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Es ist also normal, dass ein Protest wie der gegen den Tiefbahnhof aus dem Ruder läuft. Und wie friedlich oder mit wie viel guten Absichten eine solche "Bewegung" auch beginnt, irgendwann, wenn es zu lange dauert, verselbständigt sich ihr Zweck, irgendwann verstehen die in ihrem Aktionismus Gefangenen tatsächlich nur noch Bahnhof und sonst gar nichts mehr. Irgendwann kommt auch Gewalt ins Spiel. Das konnten die Achtundsechziger nicht verhindern, das passiert auf Fußballplätzen, das geschah im Stuttgarter Schlossgarten. Dort ist zwar noch niemand zu Tode gekommen, doch der Satz, der da gefallen sein soll "Grube auf, Grube rein, Grube zu", wäre immerhin ein Mord in Worten.
So radikalisiert sich ein massenhafter Dauerprotest gleichsam von selbst - je länger und erst recht je vergeblicher er sich hinzieht. Er lockt aber auch Radikale aller Art an. Die finden in dem Geschehen eine Heimat, einen Sinn, eine Bestätigung, eine Beschäftigung. Hier erfahren Leute wie Babyface Matthias von Herrmann, die sonst im Leben noch nicht so furchtbar viel geleistet haben, unverhofft große Aufmerksamkeit und Bedeutung. Das wollen sie begreiflicherweise nicht aufgeben. Also heizen sie dem massenhaften Protest weiter ein und legen unbeabsichtigt Köder aus für Zugereiste, denen es nur noch um Randale geht. Kein Wunder, dass es schwer wird, von diesen Früchten zu lassen. Sie schmecken zu gut.
Nach dem Rausch kommt der Kater
Wo allerdings die Masse, infolge Ermüdung, schließlich doch auseinanderfällt, entsteht Leere. Nach dem Rausch kommt der Kater. Die hochgestimmte "Bewegung" muss dem lähmenden Alltag weichen und sich auf die Mühen der Ebene einlassen. Der eine oder andere eingebildete Wohltäter erweist sich vor Gericht als Straftäter. Das alles ist dann schon entschieden weniger lustig, nicht zuletzt für jene Politik, die sich mit der Masse, diesem von Natur aus wilden Wesen, gemein gemacht hat.
Da bleibt am Ende nur, sich ganz unzweideutig der institutionell gezähmten Seite des zoon politicon zuzuwenden, also den geordneten Verfahren, den Parlamenten, den Gerichten und der an Recht und Gesetz gebundenen Macht eines Amtes. Gleichzeitig regieren und gegen die eigene politische Verantwortung agitieren, das geht einfach nicht zusammen.


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Was läuft aus dem Ruder,Frau Krause-Burger?
Dieser Hetzartikel toppt sogar BILD. Pfui, Frau Krause-Burger, ausgerechnet Sie, die Unrecht in Ihrer eigenen Familie erlebt und erlitten hat, schreiben so etwas? Haben Sie eigentlich noch nicht begriffen, daß es den Stuttgarter Bürgern, die gegen dieses Irrsinnsprojekt demonstrieren, um die Zerstörung ihrer Stadt geht, um verbuddelte Milliarden Steuergelder für ein völlig unnötiges Bauprojekt, das außer den Immobilienspekulanten niemand was bringt? Lesen Sie außer der StZ keine anderen, seriösen Zeitungen? Vielleicht sollten Sie das mal tun, um Ihren Horizont zu erweitern.
Auuuuutsch! ...... das tut aber weh Herr Stocker!
Sie müssen verstehen – ich habe nur noch Ironie und Polemik zur Verfügung. Die Weisheit beanspruchen manche für sich ganz alleine! Ich verstehe Sie so, dass ich die von Ihnen und Ihren Kollegen vorgetragene, wohl argumentierte Weisheit abholen und lesen darf, was ich auch getan habe, und auf vollständiges Unverständnis bei Ihnen stoße, wenn ich trotzdem noch eine andere Meinung habe (könnte man so aus den Kommentaren ablesen). Ich wollte mir auch ein Löffel Weisheit abholen, aber da war schon eine Handvoll Stuttgarter da (Ich kann Ihnen die Namen leider nicht sagen da ich die STZ lese – da wird grundsätzlich nicht recherchiert), die haben alles mit dem Schaufelbagger abgeholt ( nicht mit der Bahn, die hatte Verspätung). Können Sie sich vorstellen wie sich die vielen Kinder in Afrika fühlen, die nicht mal mehr einen Löffel Weisheit abbekommen, weil ein „kleiner“ Haufen Stuttgarter, diese allein für sich beansprucht? Ich habe nicht erwartet, dass Sie mich verstehen. Nicht mal mein Hamster hat gelacht, und der ist ziemlich schlau! Wie wollen Sie das jemals............? Mein Sohn würde jetzt sagen. „Bleiben Sie geschmeidig“ - Beißen Sie sich nicht am Bauzaun fest – der kommt mal wieder weg.
@maba, @Stephan
@maba 30.6., 20:58: Dafür, dass Sie beim Lesen meines Kommentars mehrmals beinahe vom Schlaf übermannt wurden, regen Sie sich aber ein bisschen zu sehr auf, mein lieber. Wie wäre es denn, wenn Sie sich mit dem Inhalt meines (und auch anderer S21-Gegner-Kommentare) auseinandersetzen würden? So belegen Sie nur Ihre Argument-Armut bis Argument-Freiheit. @Stephan 30.6., 10:12: Warum konnte man die Rheintal-'Planung' der Bahn so locker kippen? Warum gilt dafür nicht die Leier der Projektpropagandisten? 'In allen Gremien demokratisch beschlossen' etc. etc. pp., warum konnte die Mappus-Regierung das soo leicht kippen? Weil es ihr politischer Wille war, dieses Projekt zur Protestvermeidung zu kippen. Genauso leicht wäre es, bei S21 den Reset-Knopf zu drücken. Es ist nur eine Frage des politischen Willens. Ach übrigens: der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg wurde von der CDU angesichts einer drohenden Wahlniederlage in Ba-Wü beschlossen, nicht dank einer überragenden intellektuellen Leistung ihrer Abgeordneten. Wenn es nach Ihren Vorstellungen ginge, würden wir auf den Atomausstieg bis zur nächsten Grün-Roten Bundesregierung warten müssen. Dass 70% der Bevölkerung der Atomkraft skeptisch gegenüberstehen, interessierte die damals frischgewählte schwarz-gelbe Koalition einen Dreck. Auch wenn in 80% aller Fälle die Entscheidungsprozesse der repräsentativen Demokratie mehr oder weniger gut funktionieren, für die restlichen 20% muss dringend ein anderes, zusätzliches Verfahren der demokratischen Teilhabe entwickelt werden, únd zwar nicht in Form einer Demokratieverhinderungs-Farce aus Filbinger-Zeiten wie bei uns in Ba-Wü. Und solange wird eben weiterdemonstriert und protestiert.