Kommentar zum Bahnchaos Wieder Chaos auf der Schiene

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Der Schienenkonzern blamiert sich in ganz Deutschland und der Druck auf Bahnchef Grube wächst. Ein Kommentar von StZ-Redakteur Thomas Wüpper.

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Mainz - Angela Merkel preist die Bundesrepublik gerne als Land der Hochtechnologie mit Vorbildfunktion. Der größte deutsche Staatskonzern, für dessen Kontrolle die Bundesregierung verantwortlich ist, gibt sich aber seit Jahren größte Mühe, den guten Ruf Deutschlands zu ruinieren. Kaputte und veraltete Züge, marode Infrastruktur, Sanierungsstaus, S-Bahn-Chaos, Winterprobleme, überteuerte Neubauprojekte – die Liste der Fehlentwicklungen ließe sich fortsetzen.

Die schöne Bahn-Welt, die Konzernchef Grube so gerne ausmalt, steht in krassem Gegensatz zur alltäglichen traurigen Realität von Millionen von Fahrgästen. Häufig genug schafft es das größte Transportunternehmen Europas nicht einmal, einen Zug pünktlich von A nach B zu fahren. Zugausfälle, Verspätungen, überfüllte Waggons erinnern an ein Entwicklungsland.

Mit der teilweisen Stilllegung des Mainzer Hauptbahnhofs wegen Personalmangels liefern die Bahn-Manager den zuständigen Politikern nun mitten im Wahlkampf einen weiteren Nachweis ihrer Unfähigkeit. So etwas darf nicht passieren. Die Verantwortlichen haben reihenweise und fortgesetzt versagt – bis hinauf in die Konzernspitze und den Aufsichtsrat. Peinlicher geht es kaum noch. Im Interesse von Millionen Bahnkunden darf die Regierung solche Zustände nicht länger dulden.

31 Kommentare Kommentar schreiben

Danke Herr Wüpper: endlich mal deutliche und wahre Worte! Leider wird es wie immer wohl keine wirklichen Konsequenzen geben...

die Quelle allen Übels war die "Privatisierung" der Bahn: Gewinne privatisieren und Verlusser an den Steuerzahler. Und dabei noch fette Bohni für Grube, Mehdorn und Konsorten

@ Hans König: In meinem Unternehmen kommt es nicht vor, dass es solch eklatante Ausfälle gibt, denn a. ein Unternehmer plant immer einen prozentualen Krankenstand ein und b. kommt auch die Urlaubszeit nicht überraschend. Wie man es als Lappalie abtun kann, wenn eine Landeshauptstadt abgehängt wird, erschliesst sich ausschliesslich einem Befürworter-Denken...

@Hans König - der Königs-Ignorant:: "Hans König, 17:11 Uhr .....Wieder Chaos ? Man sollte doch so kleine Störungen nicht überbewerten. Es kommt nun halt mal vor, dass Leute krank sind und andere ihren wohlverdienten Urlaub haben. Da gibt es in jeder Firma Probleme. Man kann doch solche Posten nicht alle doppelt besetzen, für den Fall der Fälle. Das ist einfach unbezahlbar. Also liebe Dauernörgler kommt wieder runter auf den Boden der Tatsachen. Damit wäre allen geholfen. Danke." Komisch, dass Ihre heiß und innig geliebte Bahn bzw. deren "Chef" das anscheinend nicht ganz so locker sieht, wie Sie als Jubelperser! Warum hat er denn dann den Vorstand, der für diesen Bereich zuständig ist - gekickt? Gehört er etwa auch zu den "Dauernörglern", die einfach so "kleine Störungen" überbewerten und nicht verstehen, dass Personal auch mal krank ist oder in Urlaub? DESHALB muss ein Vorstand gehen???? Aber bei Ihrem Jubelperser-Hirn ist Hopfen und Malz verloren - Sie würden das gesamte Bahn-Desaster auch dann noch verteidigen, wenn dort auch die letzte Ratte von Bord gegangen wäre ......... Hans König steht eisern zu JEDEM Mist!

Viel Spass: Diese Truppe will ein technisch hoch komplexes Projekt wie S21 stemmen und bekommt nicht einmal den Personaleinsatz eines Stellwerks in der Urlaubszeit gebacken. Das kann in Stuttgart ja noch heiter werden. Aber die Proler haben sich eine Lösung parat...

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