Kolumne 11 Freundinnen (11) Männerflüsterin

Frauen, Männer, Fußball – eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung Foto: dapd
Frauen, Männer, Fußball – eine verhängnisvolle DreiecksbeziehungFoto: dapd

Stuttgart - Zunächst die bittere Wahrheit: fast 30 Prozent der deutschen Männer schauen Fußball lieber mit ihren Kumpels als mit ihrer Partnerin. Ebenso viele geben an, sie hätten ihre Freundin oder Ehefrau beim Fußballschauen schon einmal als „störend“ empfunden. Das will das renommierte, allseits bekannte Marktforschungsinstitut Innofact herausgefunden haben. Warum es überhaupt nötig war, diese lächerlichen 30 Prozent herauszufiltern, verstehe wer will. Sehen wir es positiv: bei 70 Prozent ist es genau andersherum!

Doch es gibt Perfektionisten, denen das nicht genug ist. Zu denen gehört Jessica Kastrop. Die 38-Jährige moderiert seit 2009 die Bundesliga und die Europa League auf Sky und will die Frauen zu Männerflüsterinnen, also zu Fußballfreundinnen, machen. Mit guten Ratschlägen aus ihrem Buch „Liebe in Zeiten der Champions League“ tingelt sie zur Zeit von Talkshow zu Talkshow und verkündet ihre Botschaft, die da lautet: Frauen, habt keine Angst vor Fußball! Kastrop wartet mit einer Art Beziehungsratgeber auf, der sowohl Frauen als auch Männern das Zusammenleben in Fußball-Hochphasen erleichtern soll. Wie ein Fuchs hat sie beobachtet: „Ein Fußballspiel zu schauen ist nicht das gleiche wie mit den Freundinnen ,Sex and the City’ anzuschauen. Schließlich geht es um Sport, um harten Männersport und nicht um Ballett.“ Gut, dass es endlich mal jemand erkannt hat.

Da sie es ja nur gut meint, spült sie bittere Wahrheiten psychologisch wertvoll weich: „Frauen müssen verstehen, dass der Fußball keine Bedrohung ist. Zum Fußball hat der Mann eine Beziehung, seit er fünf Jahre alt ist. Er kann sich dreimal scheiden lassen, aber er wird nie seinen Verein wechseln. Frauen sollten seine Fußballliebe nicht persönlich nehmen.“

Für die oben genannten bösen 30 Prozent der Männer hat Kastrop ebenfalls gute Tipps parat: „Wenn die Frauen anfangen sich zu interessieren, dann sperrt sie nicht aus. Verzichtet auf Sätze wie ‚Wenn du mitguckst, das nervt‘, ‚Das verstehst du sowieso nicht‘ oder ‚Du stellst eh nur doofe Fragen.‘“ Jetzt mal ne ganz doofe Frage: wann ist die Paartherapie vorbei beziehungsweise: wann ist endlich Endspiel?

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