Kolumne „Angeklickt“ Ich bin Charlie – und Ahmed

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Die Solidarität mit den Opfern des „Charlie Hebdo“-Attentats wächst: Nach „Je suis Charlie“ posten viele Nutzer inzwischen „Je suis Ahmed“ – und greifen eine andere Netztradition auf.

Ich bin Charlie haben nach dem Charlie-Hebdo-Anschlag viele geschrieben. Inzwischen gedenken viele Nutzer mit demselben Spruch dem Polizisten Ahmed Merabet. Foto: privat
"Ich bin Charlie" haben nach dem Charlie-Hebdo-Anschlag viele geschrieben. Inzwischen gedenken viele Nutzer mit demselben Spruch dem Polizisten Ahmed Merabet. Foto: privat

Stuttgart - Der Anschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und die darauffolgenden Ereignisse spiegeln sich selbstverständlich auch in den sozialen Medien wider – und zwar häufig in Form von Einträgen, die mit einem oder mehreren Hashtags versehen sind. So entsteht aus vielen kleinen ein großes, kollektives Statement.

Während also die Online- und in diesem Fall auch die Offline-Welt – darunter die Stuttgarter Stadtverwaltung – sich mithilfe von „Je suis Charlie“-Bannern („Ich bin Charlie“) solidarisch zeigte, erinnern jetzt viele Nutzer an Ahmed:

 

 


„Je suis Ahmed“ heißt auf Deutsch „Ich bin Ahmed“. Gemeint ist Ahmed Merabet: Das ist der Streifenpolizist, der vor der „Charlie Hebdo“-Redaktion erschossen wurde; das Video davon ging um die Welt. Wie etwa die „Daily Mail“ berichtet, war Merabet muslimischen Glaubens.

In den sozialen Medien machen viele augenscheinlich muslimischen Nutzer von dem Hashtag #jesuisahmed Gebrauch – oftmals in Verbindung mit dem Schlagwort #notinmyname. Damit schließen die Nutzer (neuerdings auch auf Facebook) an eine Bewegung aus dem Jahr 2014 an, als sich unter diesem Hashtag zahlreiche Muslime gegen den Terror der Milizen des „Islamischen Staats“ positionierten, der nicht in ihrem Namen mordet. Hier gibt es eine Website mit Videostatements zum Schlagwort.