Kommentar zu neuem Studienfach Ein deutscher Islam
Sibylle Thelen, 15.10.2010 13:39 Uhr
Die Entscheidung markiert einen bedeutsamen Schritt. Foto: dpa
Die Entscheidung markiert einen bedeutsamen Schritt. Foto: dpa
Stuttgart - Seit Donnerstag ist es offiziell: Die Universitäten Tübingen, Münster und Osnabrück werden Zentren für Islamische Studien einrichten. Der Aufbau der islamischen Theologie, gefördert auch vom Bund, kann beginnen. Die Entscheidung markiert einen bedeutsamen Schritt - hin zu einem deutschen Islam oder doch zumindest zu einem Islam in Deutschland, der eigene Wissenschaftler, qualifizierte Religionslehrer und deutschsprachige Imame hervorbringt.

Jahre werden vergehen, bis erste Absolventen vor Schulkassen oder Moscheegemeinden treten können. Theologische Kompetenz fällt nun einmal nicht vom Himmel. Was bereits heute zählt, ist der Konsens: das Bekenntnis, dass auch die muslimische Minderheit hier, in diesem Land einer Korankunde bedarf, die für eine intellektuell verantwortliche, akademisch verfasste Selbstreflexion des Religiösen steht.

Dass Lernprozesse Zeit in Anspruch nehmen, zeigte der Donnerstag wie nebenbei. Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die noch als Kultusministerin in Baden-Württemberg den islamischen Religionsunterricht eher zaudernd angepackt hatte, gab den offiziellen Startschuss für das europaweit fast einzigartige Unterfangen. Der Bedarf ist da. Nur zwei Prozent der 700.000 muslimischen Schüler in Deutschland haben an ihrer Schule islamische Religionskunde. Es fehlen 3500 Lehrer.
Kommentare (10)
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OKT
20
Unsere Demokratie, 20:00 Uhr

sinkt immer tiefer. Das hat aber mit Religion oder Islam schon rein gar nichts zu tun.

Sondern - wie Sie völlig korrekt schreiben: ".. mit der eingeborenen Dummheit der Deutschen." Intelligente Menschen würden nämlich menschliches und demokratisches Verhalten für das GEMEINWOHL von ALLEN Menschen hier in DE fordern. Das bietet zur Zeit weder die Deutsche Bahn, noch der MP im BaWü und schon gleich gar nicht die Kirchen. Und mit dieser Marktschreierei stellen Sie sich meines Erachtens auch nicht für die Menschlichkeit hier ein.

OKT
20
Markus Lochmann, 03:17 Uhr

@sibylle thelen: das war beim Christentum vor Luther auch so

Der Islam in Europa hat m.E. nur eine Chance - er muss sich von innen heraus reformieren und dann eine islamische Aufklärung einleiten. Nur so kann er demokratisiert werden. Wir als liberale Demokratie sollten den Theologen die Chancen bieten, eine solche aufgeklärte Strömung zu begründen. Wenn nicht bei uns, wo dann? Die Länder im Nahen Osten haben kein Interesse an einer Reformation des Islam. Wir schon. Übrigens: Das Christentum hat 400 Jahre gebraucht, um von Luther bis zur Säkularisierung zu gelangen.

OKT
19
sabine, 20:55 Uhr

Das Grab ist schon geschaufelt!

Ja wirklich, gibt es noch ein blöderes Volk als das deutsche? Vielleicht ganz gut, dass es uns bald nicht mehr gibt!

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