Kommentar zu Daimler Kein Lob von der Börse
Harry Pretzlaff, 28.07.2010 07:06 Uhr
Daimler Für Daimler-Mitarbeiter läuft es derzeit besonders gut. Erst wurde die Tariferhöhung auf Februar vorgezogen » (plus 2,7 Prozent), dann gleich zwei Sonderzahlungen angekündigt ». Ende Februar überweist der Stuttgarter Autobauer zunächst einmal 125 Millionen Euro Jubiläumsbonus an die Belegschaft. Die Zahlung ist gestaffelt und abhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Minimal sollen 200 Euro, maximal sollen 1000 Euro pro Mitarbeiter überwiesen werden. Dazu erhält jeder Tarifmitarbeiter eine Erfolgsbeteiligung von pauschal 3150 Euro, die Ende April ausgezahlt werden soll. Die neueste Idee: Belegschaftsaktien, Details sollen nach StZ-Informationen » in den nächsten Wochen verkündet werden. Foto: dpa
Daimler
Für Daimler-Mitarbeiter läuft es derzeit besonders gut. Erst wurde die Tariferhöhung auf Februar vorgezogen » (plus 2,7 Prozent), dann gleich zwei Sonderzahlungen angekündigt ». Ende Februar überweist der Stuttgarter Autobauer zunächst einmal 125 Millionen Euro Jubiläumsbonus an die Belegschaft. Die Zahlung ist gestaffelt und abhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Minimal sollen 200 Euro, maximal sollen 1000 Euro pro Mitarbeiter überwiesen werden. Dazu erhält jeder Tarifmitarbeiter eine Erfolgsbeteiligung von pauschal 3150 Euro, die Ende April ausgezahlt werden soll. Die neueste Idee: Belegschaftsaktien, Details sollen nach StZ-Informationen » in den nächsten Wochen verkündet werden. Foto: dpa
Stuttgart - Daimler hat bei der Kommunikation mit dem Kapitalmarkt kein gutes Händchen. Der Autobauer hat sein Gewinnziel am Dienstag kräftig angehoben. Doch die Daimler-Aktie ging auf Talfahrt und war der größte Verlierer unter den Dax-Werten. Dass der Stuttgarter Konzern solche irritierenden Kursbewegungen auslöst, hängt damit zusammen, dass er seine Informationen häppchenweise in einer Weise präsentiert, die Anlegern Rätseln aufgeben kann. Denn schon vor zwei Wochen hat Daimler überraschend einige Eckdaten zur Ertragsentwicklung im zweiten Quartal veröffentlicht. Zugleich kündigte der Konzern eine Anhebung der Prognose für das zweite Quartal an, ließ das Ausmaß aber offen. Zu den vorgelegten Eckdaten gab es allerdings nur wenige sehr knappe Erläuterungen, die kein klares Urteil über die Geschäftsentwicklung ermöglichten. Somit hat der Konzern eher die Spekulation befördert als Transparenz geschaffen.

Daimler hat in diesem Jahr bereits mehrfach Irritationen an den Börsen ausgelöst. Bei der Präsentation der Bilanz am 18. Februar kam es zu einem Kurseinbruch, weil der Verlust im vergangenen Jahr höher als erwartet ausgefallen war, zudem die Dividende gestrichen wurde und der damals in Aussicht gestellte Konzerngewinn die Börsianer enttäuschte.

Im April wiederum gab es einen kräftigen Kursanstieg, nachdem das Unternehmen das Gewinnziel für die beiden Sparten Mercedes-Benz und Lastwagen überraschend angehoben hatte. Dennoch hagelte es damals Kritik von Aktionärsvertretern und Analysten. Denn nur eine Woche zuvor hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Hauptversammlung keinen Hinweis darauf gegeben, sondern das alte Gewinnziel bekräftigt.

Daimler-Chef Zetsche betont immer wieder, dass der Konzern in allen Bereichen Bestleistungen bieten wolle. Bei der Kommunikation mit den Kapitalmärkten gibt es hier noch einigen Nachholbedarf.
Kommentare (1)
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JUL
28
Kurt Huppenbauer, 09:52 Uhr

Endlich wieder Ertragssteuern

Der ungeprüfte Zwiwchenbericht der Daimler AG für das 1.Halbjahr 2010 (Konzernabschluss) signalisiert erfreulicherweise auch, dass der Autobauer immerhin wieder mit 952 Millionen Euro Ertragssteuer- zahlungen die defizitären Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden nach einer jahrelangen Durststrecke dotieren muss, nachdem er noch in der Vorjahresperiode diese Haushalte durch Steuerstattungen in Höhe von 500 Millionen Euro belastete und den Finanzministern und den Stadtkämmerern zusätzliche Sorgenfalten in ihre Gesichter bügelte. Wenn das kein Grund zur Freude ist?!