartens Sankt Johannes in Hoffeld bewilligt worden. Sie hatten damit nicht gerechnet und waren sich nicht sicher, ob sie den geforderten Eigenanteil kurzfristig aufbringen könnten. Die Gemeinde muss zusammen mit dem Stadtdekanat 25 Prozent der Kosten tragen. Zudem gab es noch keine detaillierten Pläne für die Einrichtung an der Sprollstraße.

In dem Kindergarten werden derzeit in zwei Gruppen rund 40 Kinder betreut. Doch das Gebäude aus den 50er-Jahren ist baufällig, Risse ziehen sich durch die Wände, eine moderne Wärmedämmung ist nicht vorhanden. Es mangelt an vielem. Unter anderem sind die Räume zu knapp bemessen.

Der Degerlocher CDU-Stadtrat Joachim Rudolf bestätigt, dass die Gemeinde in naher Zukunft kein Geld bekommen wird. „Das Vorhaben ist in die mittelfristige Finanzplanung gerutscht“, sagt er. Doch ist die Sorge unbegründet, dass damit die Zuschüsse verfallen. „Die Mittel sind nicht gestrichen worden, sondern nur verschoben“, sagt Rudolf. „Sie sind bereits beschlossen und nicht mehr Thema bei den nächsten Haushaltsberatungen.“

Anwohner fürchten Lärm und Verkehr

Wenn die Planungen ausreichend fortgeschritten sind, werde der Gemeinderat das Geld freigeben. Doch müssten die Degerlocher Katholiken erst noch einige Fragen beantworten. „Was plant die Kirche, in welcher Größe und wo kommen die Kinder her?“, sagt der Christdemokrat. Auch will er wissen, ob es nicht einen alternativen Standort gebe.

Er nimmt Bezug auf Kritik, die von Anwohnern kommen. Sie fürchten mehr Lärm und Verkehr. Pope kennt die Argumente, seit 2009 erstmals über eine Sanierung gesprochen wurde. „Wir haben damals versucht, uns Angebote über die Kita hinaus zu überlegen“, sagt er. Unter anderem wurde die Möglichkeit diskutiert, eine Hebamme in dem Gebäude unterzubringen oder kranke Kinder zu versorgen, deren berufstätige Eltern kurzfristig Hilfe benötigen. „Aber wir wissen gar nicht, ob das unter der finanziellen Situation überhaupt machbar ist“, sagt Pope.

Auch über eine Alternative zur Sanierung von Sankt Johannes war gesprochen worden. Die Gemeinde hat an der Reutlinger Straße einen weiteren Kindergarten im Gemeindehaus. Und das Gebäude ist ebenso sanierungsbedürftig wie das in Hoffeld. „Wir haben 2009 untersucht, woher die Kinder kommen und welche Anfahrtswege die Eltern nehmen“, sagt Pope. „Und damals sind wir zu dem Schluss gekommen, dass der Standort in Hoffeld günstiger ist.“ Also beschloss der Kirchengemeinderat, sich auf die Sanierung der Einrichtung an der Sprollstraße zu konzentrieren.

Die Zeit bis 2014 wird die Gemeinde nun nutzen, um die notwendigen Pläne im Detail auszuarbeiten. „Das Stadtdekanat will die Mittel dafür bewilligen“, sagt Pope. Dies werde voraussichtlich im April geschehen. „Das wäre ein wichtiger Schritt, und damit wären wir weiter als noch vor einem Vierteljahr.“

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