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Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Nürtingen Der Schlüssel zum Heilungserfolg
Thomas Schorradt, 08.02.2012 15:00 Uhr
Geballte Kompetenz: Das Team um Chefarzt Klaus Kraft bei der Arbeit.     Foto:
Rudel Foto:  
Geballte Kompetenz: Das Team um Chefarzt Klaus Kraft bei der Arbeit. Foto: Rudel Foto:  
"Um als Operateur die notwendige Hand-Auge-Entkopplung zu erreichen, hilft nur Üben, Üben und nochmals Üben"
Dr. Klaus Kraft

Nürtingen - In den Nürtinger und Kirchheimer Operationssälen der Klinikgesellschaft Esslingen werden im Jahr 1000 Leistenbrüche operiert und jeweils rund 600 Gallenblasen und Blinddärme entfernt – gar nicht gerechnet die großen Eingriff an Magen, Dickdarm, Nebenniere oder Bauchspeicheldrüse. Nicht nur die Menge und die Erfahrung die dahinter steckt, sondern auch die dabei angewandte spezielle Technik der Schlüssellochchirurgie haben die Spezialisten der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie überzeugt: Die Berliner Dachorganisation hat dem Operationsteam um den Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Klaus Kraft, das Zertifikat „Kompetenzzentrum für Minimal Invasive Chirurgie“ verliehen.

Kraft mit internationalem Ruf

Der Arzt, der seit 20 Jahren mit Minikamera und Sonde operiert, befindet sich der Würdigung in bester Gesellschaft. Erst im März des vergangenen Jahres war das von seiner Schwester Barbara Kraft als Chefärztin geleitete Chirurgenteam des Stuttgarter Bethesda-Krankenhauses als Kompetenzzentrum ausgezeichnet worden.

Neben der Erfahrung im Operationssaal hat sich Klaus Kraft auch einen internationalen Ruf in Lehre und Forschung erarbeitet. Der Fachmann ist ein gefragter Referent auf Chirurgenkongressen und seine Operationen werden live in die Lehrsäle anderer Kliniken oder in die Hörsäle von Hochschulen übertragen. Viele Ärzten haben sich in Nürtingen und Kirchheim fortgebildet. Dieser Einsatz für die Lehre, die Forschung und die Weiterbildung schlägt sich im Etikett „Kompetenzzentrum“ nieder.

„Da reichen drei kleine Einstiche“

Bei der Laparoskopie, der Spiegelung des Bauchraums, operiert der Arzt am Bildschirm. Eine Kamera überträgt die Bilder aus dem Bauchraum, die Instrumente werden durch zuvor verlegte Ventilhülsen eingeführt. „Da reichen drei kleine Einstiche mit einem Durchmesser von jeweils fünf Millimetern, und wir sind drin“, sagt Kraft. Für den Patienten heißt das: weniger Schmerzen, weniger Komplikationen und vor allem eine wesentlich kürzere Genesungszeit. „Das Problem beim klassischen Operieren am offenen Bauch ist nicht die Bauchhöhle selbst, sondern das gegen Infektionen hochanfällige Unterhautfettgewebe der Bauchdecke“, sagt der Chefarzt. Zudem sei die Gefahr groß, dass die Narbe im Anschluss an eine Operation wieder aufbreche. Werde ein Leistenbruch minimal-invasiv behandelt, dann sei der Patienten sofort wieder belastungsfähig.

„Um als Operateur die notwendige Hand-Auge-Entkopplung zu erreichen, hilft nur Üben, Üben und nochmals Üben“, so Kraft. Der Chefarzt selbst arbeitet auch nach Dienstschluss an seiner Fingerfertigkeit. Geht es zum Essen zum Chinesen, dann greift er bewusst nicht nach Messer und Gabel, sondern nach den Stäbchen.

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