Kommentar Privatisierte Sicherheit
"Leonberger Kreiszeitung", 13.05.2011 02:35 Uhr
Videoüberwachung Mit schwarzen Sheriffs und Kameras entließe Hemmingen das Land aus seiner polizeilichen Pflicht. Das ist der falsche Weg. Von Daniel Völpel

Theoretisch klingt alles ganz einfach: zweimal gab es an der Schule Straftaten, also hängt man eine Kamera auf. Die Jugendlichen im Ort lassen sich nicht bändigen, also schickt man schwarze Sheriffs. Dabei geraten die Verwaltung und die Politik in Hemmingen in die Gefahr, wichtige Punkte zu übersehen.

Zum einen doktert man nur an den Symptomen herum und lässt die Ursachen außen vor. Dauerhafte Verbesserungen wird man so nicht erreichen. Stattdessen droht eine Rüstungsspirale: Kameras an der Schule? Dann gehen die Jugendlichen eben in den Schlosspark. Stellt man dort auch Kameras auf, nur um damit keinen Fall von Vandalismus zu verhindern, aber vielleicht ein Täterbild zu erhalten?

Zum anderen entlässt man mit der Kommunalisierung und Privatisierung von Sicherheit den Staat aus seiner Pflicht, die Bürger zu schützen. Dass die systematisch ausgedünnte Polizei Kameras befürwortet, ist nachvollziehbar. Dass Kommunen aber in Schulen filmen, anstatt beim Land mehr Ordnungshüter einzufordern ist der falsche Weg. Dann wären bald nur noch diejenigen geschützt, die es sich leisten können.

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