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Kohlendioxid-Ausstoß in Stuttgart Stadt hat Ziele beim Klimaschutz verfehlt

Wolfgang Schulz-Braunschmidt, vom 18.01.2012 14:45 Uhr
In Stuttgart kommen  immer noch zu viele  Klimakiller  aus den Kaminen. Foto: dpa
In Stuttgart kommen immer noch zu viele Klimakiller aus den Kaminen. Foto: dpa

Stuttgart - Der Schutz des Klimas hat am Dienstag die Debatte im Ausschuss für Umwelt und Technik bestimmt. Von 1990 bis 2010 ist der Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid (CO2) in der Landeshauptstadt um rund zwölf Prozent zurückgegangen. Damit hat die Stadt ihre eigenen Ziele deutlich verfehlt. Denn im Jahr 1994 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Treibhausgase bereits bis 2005 um 30 Prozent zu reduzieren. Bei der Fortschreibung des im Jahr 1998 beschlossenen Klimaschutzkonzepts (KLIKS) wurde das Reduktionsziel sogar auf 40 Prozent bis 2020 angehoben. Diese Marge entspricht auch dem erklärten Ziel der Bundesregierung.

„Davon sind wir allerdings weit entfernt“, sagte Ulrich Reuter, der Leiter der Abteilung Klimatologie im Umweltamt. Der CO2-Ausstoß je Einwohner sei zwischen 1990 und 2005 lediglich von 9,7 auf 8,9 Tonnen zurückgegangen. Die Stadt wolle den CO2-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent senken. Und das Klimabündnis Europäischer Städte, dem Stuttgart angehöre, möchte die CO2-Werte bis 2030 halbieren.

Die vergangenen Jahre waren zu warm

„Der Klimawandel hat längst begonnen“, erklärte Reuter. Die Zahl der zu warmen Jahre habe in den beiden vergangenen Jahrzehnten zugenommen. „Auch 2011 war zu warm.“ Gleichzeitig gebe es auch immer mehr heftige Unwetter. „Wir müssen uns rasch an den Klimawandel anpassen.“

Der Klimatologe wies auch darauf hin, dass schon einiges erreicht worden sei. Dank Energiesparmaßnahmen habe die Stadt von 1990 bis 2010 rund 204 000 Tonnen CO2 eingespart. Auch der gut ausgebaute Nahverkehr schone die Atmosphäre. Bei der Stadtentwicklung gebe es ein grünes Leitbild: statt Außenflächen zu bebauen, würden innerstädtische Brachen genutzt. Neben Frischluftschneisen und mehr Grün seien künftig aber auch Klimaanpassungsstrategien zu entwickeln. „Wir brauchen wegen der bereits heute unvermeidbaren Erwärmung Vorkehrungen, um auch in Zukunft in der Innenstadt noch angenehm wohnen und arbeiten zu können“, sagte Reuter. Deshalb werde die Stadt im Frühjahr dazu ein Konzept vorstellen. Auch die neuen Stadtwerke sollen laut Baubürgermeister Matthias Hahn sparsame Heizsysteme auf Mietbasis anbieten.

Stadträtin moniert „anspruchsloses Ziel“

„Der Schutz des Klimas ist schwierig, weil das Thema im Alltag kaum zu fassen ist“, sagte die Grünen-Stadträtin Anna Deparnay-Grunenberg. Es könne aber nicht angehen, das die Stadt selbst ihre schwachen Ziele verfehle. Es seien größere Anstrengungen erforderlich.

Der CDU-Stadtrat Philipp Hill forderte eine Kostenübersicht, um aufzeigen zu können, was Stuttgart beim Klimaschutz schon alles leiste. Und die SPD-Fraktionschefin Roswitha Blind hob hervor, dass bei den Haushaltsberatungen mehr Geld für städtische Energiesparmaßnahmen und mehr Planstellen im Energiesektor geschaffen worden seien. „Wir müssen uns mehr anstrengen, bis 2020 nur 20 Prozent CO2 einzusparen ist ein anspruchsloses Ziel.“ Bis 2050 müssten die Industrieländer ihre Emissionen um 80 Prozent verringern.

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Kommentare (20)
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JAN
19
09:28 Uhr, geschrieben von Empörter
Stadt hat Ziele verfehlt
... und was ist mit der 'Schadstoffplakette'? Auch der Vergleich der benachbarten Städte Mannheim und Ludwigshafen - die Eine mit, die Andere ohne Umweltzone - zeigt, daß die Umweltzonen nichts bringen ... außer dem Stadtsäckel, der für den Aufbäpper kassiert, bei einem Kennzeichenwechsel sogar gleich mehrfach für dieselbe Karre. Auch die neue Bewertung des Schadstoffausstosses bevorzugt wieder die SUVs (SUV = sinnlos Umwelt verpesten) und andere Stinker, die unnütz Sprit verbrauchen. Davon profitieren nur die klammen Stadtsäckel sowie die Autohändler und -Hersteller, wenn dank der UNSINNszonen ein anderes Auto angeschafft werden muss.
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JAN
19
08:25 Uhr, geschrieben von naseweis
welttemperatur
ooooch, die temperatur in stuttgart steigt! weltweit betrachtet fällt sie seit jahren! aber angst macht hier politik (wie man auch an de schafherdenartigen vergabe von negativen bewertungen ablesen kann) und unsere ökostalinisten drehen weiter an der angstschraube um den bürgern (und da vor allem den autofahrern) das geld aus der tasche zu ziehen. wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es mehr skepsis und kritischer verstand bei der schafherde naseweis, naseweis
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JAN
19
07:20 Uhr, geschrieben von kdh
Ein Klacks für das Kliks
Einerseits setzte sich die Stadt ein Klimaziel, andererseits duldete sie, dass Lastwagen mit Müll (von irgendwo auf der Schwäbischen Alb) ständig zur Müllverbrennungsanlage nach Stuttgart-Münster fahren dürfen. Die dachten wohl: "Das ist nur ein Klacks für das Kliks." In Wirklichkeit ist es Politik, vorgetragen mit gespaltener Zunge.
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