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zum Thema
Stuttgart - Mit dem Ergebnis der Volksabstimmung im Rücken müsste es der Bahn eigentlich leichtfallen, bei Stuttgart 21 ein Maximum an Transparenz herzustellen. Doch der Konzern tut genau das Gegenteil: Die Öffentlichkeit wird von Informationsveranstaltungen ausgeschlossen, und auch die Zusammenarbeit mit Stadt und Land lässt zu wünschen übrig. Zwar weist Bahn-Chef Rüdiger Grube Land und Stadt stets auf ihre "Projektförderpflicht" hin, aber mit der Informationspflicht gegenüber ihren Finanzierungspartnern nimmt es die Bahn nicht so genau.
Und was tun die Projektpartner? Während Stuttgarts OB öffentliche Kritik an der Bahn seit jeher scheut wie der Teufel das Weihwasser und sich die SPD in ihrer Begeisterung über S 21 von niemandem überbieten lässt, blieben auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und sein Verkehrsminister seltsam stumm. Insbesondere an der Stuttgarter Grünen-Basis stößt diese von vielen als devot empfundene Haltung gegenüber der Bahn und der SPD zunehmend auf Unverständnis. Der Versuch, den Bäumen im Schlossgarten eine letzte Schonfrist zu verschaffen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Regierungschef mit seiner Politik des "Augen zu und durch" viele gemäßigte Projektkritiker verprellt. Das könnte sich für die Grünen bei der Stuttgarter OB-Wahl im Herbst rächen.


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Unverständlich
Was mir unverständlich ist und wohl auch bleiben wird, ist folgendes. Da wird laufend von demokratisch legitimiert ,durch ALLE demokratischen Instanzen gegangen,demokratische Volksabstimmung .... , geredet oder geschrieben. Wo? war das denn eine demokratische VA ? Dazu hätte wenn "demokratisch" auch die Offenlegung aller Kosten, Risiken, Gutachten und Planfeststellungen gehört ! DA hätte eine Prüfung von K 21 erfolgen ,der BUND voll mit in den Lenkungsausschuss integriert werden müssen etc. ! So ist der Lenkungsausschuss -Ausschuss und nichts anderes ! Die DB AG und ihre Lobbyisten ignorieren jeden Einwand setzen sich über die Schlichtungsergebnisse hinweg und haben außer zu zerstören nichts fertig gebracht und dafür berufen sie sich auf "DEMOKRATISCH " und legitimiert! Wandert aus nach China da braucht man wohl solches Volk !
@ Karl Heinz Siber
Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch – von IM Maulwurf, der intellektuellen Top-Koryphäe dieser Foren, als „schreibende Ikone der Protestlersekte“ bezeichnet zu werden, dürfen Sie in meinen Augen als echten Ritterschlag betrachten. ___________________________________________________________ Ihre Analyse des Verhaltens vieler Führungskräfte aus der Wirtschaft muss ich leider aus eigener Erfahrung bestätigen. Allein schon die Tatsache, dass man damit gegen die Grünen sein kann, ist für viele offenbar Grund genug, FÜR S21 zu sein. Allerdings fand ich es schon sehr auffällig, wie sehr sich die allermeisten Unternehmen mit öffentlichen Statements zurückgehalten haben. Es gab vor sehr langer Zeit mal eine entsprechende Umfrage in der StZ, und da haben sich - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen (und das waren fast durchweg direkt Nutznießer des Projektes) - alle Unternehmen ausdrücklich NICHT PRO geäußert, sondern eine neutrale Position eingenommen. Und wie merkwürdig es ist, dass ausgerechnet Autokonzerne sich für den angeblichen Ausbau eines Bahnhofs stark machen, wurde ja schon mehrfach thematisiert. ___________________________________________________________ Diejenigen „Eliten“, die sich im Laufe der Zeit zu S21 öffentlich äußerten, haben diese Gelegenheit dann ja immer in erfrischender Offenheit genutzt, um sich so gut wie möglich zu blamieren. Erinnert sei z.B. an Herrn Dinkelacker, der seine PRO S21 –Position nach eigener Aussage auf der Grundlage folgender Überlegungen gebildet hat: Eigentlich war er "Aus Eigennutz" GEGEN Stuttgart 21, weil ihm viele Immobilien in der Stadt gehören, die sich jetzt schon immer schlechter vermieten lassen. Dann aber war Herr Dinkelacker plötzlich trotzdem FÜR Stuttgart 21, und das mit der Begründung: "Ich bin GEGEN den Protest." Wenn er aber mit den S 21 - Gegnern seinen Bierabsatz erhöhen könnte, dann wäre er wieder FÜR den Protest (http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.dinkelacker-und-stuttgart-21-wulle-statt-widerstand.b0793d8c-f889-4605-83e4-90a4e97648f2.html). ___________________________________________________________ Sehr überzeugend auch das Interview mit Herrn Hundt vom 28.09.2010 (http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-hundt-greift-die-gegner-an-page1.e19bb0fd-6cb3-43ee-9386-2263b2dc2b2b.html), wo er in seine Autorität als Arbeitgeberpräsident in Wagschale warf, um das Märchen von den gewaltbereiten Demonstranten zum besten zu geben, das die damalige Mappus-Regierung sich als strategische Stoßrichtung überlegt hatte. Interessant war, dass der online zu lesende satz "Auf Nachfrage wollte Hundt nicht näher benennen, auf welche Gegner er diese Bemerkungen konkret bezieht" in der Printausgabe der StZ weggelassen wurde – vermutlich, weil dieser Satz einfach zu deutlich zeigte, dass Herr Hundt zwar den Auftrag hatte, sich über angeblich zunehmend gewaltbereite Gegner zu beklagen, ganz offensichtlich aber keine Ahnung hatte, auf was sich das eigentlich beziehen sollte. Das konnte er natürlich auch gar nicht wissen, da es ja schlicht und ergreifend einfach falsch war – am 11.11.2010 wurde in der StZ aus dem Polizeibericht zitiert: "Die Bewegung gegen S21 wird überwiegend von einem breiten bürgerlichen Spektrum getragen. ... Gewaltbereite extremistische Gruppen … beteiligten sich bislang eher am Rande an dem Protest gegen S21. Bei bisherigen Versammlungen wurden Einzelpersonen dieser Szene mit einer maximalen Anzahl von 15 - 20 Personen festgestellt (bei damals immer Tausenden von Demo-Teilnehmern) (http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.einsatz-im-schlossgarten-passagen-aus-dem-polizeibericht.438597b0-ad29-486c-99da-154c4ef1d9cd.html). ___________________________________________________________ Für alle, die sich nochmals aufregen wollen, wie komplett ungestreift von allen Diskussionen und wie vollkommen unreflektiert sich selbst die „ganz Großen“ aus dem Fenster lehnen, sei das Interview mit Daimler Chef Zetsche und BASF-Chef Hambrecht zu S21 empfohlen (http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bosse-zu-stuttgart-21-alles-andere-waere-eine-katastrophe.0f1274ea-e10b-41e9-8140-a1d19100e871.html). Zwar hatte sich BASF-Chef Hambrecht nach eigenen Angaben mit dem Projekt selbst noch nicht im Detail beschäftigt "Weil ich dafür nicht die Kompetenz habe und auch nicht die Zeit" (http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5755870), aber das hindert ihn nicht daran, eine Initiative „PRO S21“ ins Leben zu rufen, weil er den Untergang des Abendlandes befürchtet, wenn S 21 nicht kommt. ___________________________________________________________ Ehrlich gesagt ist es mir jetzt zu spät, noch die entsprechenden kühnen bis hanebüchenen Aussagen von Grube, Schuster, Drexler, Nils Schmid, Peter Hauk, Dietrich und den anderen Köpfen der PROler alle rauszusuchen, aber auch die müssen damit leben, dass das Internet nichts vergisst. Grube und Dietrich dürfte es egal sein, die werden gut dafür bezahlt, Schuster geht in Rente, Drexler ist eh weg vom Fenster – aber so Leute wie Schmid und Hauk, die werden hoffentlich noch ihr blaues Wunder erleben, wenn man in 5 Jahren die Realität mit ihren damaligen Schwüren vergleicht. Und die ganzen oben zitierten Wirtschaftsleute, die kann ich nach ihren öffentlichen Äußerungen zu diesem Thema leider jetzt schon nicht mehr sehr ernst nehmen. Ich hoffe nur immer, dass sie von ihrem eigentlichen Geschäft mehr Ahnung haben.
Bevorstehende Erklärung der Grünen
Es ist unzutreffend, daß sowohl unser Ministerpräsident Kretschmann als auch die Stuttgarter Grünen sich wegducken und nichts zur fortgesetzten Rechtsverbiegung durch die "Chaos-Bahn" des Herrn Ex-Auto-und Rüstungsmanagers Grube sagen. Demnächst wird eine "gepfefferte" und inhaltsreiche Stellungnahme der Grünen erscheinen - ich war bei ihrer Erstellung und Absegnung durch die "grüne Basis" dabei. Im übrigen: Das Giganto-Immobiliendealprojekt wird sich vielleicht noch von selber totlaufen - infolge Kostenexplosion und immer neuer inhaltlicher Geburtsfehler: Geologische Schäden, Grundwassergefährdung, Unmöglichkeit eines wirksamen Grundwassermanagements (schon die zweite dramatische Höherrechnung der abzupumpenden Grundwassermenge!), Menschengefährdung durch den unverantwortlichen "Schrägbahnhof" etc. Nicht nur ich frage mich: Wird die Bahn für den Schaden aufkommen, wenn ein fürchterliches, nicht fertigstellbares Bauloch in Stuttgarts Herz gähnt?