Kommentar zu Stuttgart 21 Stadt muss auf die Qualität achten

Von Jörg Nauke 

Wenn die Stadt schon meint, der Bahn bei der Werbung für Stuttgart 21 unter die Arme greifen zu müssen, sollte sie auch auf Qualität in den Ausstellungen achten. Bisher sei das nicht der Fall, meint StZ-Redakteur Jörg Nauke.

Wenn schon viel Geld für die Stuttgart-21-Werbung ausgegeben wird, dann sollte auch der Widerstand in der Rathausausstellung berücksichtigt werden. Foto: Achim Zweygarth 8 Bilder
Wenn schon viel Geld für die Stuttgart-21-Werbung ausgegeben wird, dann sollte auch der Widerstand in der Rathausausstellung berücksichtigt werden.Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Wenn es darum geht, Stuttgart 21 ins rechte Licht zu rücken, ist den Befürworterparteien CDU, SPD, Freie Wähler und FDP kein Euro zu viel. Mit ihrer Mehrheit werden fast 600 000 Euro jährlich in den Haushalt eingestellt, um der Bahn bei der Werbung für ihr Projekt zu helfen, ohne dass so viel benötigt würde. Dafür knausert der Gemeinderat bei den Sportvereinen, die sich mit 300 000 Euro jährlich für Sanierungen bescheiden müssen, verweigert den Schauspielbühnen und dem Energie-Sparcheck der Caritas die Mittel und belächelte SÖS-Rätin Maria-Lina Kotelmann beim Versuch, einige tausend Euro für das italienische Kulturleben zu ergattern.

Nur einmal angenommen, man brächte Verständnis für diese Subventionierung des Staatskonzerns auf, dann wäre es doch das Mindeste, für den Steuerzahler auch eine entsprechende Qualität einzufordern. Für das Turmforum könnte dies neben mehr Transparenz im Betrieb bedeuten, auch Grundwasserprobleme, Terminverzögerungen sowie Kostenexplosionen zu thematisieren und in den Broschüren die Baustellen-Lyrik zu minimieren. Bei der Stadt müsste das Zukunftsthema Rosenstein ebenso überarbeitet werden wie die Ausstellung im Rathaus. Der Projektwiderstand gehört nun einmal zu Stuttgart wie der Bonatz-Bau. Er ist Teil der S-21-Geschichte. Es wäre nur recht und billig, ihn ehrlich darzustellen. Das können übrigens auch S-21-Begeisterte gutheißen, ohne damit ihren Tiefbahnhof in Frage zu stellen.

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39 Kommentare Kommentar schreiben

Klaus Bahner: Ergänzen möchte ich noch, dass nie behauptet wurde, dass 90 % der Bauaufträge vergeben worden seien; es handelt sich um 90 % der TUNNELaufträge.

Antworten auf die sachlichen Teilfragen: An Herrn Renz: "Seit wie vielen Jahren versucht die Bahn vergebens, eine Baugenehmigung für den Filderbahnhof und für den ganzen Filderbereich zu bekommen?" Nie. Die erste eingereichte Detailplanung wurde vom EBA als genehmigungsfähig erkannt und nach Prüfung öffentlich ausgelegt bzw. in die Erörterung gegeben. Dass dieses länger dauerte als üblich, lag am Warten auf die Genehmigung für den Echterdinger Tunnel und am von der LR geforderten Filderdialog. ______________________________________________________ "Warum wird nicht gebaut, wo doch angeblich seit Jahren 90% der Bauaufträge vergeben sind? " Es wird ja gebaut. Ich empfehle einen Ausflug zum Sulzbachviadukt, Fildertunnelportal oder Tunnel Ulmer Straße. ______________________________________________________ "Warum liegt der Tunnelbahnhof gar nicht unter der Erde sondern ragt meterweit heraus - obwohl man sogar extra zwei U-Bahn-Stationen verlegen will? " Weil die S-Bahn vom Tiefbahnhof überquert werden soll und während der Bauarbeiten ununterbrochen weiterfahren soll. Der Bahnhof wird aber, da das Gelände hier flach ansteigen kann, auch nicht weiter herausragen als heute Brücke zwischen Schillerstraße und "Am Schlossgarten". Das wird sich in den Park schon einfügen.

Die Gegner müssen mal die Gesetze beachten: Dann wäre der Feinstaub am Neckartor geringer! Demo und so ......

@ Klartext ("Paul Peter"): Bitte beantworten Sie doch folgende Fragen: 1. Seit wie vielen Jahren wird nun am Technikgebäude herumgebaut? Welche Bauzeit lässt das für die tatsächlichen Bauarbeiten erwarten? __________ 2. Seit wie vielen Jahren versucht die Bahn vergebens, eine Baugenehmigung für den Filderbahnhof und für den ganzen Filderbereich zu bekommen? __________ 3. Wird der Nesenbachdüker schon gebaut? __________ 4. Was meinte OB Schuster mit seiner Bemerkung, der normale Stuttgarter würde vom Bau von S21 nichts mitbekommen, weil alles unterirdisch abläuft? __________ 5. Wie sollte der Turm umfallen, wenn gar nicht gebaut wird und kein Grundwasser entnommen wird? __________ 6. Wer hat je behauptet, Stuttgart würde unter Wasser stehen, wenn das Technikgebäude gebaut wird? Bitte Nachweis (Quelle, Link, Datum usw.) __________ 7. Wo wird der KGK "umgebaut"? Meinen Sie die neuen aufgemalten Linien? __________ 8. Warum wird nicht gebaut, wo doch angeblich seit Jahren 90% der Bauaufträge vergeben sind? __________9. Warum liegt der Tunnelbahnhof gar nicht unter der Erde sondern ragt meterweit heraus - obwohl man sogar extra zwei U-Bahn-Stationen verlegen will? __________ 10. Kostet S21 4,5 Milliarden Euro, wie vor der VA vielfach angekündigt? __________ 10. Und das Beste zum Schluss: Wann ist 2008? Da soll der neuen Bahnhof doch fertig sein.

Paul Stefan Schulze: Ihren Beitrag kann ich locker toppen: Der Nordflügel fällt nicht.___________ Der Südflügel fällt nicht. ________________ Wir sind die "Park"-Schützer (welcher Park ist gemeint?)._____________ Niemand wird die Aufträge der Bahn annehmen. Falls aber doch, sind es Heuschrecken aus dem Ausland. ______________ Die Kosten werden sich auf 20 Milliarden belaufen (ohne NBS). ___________________ Den Nesenbachdüker wird niemand bauen. ______________ Der Turm fällt um, wenn er unterfangen wird. _______________ Stuttgart steht unter Wasser, wenn das Technikgebäude gebaut wird. ________________ Das Gebäude der Landeswasserversorgung wird abrutschen. ___________ Der Umbau des KGK-Platzes führt zum Chaos. _____________ Und das Beste zum Schluss: 2013 ist S21 tot.

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