Stuttgart - Nein, von Stagnation kann noch keine Rede sein, aber unverkennbar ist: der Stiftungsboom, den auch die Region Stuttgart und insbesondere die Landeshauptstadt in den vergangenen Jahren erlebt hat, schwächt sich ab, jedenfalls vorerst. Dieser Umstand ist bemerkenswert, schließlich hat sich das Stiftungswesen zu einer wichtigen Säule bei der Finanzierung von Projekten im Sozialbereich, aber auch bei der Bildungsförderung und in der Kulturarbeit entwickelt.

Die Folgen der Finanzkrise mit sehr niedrigen Zinsen machen vor allem kleinen Stiftungen mit einem vergleichsweise geringen Vermögen zu schaffen. Bei größeren Gemeinschaftsstiftungen wiederum hört man, dass diesen derzeit besonders von solchen Personen Mittel zufließen, die schon zum Kreis der Stifter und Zustifter gehören, also nicht neu dazukommen.

In dieser Lage gilt es, die vorhandene Gesetzesgrundlage den veränderten Bedingungen anzupassen. Und Gemeinschaftsstiftungen müssen potenzielle Unterstützer davon überzeugen, dass diese auch unter dem Dach einer größeren Einheit und mit einem überschaubaren Vermögen ihre ganz eigenen Zwecke verfolgen und erkennbar bleiben können.

Denn durchaus erfreulich ist, dass die Stifter eher jünger werden und unter diesen auch immer mehr Stifterinnen sind. Ebenso positiv ist zu bewerten, dass diese selbstbewusster als früher auftreten und nicht nur Geld geben, sondern auch selbst aktiv werden wollen bei der Gestaltung von Projekten. Was kann einem Gemeinwesen Besseres passieren, als dass Bürger sich mit ihren Ideen und Fähigkeiten und mit ihrem Vermögen einbringen, egal wie groß oder klein dieses ist. Dies noch deutlicher zu machen und auf die wichtige Rolle des Stiftungswesens hinzuweisen, auch das gehört zu den anstehenden Aufgaben. Ganz nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber.