Kommentar zum Rekordabsatz Daimlers alte Stärken
Harry Pretzlaff, 17.02.2011 07:29 Uhr
Stuttgart - Daimler hat kein Glück mit den Börsianern. Wieder einmal verspricht Vorstandschef Dieter Zetsche gute Gewinne - und wieder einmal geht der Aktienkurs prompt auf Talfahrt. Dieses Mal könnte das daran ablesbare Misstrauen der Anleger auch darauf zurückzuführen sein, dass sich der Vorstand bei seinen Voraussagen sehr bedeckt gehalten hat. Im Vorjahr, als die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven recht ungewiss schienen, wagte der Vorstand eine Gewinnprognose - mit Zahlen sogar für die einzelnen Sparten. Weil es dann deutlich besser lief als erwartet, wurde dieses Ziel mehrfach angehoben, was jedoch grundsätzlich positiv zu werten ist. In diesem Jahr nun beschränkte sich Vorstandschef Dieter Zetsche auf die Ankündigung, dass der Gewinn deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen werde, ohne dies mit Zahlen zu untermauern, was viel Raum für Spekulationen lässt.

Der Stuttgarter Autokonzern hat im vergangenen Jahr eine eindrucksvolle Ertragswende geschafft, doch bisher beruhte dies im Pkw-Geschäft vor allem auf seinen alten Stärken in den oberen Marktsegmenten, wo die Margen gut sind. Zumindest in diesem und im nächsten Jahr könnte Mercedes-Benz zu spüren bekommen, dass die Wettbewerber Audi und BMW etwa in der Oberklasse derzeit Vorteile beim Modellzyklus haben. Der 7er von BMW und der Audi A8 sind frischer als die S-Klasse, die in wenigen Jahren erneuert wird.

Zudem muss Mercedes-Benz in den kommenden Jahren beweisen, dass man auch mit kleinen Autos gutes Geld verdienen kann. In der Kompaktklasse, wo im November die B-Klasse als erstes von vier neuen Modellen in diesem Segment startet, bringt das zusätzliche Werk in Ungarn Kostenvorteile. Doch ob es gelingen wird, im harten Wettbewerb den geplanten deutlich höheren Absatz zu erreichen, muss sich erst noch zeigen. Noch größer dürfte die Herausforderung sein, den Kleinwagen Smart im zweiten Anlauf zu einem profitablen Renner zu machen, der zum Nobelimage und hohen Anspruch von Daimler passt und mehr ist als nur ein weiteres kleines Auto.
Kommentare (12)
Anzeigen
FEB
19
bekien, 00:37 Uhr

SH - nicht Losen bei den Losern!

Ich habe täglich mit Menschen zu tun, die aus solchen Firmen wie Daimler fertig und demotiviert zu uns kommen und ihren Zahltag holen! Ihr wärt doch ohne Mitarbeiter von Zeitarbeitsunternehmen bescheiden dran gewesen! Ohne die Emirate hätte euer Unternehmen schon oftmals schlecht ausgesehen! Spendengelder sieht Daimler immer gern! PS: Gehst Du morgen auch zur Demo, ich mein zum Event der Loser? Ich lade dich zu nem Pennerbier ein, oder teilst du mit mir eine? (((((((( O Tooooooooooooooor! ;-)

FEB
18
SH, 12:14 Uhr

@ Schlicher und seinen Genossen bekien

Naja, das führt offensichtlich zu nichts mehr. Wir kommen eh nicht zusammen mit der Meinung. Für mich ist das "Kurzarbeitergeld" eine sehr gute Massnahme zum Überbrücken von Krisenzeiten, die alle Beteiligten (Arbeiter, Staat,Unternehmen) vor panikartigen, massenhaften Kündigungen bewahren soll. Aus meiner Sicht haben alle was davon, sowohl die Beschäftigten als auch der Staat und natürlich auch das Unternehmen. Für Sie ist das "Kurzarbeitergeld" eine Rendite-Erhöhung der Aktionäre auf Kosten der Steuerzahler. Das war ja auch der Grund der Einführung :-) In diesem Sinne, Kämpfen Sie weiter Ihren Klassenkampf und decken Sie weiterhin solche Misstände auf, die nur so intelligente Leute wie Sie durchschauen können. Alle anderen, inkl. mir sind offensichtlich zu blauäugig das zu durchschauen.

FEB
18
Schlichter, 11:19 Uhr

Bitte nur Fakten

Bitte bleiben Sie doch sachlich. Und versuchen Sie dem geneigten Leser bitte nicht zu erzählen, dass Daimler rein arbeitsrechtlich in der Lage gewesen wäre, eine Vielzahl von Mitarbeitern "freizusetzen", ohne Geld in die Hand zu nehmen. Fakt ist: Dank steuerfinanziertem Kurzarbeitergeld konnte man die Belegschaft halten und hatte weder den organisatorischen noch finanziellen Aufwand sog. Personalmaßnahmen. Mit dem Ergebnis: Die Aktionäre streichen Renditen ein, die vom Bürger kräftig subventioniert wurden.

Kommentar-Seite 1  von  4