Köhler gedenkt der Amokopfer "Alles ist anders als vorher"
dpa, Fotos: apn, ddp, dpa, epd, 11.03.2010 18:31 Uhr
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Winnenden - Ein Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden hat Bundespräsident Horst Köhler weitere Beschränkungen für den Zugang zu Waffen und strengere Regeln für Medien gefordert. Bei der Gedenkfeier am Donnerstag in Winnenden sagte er: "Es kann auch viel geschehen - noch mehr als bisher - damit gefährdete Menschen nicht an Schusswaffen gelangen und Schulen und ähnliche Orte noch besser vor Anschlägen geschützt sind."

Um schwere Verbrechen wie Amokläufe künftig möglichst zu verhindern, seien auch die Medien gefordert, sagte Köhler: "Wir brauchen klar definierte Berichterstattungsregeln, die gemeinsam mit den Medien erarbeitet werden; wir brauchen einen medienübergreifenden Pressekodex im Geist der Prävention." Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass detaillierte Berichte über die Täter Nachahmer auf den Plan rufen.

Am 11. März 2009 hatte ein 17-jähriger ehemaliger Schüler an der Albertville-Realschule acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Auf seiner Flucht nach Wendlingen tötete er drei weitere Menschen und sich selbst. Die Waffe hatte er unverschlossen im Schlafzimmer seiner Eltern gefunden.

Rund 900 Trauergäste


Rund 900 Schüler, Lehrer und Hinterbliebene waren am Donnerstagmorgen zum stillen Gedenken zusammengekommen. Sie trauerten in der Hermann-Schwab-Halle gegenüber der Albertville-Realschule unter Ausschluss der Öffentlichkeit um die 15 Opfer der Bluttat. Nach Angaben eines Teilnehmers wurden auf einer Videoleinwand Bilder aus dem Leben der Opfer gezeigt und Gedichte vorgetragen.

Zum Zeitpunkt des Gewaltverbrechens vor einem Jahr um 9.33 Uhr bildeten die Trauernden eine Menschenkette an der Schule. Zugleich läuteten alle Kirchenglocken in Winnenden. In der Innenstadt verließen viele Menschen die Geschäfte und gesellten sich zu den Passanten, die auf den Straßen stehen blieben und im Gedenken verharrten.

Bei der zentralen Gedenkstunde mit dem Bundespräsidenten legten Schüler vor der Realschule Gedenkplatten und Blumen für die Opfer nieder. Zum Abschluss wollten Schüler, Politiker und andere Gäste mit großen Kieseln, auf die Wünsche geschrieben werden können, einen "Weg in die Zukunft" bauen.

Baden-Württemberg ordnete für den ersten Jahrestag des Amoklaufs an öffentlichen Gebäuden Trauerbeflaggung an. Der Veranstaltungsort war weiträumig abgesperrt. 300 Polizisten waren im Einsatz, viele von ihnen in ziviler Kleidung.
Kommentare (7)
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MRZ
13
Mike, 23:22 Uhr

Es nervt langsam

ja ja ja..und wieder wird hier mal wieder wirr gelabbert. Killerspiele... sollen schuld sein ?? glaubt ihr das wirklich ???... ich selbst spielte schon solche Games und ich finde es nicht schlimm. Bzw hatte nie den Gedanken jemanden nun umzunieten. (Und ich war auch im Schützenverein) Denn wenn ich mir was kaufe, möcht ich es auch so haben wie es von den Entwicklern vorgesehen war und nicht eine beschnittene Version. Das ist meine Meinung! Ich bin für diese Games. Und die wirklichen Spiele sind ab 18..auch wenn beschnitten. Da sollten doch eher mal die Eltern schauen was ihre Kinder treiben. Anstatt zu Fordern sowas zu verbieten. Und wenn er nun keine Pistole gefunden hätte.. dann wäre es halt ein großes Küchenmesser gewesen! So einfach wäre das. BTW: Es ist ein Jahr her und ich hoffe nicht, daß es nächstes Jahr wieder so einen Wirbel darum gibt. Ansonsten kann man jeden Tag bestimmt irgendwas zuordnen.

MRZ
11
Horst, 23:05 Uhr

Alles ist anders als vorher

Es ist viel geredet, diskutiert, analysiert und gefordert worden seit diesem schrecklichen 11. März 09. Wirklich gravierende Veränderungen sind noch wenige passiert. Vielleicht liegt es u.a. daran, daß zu viele darauf warten, daß "es" die anderen tun. Die Politik soll z.B. die Killerspiele verbieten. Vergessen wir da nicht, daß Erziehung immer noch in erster Linie im Elternhaus passiert (passieren sollte). Warum also verbieten die Eltern ihren Kindern solche Spiele nicht? Warum können sie diese unkontrolliert am PC in ihrem Zimmer spielen? Vielleicht, weil sie dann nicht so anstrengend sind und man sich nicht selber mit ihnen beschäftigen muss? Die Politik/der Staat soll sich zwar nicht zu sehr in die Privatsphäre einmischen, aber wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist, soll er reagieren und zwar möglichst sofort. Wie sagte der Herr Bundespräsident heute so treffend: wir können bei uns anfangen, das ist gut.

MRZ
11
Christiane, 18:33 Uhr

Jahrestag von Amoklauf

Alle vier Kommentare (siehe unten) sind super, hier gibt es nichts mehr hinzuzufügen außer: mehr davon und bitte veröffentlichen!!!!

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