KommentarKommentar zum AKW Philippsburg Heikle Rolle

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Wie unabhängig ist die Atomaufsicht in Baden-Württemberg? Sie sollte jedenfalls keine Rücksicht auf die Interessen des Landes als Eigner des Energiekonzerns EnBW nehmen, meint der StZ-Autor Andreas Müller.

Im Besitz der EnBW – das Kernkraftwerk Philippsburg Foto: dpa
Im Besitz der EnBW – das Kernkraftwerk PhilippsburgFoto: dpa

Stuttgart - Es ist eine ganz neue Erfahrung für Franz Untersteller. Früher, als kundigster Energieexperte der Opposition, war er es, der die Atomaufsicht immer wieder kritisch ins Visier nahm. Nun, als Umweltminister, sieht sich der Grüne erstmals selbst mit Kritik an seinen Kontrolleuren konfrontiert. Die neuen anonymen Vorwürfe aus dem Kernkraftwerk Philippsburg nähren für Umweltverbände wie den BUND Zweifel, ob die Atomaufsicht wirklich genau genug hinschaut – oder sich von der EnBW an der Nase herumführen lässt.

Unterstellers Rolle ist gleich doppelt heikel. Einerseits ist das Land inzwischen Mitbesitzer der Atommeiler, andererseits soll es sie streng kontrollieren – ein Interessenkonflikt liegt da auf der Hand. Mit jeder Sanktion, die die Gewinne der EnBW schmälert, schneidet man sich ins eigene Fleisch. Dass der Energieminister nicht in den Aufsichtsrat einzog, war da zwingend. Doch auch unabhängig davon muss er alles tun, um auch nur den Anschein einer durch Eigeninteressen motivierten Milde zu vermeiden. Der Umgang mit den neuen Vorwürfen wird für ihn da ebenso zur Nagelprobe wie die Aufarbeitung der ebenfalls durch einen anonymen Brief bekannt gewordenen Sicherheitsverstöße in Philippsburg. Dass diese sich seit Monaten hinzieht, hätte Untersteller als Oppositionspolitiker vermutlich längst scharf gerügt.

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4 KommentareKommentar schreiben

Hat zwar auch nichts mit dem Artikel oder einem der Kommentare zu tun, aber 'privare'...: ...kann auch 'befreien' bedeuten.

staatsbürgers kommentar: kein mensch weiß was des staatsbürgers kommentar mit dem artikel oder dem kommentar des maulwurfs zu tun hat.

anders rum wird ein Schuh draus: @IM Maulwurf: Anders rum wird ein Schuh draus: Privat kommt vom lateinischen Wort privare = berauben. Die Stuttgarter Bürger wurden bei der Privatisierung der TWS um ihr Eigentum beraubt, das jetzt wieder in Form von Stadtwerken neu und teuer erschaffen werden soll. Daran sind aber nicht die GRÜNEN, sondern die SCHWARZEN schuld. Es bleibt nur die Frage, was der Kommentar von IM Maulwurf überhaupt mit dem Artikel zu tun hat ...

Was für ein Interessenskonflikt denn?: Sie über- und unterschätzen GRÜNE, finde ich. Die Linie sieht wie folgt aus: Atomwirtschaft zerschlagen, Verluste als 'Altlasten' verkaufen, Filetstücke der EnBW enteignen und in die eigene Kreatur namens 'Stadtwerke Stuttgart' überführen, das als aus Diebesgut zusammengesetztes 'Erfolgsmodell' auf lokaler Ebene verkauft werden soll. Aber selbst das geht am Ende schief, wie alles GRÜNE. Einen Interessenskonflikt sehe ich hier nicht, es sei denn, Sie beziehen die Interessen der Steuerzahler mit ein. Aber auch da..., wir haben hier GRÜNE... !? Außerdem möchte jeder vierte BW-er, dass es so läuft. Wenn das keine Mehrhet für GRÜNE Politik ist?

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