Kolumne Ludwigsburg Krieg, Stau, Kürbisse

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Das Sommerloch im Landkreis war gar nicht so langweilig wie vermutet. Langzeiturlauber, die dieser Tage nach ihrer Rückkehr fragen: „Hab ich was verpasst?“, muss man antworten: „Leider ja“.

In der Kürbisausstellung geht’s ums alte Rom. Foto:  
In der Kürbisausstellung geht’s ums alte Rom. Foto:  

Kreis Ludwigsburg - Diese Kolumne ist für all jene gedacht, die so schlau waren, in den heißen Wochen während der Sommerferien in kältere Gefilde zu entfliehen. Wir belohnen Ihre freiwillige mehrwöchige Nachrichtenabstinenz nun mit einem Best-of der Schlagzeilen der vergangenen sechs Wochen – damit Sie auch wieder auf dem aktuellen Stand der Dinge sind. Gleich vorab: Nein, die Stadtbahndiskussion ist immer noch nicht entschieden, und der Atomschutt soll immer noch auf die Kreisdeponien. Aber jenseits dessen müssen wir auf die obligatorische Frage: „Hab ich was verpasst?“, antworten mit: „Leider ja“.

Die Sommerferien begannen mit einer diplomatischen Krise. Ende Juli wird bekannt, dass Kornwestheim und Remseck eine Flüchtlingsunterkunft direkt an der Gemarkungsgrenze zu Ludwigsburg planen. Große Aufregung in Ludwigsburg, der OB Spec sprach von einer „Kriegserklärung“. Zwei Wochen später glätteten sich die Wogen zwischen den Städten wieder, Kornwestheim will erst einmal prüfen, was da nun überhaupt hinkommen soll.

Eine Ampel in Remseck produziert Unmut

Sehr viel näher an einem Krieg ist die Auseinandersetzung von rockerähnlichen türkischen und kurdischen Gruppierungen, die auch in diesem Sommer unvermindert heftig weitergeführt wurde. Eine Messerstecherei vor einer Shisha-Bar in Bietigheim-Bissingen wird demnächst vor Gericht verhandelt. Derweil sind die Osmanen Germania in der Region durch eine Verhaftungswelle geschwächt worden.

Unmut, wenn auch nicht so deutlichen wie zwischen Ludwigsburg und Kornwestheim, gab’s im Fall der Pförtnerampel in Remseck. Die Mitte August in Betrieb genommene Anlage soll den Stau im Stadtteil Neckarrems auflösen – indem sie ihn kurzerhand vor die Ortsgrenze schiebt. Nun staut es sich eben in Hegnach.

Die A 81 schafft es mehrmals in die Schlagzeilen

Stichwort Stau – neben fröhlichen Straßenfesten und gutem Wetter jenes Element, das der Urlauber sowohl in fernen Landen als auch hier finden kann. Das Stau-Dorado findet man im Landkreis auf der A81. Die Autobahn hat während der Ferien gleich dreimal Schlagzeilen produziert. Einmal, weil ein Blitzer bei Ditzingen Tempo 60 überwachte, obwohl noch Tempo 100 ausgeschildert war, und jetzt ein Anwalt dagegen vorgeht.

Ein anderes Mal, weil es in der Baustelle des Engelbergtunnels an einem Tag gleich dreimal gekracht hatte. Wir haben nachgefragt: Zwischen Ende Juli und Ende August gab es an dieser Engstelle 23 Unfälle. Und zuletzt, weil eine Aktionsgemeinschaft gegen Lärm an der A81 nun endlich wissen wollte, wie der Stand der Dinge bezüglich der temporären Freigabe der Seitenstreifen und bezüglich Lärmschutz ist. Seit dem Jahr 2009 zumindest hat sich da nicht viel getan.

Einiges bleibt dann doch beim Alten

Auch bei anderen Themen hat sich im Landkreis in diesem Jahr nicht viel verändert – in diesen Fällen haben die Nachrichten jedoch etwas Beruhigendes: beim Schäferlauf in Markgröningen hat wieder ein Sprössling aus der Familie Erhardt gewonnen, beim Pferdemarkt in Bietigheim-Bissingen gab es wieder keine größeren Zwischenfälle und bei der Kürbisausstellung im Blühenden Barock hat man mal wieder den Weltrekord in Sachen Kürbisvielfalt geknackt. Ob es sich also rückblickend gelohnt hat, in Anbetracht all dieser Ereignisse in den Urlaub zu fahren, können jedoch nur Sie selbst entscheiden.