Krimikolumne

„Knochensplitter“ von Stuart MacBride Mit dem Schlimmsten rechnen

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Stuart MacBrides neuer Thriller „Knochensplitter“ hat 510 Seiten. Unser Kritiker Hans Jörg Wangner hat da kapituliert. Er mag auch keine Zehenamputationen.

Mr. MacBride lässt es splittern Foto: Verlag
Mr. MacBride lässt es splitternFoto: Verlag

Stuttgart - Nach 171 Seiten war dann Schluss. 171 Seiten von 510 – bösen Willen kann man mir beim besten Willen nicht unterstellen. Aber Stuart MacBrides „Knochensplitter“ gehört zu den Krimis, die im Prinzip einen ganz ordentlichen Plot haben, hier und da durchaus pointiert, deren handelnde Personen ihre großen und kleinen Macken aufweisen und dessen Bösewichter auch echte Bösewichter sind. Aber trotz dieser eigentlich korrekten Zutaten dümpelt die Handlung seltsam unentschlossen vor sich hin. Die Figuren bleiben blass, das Geschehen wird zum weißen Rauschen, aus dem ab und zu eine unterhaltsame oder spannende Passage aufblitzt.

MacBride erzählt die Geschichte einer Frau, die als Teilnehmerin einer Castingshow berühmt geworden ist. Sie und ihre Tochter geraten in die Fänge brutaler Entführer, die öffentlich mit der Polizei Katz und Maus spielen. In der Tat: man muss, wie der Klappentext verrät, mit dem Schlimmsten rechnen . . .

Der Schotte Stuart MacBride schreibe Krimis, „die einem bis zur letzten Seite den Schlaf rauben“, findet „Die Zeit“. Und „The Times“ wird mit der Beurteilung zitiert, er sei ein „fantastischer Autor“, „nichts für schwache Nerven“ und „schlicht brillant“. Die Kollegen werden schon wissen, warum sie das geschrieben haben. Für mich jedenfalls war an dem Punkt endgültig Schluss, an dem die Entführer ihrem kleinen Opfer zwei Zehen amputieren. Das muss ich nicht haben, das soll lesen, wer will.

Stuart MacBride: Knochensplitter. Roman. Aus dem Englischen von Andreas Jäger. Manhattan, München. 510 Seiten, 19,99 Euro. Auch als E-Book, 15,99 Euro.

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