Kirchturm in Remshalden-Buoch Das Wahrzeichen bröckelt

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Der Turm der evangelischen Sankt-Sebastian-Kirche in Buoch muss dringend saniert werden. Für die kleine Kirchengemeinde sind die Kosten von 250 000 Euro eine Herausforderung. Deswegen wird Kunst, Kurioses und Praktisches wie Brennholz zugunsten der Kirche versteigert.

Sollte alles nach Plan laufen, könnte im kommenden Frühjahr mit der Turmsanierung begonnen werden. Foto: Frank Eppler
Sollte alles nach Plan laufen, könnte im kommenden Frühjahr mit der Turmsanierung begonnen werden. Foto: Frank Eppler

Remshalden - Sie ist der unbestrittene Mittelpunkt des Dorfes, vielfach auf Bildern verewigt: „Die Kirche in Buoch ist markant und identitätsstiftend“, sagt Wolfgang Adelhelm, der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Buoch. Und nicht nur das: Die Sankt-Sebastian-Kirche wurde 1270 das erste Mal urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten Kirchen in der Region. Der heutige Kirchenbau geht im Wesentlichen auf das frühe 16. Jahrhundert zurück und verfügt über viele spätgotische Elemente. Der unterste Stockwerk des Turms stammt sogar aus romanischer Zeit.

Ziegelteile und bröckelnder Mörtel waren der Auslöser

Ein Schmuckstück ist die Kirche zudem wegen der Fenster, die der viele Jahre in Buoch lebende Glaskünstler Hans Gottfried von Stockhausen mit Motiven aus der Bibel gestaltet hat. Auch deswegen zieht die Kirche sogar Besucher von auswärts an. Allerdings nagt der Zahn der Zeit an dem sakralen Kleinod: Der Turm muss dringend saniert werden. „Auslöser für die Überlegungen war, dass unsere Mesnerin immer wieder Stücke von Dachziegeln und bröckelnden Mörtel gefunden hat“, sagt Pfarrer Adelhelm. Nach einer ersten Begehung dachte man noch, es könne mehr oder weniger dabei bleiben, das Dach zu decken.

An einigen Stellen dringt Wasser ins Mauerwerk

Doch bei einer genaueren Maueruntersuchung zusammen mit Steinmetzen und Architekten wurden weitere Schäden entdeckt, vor allem am Übergang zwischen dem viereckigen Rumpf des Turms und dem darauffolgenden achteckigen oberen Teil des Turms. „In der Südostecke dringt Wasser ins Mauerwerk ein. Wenn man genau hinsieht, ist dort die Mauer auch anders gefärbt“, sagt Wolfgang Adelhelm.

Deswegen wird es nicht bei neuen Ziegeln bleiben: „Wenn das Gerüst einmal steht, ist es nur vernünftig, gleich den ganzen Turm fertig zu bauen“, sagt Adelhelm. Zumal der Gerüstbau bereits mit 35 000 Euro zu Buche schlägt. Im Zuge der Arbeiten sollen die Steine auf Schäden überprüft, ausgebessert, sanft gereinigt und wetterfest gemacht werden. Zudem soll beispielsweise der Blitzschutz erneuert werden.

Noch 50 000 Euro muss die Kirchengemeinde aufbringen

Insgesamt rechnet die Gemeinde damit, dass die Turmsanierung rund 250 000 Euro kostet. Etwa 60 000 Euro übernimmt die Landeskirche, 12 000 Euro der Kirchenbezirk. Einen Teil wird die Kommune tragen, aber einen großen Teil muss die Gemeinde mit ihren 670 Gemeindegliedern selbst stemmen. „Wir haben zwar ganz gut Rücklagen gebildet, aber trotzdem müssen wir noch etwa 50 000 Euro aufbringen“, erzählt Adelhelm. Dabei sei die Kirchengemeinde auf die Mithilfe des ganzen Dorfes angewiesen. „Viele beteiligen sich an dem Benefizwochenende und es gibt auch einige private Spender“, sagt Adelhelm.

Er hofft, dass mit dem Benefizwochenende ein erster großer Schritt getan ist, „aber wir werden uns noch weiter regen müssen.“ Sollte alles nach Plan laufen, könnte mit den Arbeiten im kommenden Frühjahr begonnen werden. „Der Handlungsbedarf ist da.“