Kommentar zu S21-Gesprächen Endspiel mit lauter Verlierern

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Der Streit zwischen den Partnern Deutsche Bahn, dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart ist kaum noch zu beherrschen. Das ist fatal, findet StZ-Lokalchef Holger Gayer.

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Stuttgart - Es ist nur ein winziger Satz auf Seite 15 der 28 Seiten umfassenden Finanzierungsvereinbarung zu Stuttgart 21. „Im Falle weiterer Mehrkosten“, heißt es da, nähmen die Projektpartner „Gespräche auf“. So unscheinbar er wirkt und so logisch er klingt – dieser einfache Satz birgt Sprengstoff. Wer sich auf die Sprechklausel beruft, will wirklich wissen, was Sache ist; er pfeift, um es in der Sprache des Sports zu sagen, das Endspiel um das Milliardenprojekt Stuttgart 21 an.

Dabei ist es kein Zufall, dass es am Montag der Bahn-Vorstand Volker Kefer war, der diesen Pfiff tat. Der Bauherr des Tiefbahnhofs bekommt Druck von allen Seiten: von den Projektpartnern Land und Stadt, die beide sagen, dass sie nicht mehr geben als ihren vertraglich vereinbarten Anteil; aber auch von seinem eigenen Aufsichtsrat, der sich ebenfalls weigert, einen Blankoscheck für das Projekt zu unterschreiben.

Ob aus dem nun erfolgten formalen Akt auch eine juristische Auseinandersetzung wird, ist zwar noch unklar. Fakt ist aber, dass die vertraglich aneinander geketteten Partner längst zu erbitterten Gegnern geworden sind, die nicht mehr vertrauensvoll miteinander umgehen können. Das Fatale daran: diese Diagnose gilt unabhängig davon, ob Stuttgart 21 nun gebaut wird oder nicht. Deswegen wird das jetzt angepfiffene Endspiel nur Verlierer haben.

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94 KommentareKommentar schreiben

Gefangen in der Vergangenheit? Oder Lügnern aufgessen: @Thomas, Sie schrieben: 'Aktuell sind laut Financial Times Deutschland 63% der Bürger gegen S21' Ach? Dass diese Zeitung eingestellt wurde und im Dezember die letzte Ausgabe hatte, scheint Ihnen aber eher nicht bewusst zu sein? Wie 'aktuell' kann denn die Meinung einer Zeitung sein, die es seit 10 Wochen nicht mehr gibt? Da es eine inhaltsgleich Äußerung bereits von einem 'Martin' gab: plappern Sie da vielleicht nur Lügengeschichten der Parkschützer nach?

Re Dieter G 20.02. 00.02°°:Fehlender Fernverkehr? Brache-eine bauruine? Milliarden-Mehrkostenursachen?: 2 kurze Antworten auf Ihre 'grundlegenden' Fragen: Persönliche Inaugenscheinnahme Stuttgart Hbf (Kopfbahnhof) in Echtzeit klärt schlagartig auf. Es hilft ,die Veröffentlichungen zu S-21, aber auch zur allgemeinen Situation der DB AG , des Infrastrukturchefs der DB AG, Dr.Ing. Volker Kefer vom 12.12.2012,vollumfänglich zu studieren. Alter Demokrat,einer der Unternehmer-gegen-S21.

An den Eintrag von Harald Berner, 17:12 Uhr - An Ihrem Forennamen erkennt man nicht wie alt Sie sind. - Ich bin schon des öfteren mit Dampflokomotiven gefahren.: Was Sie an Dampflokomotiven finden, reduziert sich wohl auf das nostalgische Erlebnis. - Veraltete dieselelektrische Antriebe gibt es im Regionalverkehr Stuttgart, beziehungsweise im Fernverkehr schon lange nicht mehr. - Bei Ihrem sonstigen politischen Weltschmerz kann ich Ihnen allerdings keinen Ratschlag geben.

Stuttgart 21: Die Gegner von Stuttgart 21 haben die Kosten des Projekts durch Ihren medialen Grabenkrieg systematisch nach oben getrieben und das Projekt verzögert. Jetzt berufen sie sich scheinheilig auf die alten Kostenprognosen. Wer nimmt sie in die Verantwortung für dieses hinterhältige Spiel und die Verschwendung unserer Steuergelder ? Was wird aus dem Bahnanschluss Stuttgart an das Fernstreckennetz, wenn der Aufsichtsrat das Projekt kippt ? Milliarden für eine Bauruine !

Auch ich lehne wie 63% diesen überteuerten Infrastruktur-Rückbau ab: Aktuell sind laut Financial Times Deutschland 63% der Bürger gegen S21. Aufgrund der bewussten Falschaussagen gegenüber Geldgebern und Parlamenten kann das Projekt nicht gebaut und darf es nicht gebaut werden. Da das Planungschaos und die Falschinformationen von der Bahn alleine verursacht worden sind, muss auch die Bahn die Kostensteigerungen alleine tragen. Die 2,3 Milliarden Mehrkosten sind nur Hausnummern, die bis heute durch nichts belegt sind. Das Bundesverkehrsministerium geht aktuell von mindestens 8 Milliarden aus. Alternativ darf die CDU ihr Projekt bezahlen. Sie hat es erfunden und der Bahn und der Öffentlichkeit ideologisch orientiert aufgeschwatzt. Wer das will, muss eben zahlen. So schnell kann eine Volksabstimmung über 4,5 Milliarden Vergangenheit sein. Ich gehöre zu den 63% die S21 ablehnen und stattdessen lieber den Kopfbahnhof modernisieren wollen, und zur großen Mehrheit die Fritz Kuhn zum OB gewählt hat, weil die Modernisierung sowohl bezahlbar ist wie auch einen Mehrwert für Stadt und Land liefert.

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