Kindergipfel im Landtag Kinder dürfen in der Politik mitreden

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Sechs Schüler der Heusteigschule nehmen am zweiten Kindergipfel im Landtag von Baden-Württemberg teil. Mit rund 150 anderen Kindern aus dem Land haben sie dort mit Politikern über gesellschaftlich, relevante Themen wie Armut, Integration oder Bildung diskutiert.

Sechs Schüler und zwei Lehrerinnen von der Heusteigschule waren im Landtag. Foto: Nina Ayerle
Sechs Schüler und zwei Lehrerinnen von der Heusteigschule waren im Landtag.Foto: Nina Ayerle

S-Süd - Einmal da sitzen, wo sonst der Herr Kretschmann sitzt oder mit Politikern über Themen sprechen, die einem als Kind wichtig sind. Dustin, Daniel, Emre, Simran, Dilan und Sude von der Heusteigschule durften durften diese Erfahrung am Samstag machen. Sie nahmen am zweiten Kindergipfel des Landesjugendrings Baden-Württemberg teil. Vor allem der Elfjährige Emre Carki ist begeistert von dem Ausflug in die Politik. „Man hört ja über Politiker sehr viel, aber jetzt habe ich viel über Politik gelernt“, erzählt er.

Diskussionen über politische Themen

Mit ihren beiden Ganztagesbetreuerinnen von der Caritas, Sonja Greuter und Karin Stieler-Häcker, waren die sechs Schüler am Samstag den ganzen Tag zu Gast im Landtag – mit rund 150 weiteren Kindern. Dort seien sie in verschiedenen Gruppen eingeteilt gewesen , jeweils zu unterschiedlichen Themen, erzählt die zehnjährige Sude. Sie sei in der Gruppe „Integration und Asyl“ gewesen. „Wir haben darüber gesprochen, wer sich alles integrieren muss“, berichtet sie. Am Ende haben die Gruppen ihre Arbeit dann den Politikern und den anderen Kindern vorgetragen.

Daniel und Dustin haben sich mit Schule und Bildung beschäftigt. „Wir durften auch sagen, was wir gerne anders haben möchten“, sagt Dustin. Er habe den Politikern gesagt, dass er lieber gerne mehr Sport hätte und dafür keine Heftnoten. „Überhaupt sollen wir nicht für jeden Furz Noten kriegen“, sagt er und lacht.

Die Schüler wünschen sich mehr Farbe in ihrer Mensa

Mit welchen Politikern sie dort gesprochen haben, wissen die Schüler nicht mehr. Nur an die Landtagsabgeordnete Muhterem Aras können sie sich erinnern. Sie war nicht nur die Patin für die Kinder der Heusteigschule während des Gipfels, sondern hat sie auch am Tag vorher in ihrer Schule besucht. Der Grünen-Politikerin haben die Kinder ihre Wünsche zu ihrer Schule mitgeteilt und diese gemeinsam mit ihr auf ein großes Plakat geschrieben. Den gewünschten Kinderhelikopter oder einen Fahrstuhl für das Gebäude wird Aras allerdings kaum besorgen können. Doch sie habe versprochen, dass sie sich für den Wunsch nach einer farbigeren Mensa einsetzen werde, sagt Sonja Greuter, die sich im Rahmen der Schulkindbetreuung der Caritas mit den Kindern auf den Gipfel vorbereitet hat.

Insgesamt hat es allen gefallen im Landtag. „Die Kinder fühlen sich wie die Stars“, sagt Greuter und ergänzt: „Vor allem für uns ist es Wahnsinn, was sich hier bewegt, gerade weil wir einst als Brennpunktschule galten.“ Auch Emre hat nun durch den Kindergipfel einen Berufswunsch: „Ich würde schon gerne Politiker sein“, meint er. Aber ist er auch realistisch: „Politiker sein ist wirklich ein harter Job. Man muss auch mal was ablehnen können. Und oft muss man Rückschläge einstecken.“

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