Kindesmissbrauch im Kreis Biberach? Staatsanwaltschaft ermittelt
dpa, 10.03.2010 18:33 Uhr
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, machte sich am Mittwoch auf den Weg nach Rom zu einem Gespräch mit Papst Benedikt XVI. über die Welle von Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen. Foto: dpa
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, machte sich am Mittwoch auf den Weg nach Rom zu einem Gespräch mit Papst Benedikt XVI. über die Welle von Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen. Foto: dpa
Ravensburg - Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen ein ehemaliges Kinderheim der kirchlichen Stiftung Piuspflege im oberschwäbischen Attenweiler (Kreis Biberach) hat sich die Staatsanwaltschaft der Sache angenommen. Es werde ermittelt, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde Ravensburg am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Über die zuständige Diözese Rottenburg-Stuttgart soll das Opfer gefunden werden, dass sich beim Nachrichtenmagazin "Spiegel" gemeldet hatte. Dann werde geprüft, was passiert sei, was nachweisbar sei, wer die Taten begangen habe und ob diese möglicherweise bereits verjährt seien.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, machte sich am Mittwoch auf den Weg nach Rom zu einem Gespräch mit Papst Benedikt XVI. über die Welle von Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen. Der Freiburger Erzbischof will dem Papst an diesem Freitag in einer turnusmäßigen Audienz Bericht erstatten.

In Ravensburg will sich eine Kommission des Bistums nach Angaben eines Sprechers am 18. März und hinter verschlossenen Türen mit den Vorwürfen befassen. Am Freitag hatte der Diözesanrichter bereits mit drei Opfern gesprochen, die sich beim Bistum gemeldet hatten. Bis zur Kommissionssitzung soll auch mit dem ehemaligen Pfarrer des Kinderheims gesprochen werden, dem die Taten vorgeworfen werden. Der Diözesanrichter legt der Kommission dann seine Ergebnisse und Bewertungen vor. Darüber berät die Kommission und empfiehlt dem Bischof ein mögliches weiteres Vorgehen, erklärte der Sprecher. Vertreter von Staatsanwaltschaft oder Polizei hätten sich bislang aber noch nicht in der Diözese gemeldet.

Der Vorsitzende der Piuspflege war am Mittwoch zunächst nicht zu erreichen. In einem früheren Interview mit der "Schwäbischen Zeitung" hatte Pater Alfred Tönnis aber bereits gesagt, als Rechtsnachfolger müsse die Piuspflege sich entschuldigen, wenn sich die Anschuldigungen bewahrheiteten.

Kommentare (2)
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MRZ
10
Terminator, 20:06 Uhr

Kirchsteuerprivileg: Ende! Gehälter der Bischöfe aus Steuern: Ende!

Kirche: "Gehe zurück auf Los! Ziehe nicht 5000 DEM ein." Die Strafermittlung und -verfolgung liegt beim Staat. Nicht im Vatikan.

MRZ
10
Diakon Alex, 19:29 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt

Wieder ein neuer Skandal in der römisch-katholischen Kirche! Ist irgendjemand noch darüber überrascht? Ist die römisch-katholische Kirche ein Hort für Kinderschänder? Skandal über Skandal. Die Krone wird natürlich von dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz aufgesetzt, der jetzt Benny alles erklären muss. Ich hoffe er vergisst dabei nicht, ihm auch zu erklären, warum er die ketzerische Aussage gemacht hat, dass Jesus nicht für uns gestorben ist, sondern dass es ein Zeichen seiner Solidarität gewesen sei, gegenüber den Armen und Unterdrückten. Damit zweifelt der gute Bischof an der Göttlichkeit Christi! Es scheint doch sehr in der römisch-katholischen Kirche zu menscheln! Gott sei Dank ist jedoch die römisch-katholische Kirche nicht die einzige wahre und gültige katholische Kirche, und man hat doch als Katholik eine Wahl!