Kommentar zum Hotel Silber Fragezeichen
Thomas Borgmann, 01.10.2011 12:02 Uhr
 Foto: Steinert
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Stuttgart - Geschichtsbewusste Bürgerinnen und Bürger, prominente und unbekannte, haben jahrelang gekämpft - jetzt dürfen sie sich freuen: das Hotel Silber, die ehemalige Gestapozentrale an der Dorotheenstraße, wird nicht abgerissen. Die städtebauliche Neuordnung des Quartiers am Karlsplatz muss einen Bogen um diesen einstigen Ort des Grauens machen. Das hat die neue grün-rote Landesregierung schon vor Monaten so entschieden. Doch viele fragen sich nun zu Recht: Was kommt jetzt? Wie geht's weiter?

Die Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber möchte gerne, dass Stadt und Land bald eine Stiftung gründen, das Gebäude einbringen, damit die inhaltliche Arbeit beginnen kann. Man will in kleinen Schritten vorangehen, das Haus am Ende aber vollständig der Geschichte der NS-Zeit in Stuttgart und in ganz Württemberg widmen. Dieser Wunsch jedoch scheint überzogen, wenn man bedenkt, an wie vielen Stellen in der Stadt und im ganzen Land die finstere Zeit des Dritten Reiches dargestellt und erforscht wird. Auch im Neuen Stadtmuseum beispielsweise, das 2016 im Wilhelmspalais eröffnet werden soll, muss das "Tausendjährige Reich" eine zentrale Rolle spielen. Im Haus der Geschichte an der Kulturmeile tut es das jetzt schon.

Anders gesagt: Die Landesregierung, der Landtag und der Gemeinderat müssen jetzt klären, was sie tun wollen. Bleibt das Hotel Silber eine Angelegenheit des Landes oder wird die Stadt Stuttgart dabei sein Partner? Wie immer in solchen Fragen geht es dabei in erster Linie ums Geld: Wie viel darf das kosten und wer bezahlt am Ende? Kommende Woche starten im Rathaus die Beratungen über den städtischen Doppelhaushalt für 2012/13. Dann wird sich zeigen, was die Bekenntnisse vieler Ratsmitglieder zum Hotel Silber wirklich wert sind. Macht die Stadt ein Angebot, was man beim Land offenbar gerne sähe - oder muss das Land allein für alles aufkommen? Genau davon hängt die Zukunft des Hotels Silber ab.

Kommentare (3)
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OKT
03
Herbie, 16:12 Uhr

...Hotel Silber... Finamnzierung

..es ist so wie (fast) immer,die 'Gutmenschen' rufen nach OPM (other peoples money). Kein Mensch hat bis jetzt ein schlüssiges Konzept für die Nutzung des Gebäudes entwickelt. Außer der wohlfeilen Ansprache von Schuldkomplexen ist da nichts. Aufarbeitung - was soll aufgearbeitet werden???? Jugend - wie sollen die erreeicht werden???? Jetzt erst beginnt die Suche nach dem Zweck des Widerstandes gegen den Abriss. Bin ja gespannt, wer das wohl finanzieren mag. Naja, Hauptsache, man hat die Neunbebauung verhindert. Alles andere scheint ja doch Nebensache. SCHADE

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OKT
01
Better Pelsebub, 15:27 Uhr

Ein schnelles, lautes Nein, dem Planlosigkeit folgt, sollten wir nun langsam gewoehnt sein, oder?

Sehr recht Fräulein Coco, diese Situation ist man gewohnt von derTraudel daheim, nur mit der deutlichen Aussprach tut es happern, s'tut mehr nuscheln und macht dir noch schöne Augen dabei. Also alles ander als eindeutig, mehr wie ne Ampel die durchgebrannt ist, rot und grün gleichzeitig zeigt und nebenher gelb blinkt. Da kenne sich noch einer aus! !

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OKT
01
coco, 14:57 Uhr

Janz ruhig, et laeuft...

Ein schnelles, lautes Nein, dem Planlosigkeit folgt, sollten wir nun langsam gewoehnt sein, oder?

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