Kommentar zu S21-Gesprächen Endspiel mit lauter Verlierern

Holger Gayer, 18.02.2013 21:20 Uhr

Stuttgart - Es ist nur ein winziger Satz auf Seite 15 der 28 Seiten umfassenden Finanzierungsvereinbarung zu Stuttgart 21. „Im Falle weiterer Mehrkosten“, heißt es da, nähmen die Projektpartner „Gespräche auf“. So unscheinbar er wirkt und so logisch er klingt – dieser einfache Satz birgt Sprengstoff. Wer sich auf die Sprechklausel beruft, will wirklich wissen, was Sache ist; er pfeift, um es in der Sprache des Sports zu sagen, das Endspiel um das Milliardenprojekt Stuttgart 21 an.

Dabei ist es kein Zufall, dass es am Montag der Bahn-Vorstand Volker Kefer war, der diesen Pfiff tat. Der Bauherr des Tiefbahnhofs bekommt Druck von allen Seiten: von den Projektpartnern Land und Stadt, die beide sagen, dass sie nicht mehr geben als ihren vertraglich vereinbarten Anteil; aber auch von seinem eigenen Aufsichtsrat, der sich ebenfalls weigert, einen Blankoscheck für das Projekt zu unterschreiben.

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Ob aus dem nun erfolgten formalen Akt auch eine juristische Auseinandersetzung wird, ist zwar noch unklar. Fakt ist aber, dass die vertraglich aneinander geketteten Partner längst zu erbitterten Gegnern geworden sind, die nicht mehr vertrauensvoll miteinander umgehen können. Das Fatale daran: diese Diagnose gilt unabhängig davon, ob Stuttgart 21 nun gebaut wird oder nicht. Deswegen wird das jetzt angepfiffene Endspiel nur Verlierer haben.

 
 
Kommentare (94)
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FEB
20
Aufmerksamer Leser, 15:07 Uhr

Gefangen in der Vergangenheit? Oder Lügnern aufgessen

@Thomas, Sie schrieben: 'Aktuell sind laut Financial Times Deutschland 63% der Bürger gegen S21' Ach? Dass diese Zeitung eingestellt wurde und im Dezember die letzte Ausgabe hatte, scheint Ihnen aber eher nicht bewusst zu sein? Wie 'aktuell' kann denn die Meinung einer Zeitung sein, die es seit 10 Wochen nicht mehr gibt? Da es eine inhaltsgleich Äußerung bereits von einem 'Martin' gab: plappern Sie da vielleicht nur Lügengeschichten der Parkschützer nach?

FEB
20
Alter Demokrat, 14:47 Uhr

Re Dieter G 20.02. 00.02°°:Fehlender Fernverkehr? Brache-eine bauruine? Milliarden-Mehrkostenursachen?

2 kurze Antworten auf Ihre 'grundlegenden' Fragen: Persönliche Inaugenscheinnahme Stuttgart Hbf (Kopfbahnhof) in Echtzeit klärt schlagartig auf. Es hilft ,die Veröffentlichungen zu S-21, aber auch zur allgemeinen Situation der DB AG , des Infrastrukturchefs der DB AG, Dr.Ing. Volker Kefer vom 12.12.2012,vollumfänglich zu studieren. Alter Demokrat,einer der Unternehmer-gegen-S21.

FEB
20
Degerlocher, 07:37 Uhr

An den Eintrag von Harald Berner, 17:12 Uhr - An Ihrem Forennamen erkennt man nicht wie alt Sie sind. - Ich bin schon des öfteren mit Dampflokomotiven gefahren.

Was Sie an Dampflokomotiven finden, reduziert sich wohl auf das nostalgische Erlebnis. - Veraltete dieselelektrische Antriebe gibt es im Regionalverkehr Stuttgart, beziehungsweise im Fernverkehr schon lange nicht mehr. - Bei Ihrem sonstigen politischen Weltschmerz kann ich Ihnen allerdings keinen Ratschlag geben.

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