Kommentar zu Schlecker Wenn nichts mehr da ist
Michael Heller, 30.01.2012 19:26 Uhr
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Stuttgart - Pressekonferenzen im Hause Schlecker haben Seltenheitswert. Zuletzt hatte sich Gründer Anton Schlecker in den neunziger Jahren der Öffentlichkeit gestellt, als er seine ablehnende Haltung gegenüber der Wahl von Betriebsräten plausibel machen wollte. Entsprechend groß ist die Neugier gewesen, was denn bei der kurzfristig angesetzten Pressekonferenz in Ehingen wohl Neues verkündet werde. Die Antwort lautet: wenig.

Anton Schlecker, der das Unternehmen nicht nur gegründet und groß gemacht, sondern auch an die Wand gefahren hat, wollte sich Fragen nach den Gründen für das Scheitern nicht stellen. Er überließ das Feld seiner Tochter Meike und dem familienfremden Finanzchef Sami Sagur. Damit sollte der Öffentlichkeit wohl gezeigt werden, dass sich der Generationswechsel vollzogen hat: Meike und ihr Bruder Lars haben zusammen mit zwei familienfremden Managern jetzt das Sagen – soweit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz dies zulässt. Ob dieses Bild den Aufwand wert war, sei dahingestellt. Denn weder die Schlecker-Führung noch Geiwitz konnten den Eindruck vermitteln, dass es einen überzeugenden Plan gibt, nach dem gearbeitet wird. Viele Fragen sind weiter offen.

Nach wie vor ist unklar, wie es um die finanziellen Verhältnisse steht. Da Anton Schlecker als eingetragener Kaufmann mit seinem gesamten Vermögen für das Handelsunternehmen haftet, ist er damit zwangsläufig auch selber pleite. Was das für die Lage der Familie bedeutet, ist nicht so eindeutig. Immerhin haben Anton Schlecker und seine Frau Christa Gütertrennung vereinbart. Tochter Meike hat die Vermögenslage der Familie auf einen einfachen Nenner gebracht: „Es ist nichts mehr da“, sagte sie. Das war womöglich auch die Replik auf die Forderung der Gewerkschaft Verdi, Anton Schlecker möge die Sanierung mit seinem Privatvermögen unterstützen. Dass die Tochter wirklich genau darüber im Bilde ist, wem was gehört, fällt schwer zu glauben. Aber es macht die Sache nicht besser, wenn ihre Aussage stimmt. Eine mittellose Familie kann ein Unternehmen nicht durch eine Insolvenz in Eigenverwaltung – so wie ursprünglich geplant – führen.

Kommentare (4)
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JAN
31
bekien, 18:36 Uhr

Umzug aus den eigenen vier Wänden?

Raus aus der Villa? Ferienwohnung oder -haus leeren? Hartz VI beantragen? Öffentlich wirklich in die Knie gehen? So sollte es jetzt aber fairer Weise abgehen und zwar, ohne Punkt und Komma!O Sagen und O Rechte! Schnauze halten und setzen! Wir werden es beobachten.

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JAN
31
Alter Demokrat, 13:59 Uhr

Re Bekien 8.04°°

So seh ichs auch! Die Schlecker-Sippe,aber auch Hr.Schlecht von Putzmeister fahren durch ihr Verhalten den letzten Rest an common sense der einst vorhandenen sozialen Marktwirtschaft-dem von zwei Aufbaugenerationen angehäuften "Betriebsvermögen" dieses Staates-eigennützig gegen die Wand. Und ich meine hier keine "Werte",die man in Geld zählen oder handeln kann. Für historisch Bewanderte:Dekadenz als Symptom einer permissiven Gesellschaft. Wo Wahrheit geleugnet wird und selbst Naturgesetze ignoriert werden(Mathematik und Physik am Beispiel Stuttgart 21),fällt derart "Wirtschaften" wohl erst auf,wenns dem braven Stimmbürger ans Eingemachte(Arbeitsplatz und Geld) geht. Alter Demokrat,einer der gemeinwohlorientierten Unternehmer-gegen-S21

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JAN
31
bekien, 08:04 Uhr

wie müssen sich hier andere Firmeninhaber fühlen?

Was bei uns in Deutschland alles möglich ist, sprengt schon dem Fass den Boden. Wer es glaubt wird selig und wer nicht, der darf trotzdem in den Himmel! Ich selbst glaube hier nicht einen gesprochen Satz. Dem Grupp von Trigema schenke ich meinen stehenden Beifall!!!

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