Köngen In Sachen Lärm sind die Bürger gefragt

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Die Gemeinde Köngen will die Bevölkerung bei der Fortschreibung ihres Lärmaktionsplans einbinden. Unter anderem sollen die Bürger in einem Fragebogen mitteilen, wo, wie stark und durch was sie mit Krach belastet werden.

Die Gemeinde Köngen will ihre Bürger vor Lärm schützen. Foto: Pascal Thiel
Die Gemeinde Köngen will ihre Bürger vor Lärm schützen.Foto: Pascal Thiel

Köngen - Bis zum Ende des Jahres will Köngen seinen Lärmaktionsplan fortschreiben und überprüfen. Dabei setzt die Gemeinde verstärkt auf eine Beteiligung ihrer Bürger. Deshalb wird sich laut dem Bürgermeister Otto Ruppaner am 29. Januar im Briefkasten eines jeden Haushalts ein Fragebogen finden, mit dem die Verwaltung und das mit dem Gutachten beauftragte Augsburger Ingenieurbüro Möhler und Partner erfahren wollen, wer wo und durch was mit Lärm belastet wird.

Alle Lärmquellen werden erfasst

Quellen für Krach gibt es rund um die etwa 9600 Einwohner zählende Gemeinde genug: Verkehrslärm von der Autobahn 8, der Bundesstraße 313 und der Landesstraße, vom Flughafen her und von der nahen Bahnlinie sowie künftig von der geplanten ICE-Trasse. „Alle Lärmquellen im Ort sollen berücksichtigt werden“, erklärte der Bürgermeister Otto Ruppaner in einem Pressegespräch. Letztlich sollen die von Möhler und Partner organisierte Befragung, deren Analyse und die daraus resultierenden Ergebnisse in das Gutachten einfließen. Im Kern geht es Otto Ruppaner zufolge darum festzustellen, wer wie von Lärm betroffen ist, welche Maßnahmen den größten Nutzen bringen und ob diese im Verhältnis zu den zu erwartenden Kosten und Eingriffen in die Natur stehen.

Für Roozbeh Karimi vom Büro Möhler und Partner ist die Fragebogenauswertung sehr wichtig, „denn die Bürger sind in der Gemeinde, in der sie leben, die größten Experten für Lärmbelastungen“. Zudem laufe der Prozess zur Erstellung eines Lärmaktionsplans „leichter und möglicherweise auch problemloser ab“, wenn sich die Menschen frühzeitig einbringen würden. Dazu bekommen sie nicht nur beim Ausfüllen des Fragebogens Gelegenheit, sondern auch bei einem vor der Sommerpause geplanten Workshop, bei dem die Ergebnisse vorgestellt werden. Zudem hofft Karimi dann auf Ideen, „die uns weiter bringen“.

Jede Meinung hilft den Planern

Der Diplom-Ingenieur hat auch in der Nachbarstadt Wendlingen diesen Prozess mitbegleitet. Dort seien rund zwölf Prozent der Fragebogen ausgefüllt zurückgesendet worden – „ein sehr gutes Ergebnis“. Ein solches wünscht er sich auch für Köngen: Sollten von den an 4700 Haushalte verteilten Bögen bis zum letztmöglichen Abgabetermin am 16. Februar 200 ausgefüllt werden, „wäre das eine schöne Sache, aber es darf gerne auch mehr sein“. Denn jede Meinungsäußerung bringe die Planer weiter.

Eigentlich war die vor mehr als sechs Jahren gestartete Lärmaktionsplanung schon 2012 abgeschlossen. Doch das Verkehrsministerium war mit dieser nicht zufrieden gewesen: Unter anderem hatte die Behörde eine mangelnde Bürgerbeteiligung kritisiert.

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