Tokio - Sage und schreibe 77 Millionen Kunden des japanischen Unterhaltungskonzerns Sony müssen weltweit um ihre Daten bangen, nachdem sich Hacker Zugang zu den Datenbanken des Unternehmens verschafft haben. Namen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, Passwörter und womöglich Kreditkartennummern sind in die Hände von Dritten gelangt, die damit ihr Unwesen treiben können. Wer so umfassende Daten von einer Person hat, dem ist es ein Leichtes, sich im Internet als eben diese auszugeben und in dessen Namen teure Reisen zu buchen, schnelle Autos zu kaufen oder Designermöbel zu bestellen.
Je weniger Informationen, desto besser
Offenbar sorglos hinterließen die Nutzer ihre Daten auf den beiden Plattformen Playstation Network und Qriocity, um über diese Internetdienste weitere Spiele, Musik und Filme bei Sony kaufen zu können. Wohl auch deshalb, weil es so einfach ist. Wer dort einmal seine Daten hinterlegt hat, lässt die Plattform bei Bedarf immer wieder darauf zurückgreifen und kann so mit nur wenigen Mausklicks neue Produkte kaufen. Kaum ein Unternehmen verzichtet bei Online-Geschäften auf diese Art der Abrechnung. Und die Verbraucher haben in der Vergangenheit kompliziertere, mitunter sichere Modelle verschmäht. Insofern liegt auch ein Teil der Verantwortung für die Sicherheit der Daten beim Kunden selbst.
Der weitaus größere Teil liegt jedoch bei den Unternehmen, die solche Abrechnungssysteme anbieten. Sie müssen die Verbraucher über den Verbleib ihrer Daten informieren und höchstmögliche Sicherheit garantieren, selbst wenn dies mit hohen Kosten verbunden ist. Die Politik sollte dies mit strengeren Vorgaben für die IT-Sicherheit vorantreiben. Ein Restrisiko wird aber immer bleiben. Deshalb gilt für die Verbraucher: je weniger Informationen sie preisgeben, desto besser.

