KommentarKommentar zum Bundespräsidenten Wulff in Nöten

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Bundespräsident Christian Wulff lässt kein Fettnäpfchen aus. Sein Krisenmanagement ist katastrophal, schreibt StZ-Berlinkorrespondent Armin Käfer.  

Berlin - Mit jedem neuen Detail, das über die Amigo-Affäre des Bundespräsidenten ans Tageslicht kommt, wird es schwerer, Christian Wulff zu verstehen und was diesen Mann eigentlich umtreibt. Was er sich zuschulden kommen ließ, ist anrüchig genug. Wie er damit umgeht, macht alles noch schlimmer. Wulffs Verteidigungsstrategie erweckte von Anfang an den Verdacht, er bedauere und räume nur gerade das ein, was ohnehin nicht mehr zu leugnen ist. Sein Krisenmanagement ist stümperhaft, ja geradezu katastrophal. Es offenbart zudem ein höchst problematisches Amtsverständnis.

Das gilt insbesondere für den Versuch, die Affäre aus der Welt zu räumen, noch bevor diese davon erfahren sollte. Wulff muss von der Recherchen der "Bild"-Zeitung in höchstem Maße alarmiert gewesen sein. Denn er hat sich nicht entblödet, höchstselbst bei deren Chefredakteur und sogar beim Chef des Springer-Verlages anzurufen, um eine Veröffentlichung zu verhindern, gar zu drohen. Wie verträgt sich dieses unpräsidiale Gebaren mit der Würde des höchsten Staatsamtes? Von Souveränität kündet es jedenfalls nicht. Auch nicht von Respekt vor dem Grundrecht auf Pressefreiheit. Die Kanzlerin wollte einen Politiker an der Spitze des Staates. Jetzt hat sie einen, der sich so benimmt, wie es Politikern gemeinhin unterstellt wird.

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abdanken: Sehr geehrter Herr Bundespräsident, die Regierung ist die Lachnummer der Nation. Frau Merkel nur noch eine Witzfigur die nur noch agiert um die Macht zu erhalten. Nun kommen Sie und bestätigen durch Ihr Verhalten genau diesDarstellung. Sie sollten die grösse haben die Regierung aufzulößen und selber zurücktreten. Mit freundlichen Grüßen ein enttäuchter Büger

Bundespräsident: Bei der Wahl des derzeitigen Bundespräsidenten meinte Norbert Lammers, Präsident des Bundestages: „In einigen westlichen Demokratien ist die staatliche Spitze durch eine erbliche Monarchie besetzt – mit dem durchaus beachtlichen Argument mancher Staatsrechtler, es sei klug, auch und gerade in einer Demokratie das Amt des Staatsoberhauptes dem Ehrgeiz der Parteien und gesellschaftlichen Gruppen zu entziehen und nicht der sonst unverzichtbaren Mehrheitsregel zu unterwerfen.' Es gab darauf unerwarteten Beifall. Der amtierende Bundespräsident ist im Wohnzimmer Frau Merkels unter gerade mal drei, vier Leuten ausgekungelt worden. Die Bundesversammlung hat dieses dann nur noch abgenickt, wenn auch mit leichten Störungen, denn es mußten mehrere Wahlgänge herhalten, um einen unfähigen, aber ehrgeizigen Parteipolitiker ins Amt zu hieven. Koalitionsdenken und vordergründige Tagespolitik gaben den Ausschlag, nicht aber der Wille des Volkes. Eine Volkswahl sieht zunächst demokratischer aus, hat aber auch ihre Tücken, wenn auflagenstarke Boulevardblätter Emotionen anheizen oder aktuelle Tagesstimmungen den Ausschlag geben und gewissenlose Demagogen ins Amt kommen; in Deutschland haben wir damit nicht die allerbesten Erfahrungen gesammelt. Die modernen Monarchien in Europa, durchweg Demokratien, haben diese Probleme nicht. Deren Staatsoberhäupter haben keine politische Macht aber sie repräsentieren würdevoll ihr Land, sie sind jahrzehntelang das Gesicht ihrer Nation in der Welt, eine Stellung, die ein alle fünf Jahre wechselnder Parteipolitiker nie erreichen kann. Königliche Legitimation ist nicht die vorübergehende Mehrheit einer Partei sondern die jahrhundertealte Tradition. Hätten wir in Deutschland die Monarchie in demokratischem Gewand beibehalten, wir wären jetzt gerade mal beim vierten Staatsoberhaupt seit 1918 angelangt. Die Republik hat uns mittlerweile schon vierzehn beschert. Mit freundlichen Grüßen Olaf Tams

Kommentar von Renate Buschmann und Monika: Werte Damen, es könnte durchaus sein dass sie etwas missverstanden haben (vor allem Monika). Ich bin über 60 Jahre und habe so manches erlebt und finde so eine Hetzjagd einfach widerlich. An Renate Buschmann: Dann kennen Sie also den Wortlaut des Telefonats bzw. den Text der auf die Mail-Box gesprochen wurde? Ihnen reicht es wenn das Bundespräsidialamt sagt dass sich Herr Wulff nicht zu Telefonaten oder Vier-Augen-Gesprächen äußert um daraus Schlüsse zu ziehen? Ich bin in der Hinsicht gegenüber den Medien doch etwas vorsichtiger und benutze meinen gesunden Menschenverstand und springe nicht gleich auf jeden Zug. An Monika: Ich habe nur wiedergegeben was Herr G. gesagt hat. Nämlich dass er selbst um seine Kündigung gebeten hat wegen seiner Familie. Es ging in den Kommentaren nämlich darum dass Herr G. das Bauernopfer für Herrn Wulff wäre. Und deswegen mein Kommentar. Wenn die Damen den Artikel in der 'Welt am Sonntag' gelesen hätten, dann hätten sie vermutlich auch versucht den Artikel zu stoppen. Der war nämlich widerlich. Dieses weinerliche Gehabe der Halbschwester und die Spitzen gegen Herrn Wulff waren fast nicht zu ertragen. Möchte nicht wissen was diese 'Dame' dafür bekommen hat. Nochmal an Monika: Es tut nichts zur Sache welcher Partei ich nahestehe, ich bin einfach so erzogen worden, dass man andere nicht in den Dreck zieht, aber offensichtlich ist es in Deutschland schon fast Volkssport geworden. Christa Neff

Hallo @ Christa Neff: Gern antworte ich für den verantwortlichen Redakteur, was eigentlich überflüssig wäre, deshalb nur für Sie: Auf die Veröffentlichung in der (der CDU-nahestehenden) FAZ und der Süddeutschen Zeitung zu den emotionalen Anrufen des Herrn Wulff beim Chefredakteur und dem Vorstand der BILD-Zeitung gab es aus dem Bundespräsidialamt nur eine Reaktion: Herr Wulff spricht nicht über Inhalte von Telefonaten und Vieraugengesprächen. Eine solche Reaktion mag Ihnen genügen, der großen Mehrheit der Bevölkerung jedenfalls nicht. Herr Wulff sollte deshalb schnellstens zurücktreten und auf seinen 'Ehrensold' verzichten.

an Frau Neff: Werte Frau Neff, man weiß ja inzwischen, dass Sie sehr CDU-nah sind. Jetzt aber hier noch versuchen es so hinzustellen, dass es diese Drohungen nicht gegeben hätte, geht doch wahrlich an jeder gesunden Wahrnehmung vorbei. Es wurde ja inzwischen auch von der Welt bestätigt, dass Herr Wulff vor einem Jahr hier das Gleiche versucht hat. Und seien Sie doch mal ehrlich, wenn das Ganze nicht stimmen würde, wäre Wulff der Erste, der laut aufschreiben würde. Ihre Parteiliebe in Ehren - aber man sollte dabei doch nicht die Realität aus den Augen verlieren. Erst vor kurzem noch haben Sie doch gespostet, dass der arme Herr G. gehen musste, weil er und seine Familie angegangen wurde. Auch das hat nicht gestimmt. Also lassen Sie doch in Zukunft ihr Parteigejohle und stellen sich einmal der Wirklichkeit.

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