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Stuttgart - Neben Stuttgart 21 dürfte kaum ein anderes Verkehrsprojekt in Stuttgart so umstritten sein wie der Bau des Rosensteintunnels. Gegen die Tunnelröhren unter dem geschützten Rosensteinpark haben sogar weitaus mehr Bürger Einspruch erhoben als gegen den Tiefbahnhof. Auch die Stuttgarter SPD ist in Sachen Rosensteintunnel sehr gespalten. Auf einer Kreiskonferenz haben sich die Genossen zuletzt mit knapper Mehrheit gegen den Tunnel ausgesprochen. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat stimmte dennoch dem Beginn der Vorarbeiten zu. Uneingeschränkte Zustimmung erfährt das Verkehrsprojekt hingegen vor allem aus Bad Cannstatt, wo man sich weniger Verkehr in Neckarvorstadt, Schöne- und Pragstraße erhofft.
Der Tunnelbau geht auf Kosten anderer Stadtgebiete
Die kritischen Stimmen werden nach der Vorlage des neuen Bebauungsplans kaum verstummen. Denn auch das überarbeite Werk bietet Angriffsflächen und zeigt deutlich, dass zwar der Bereich Neckarvorstadt entlastet, dafür aber andere Stadtgebiete stärker belastet werden - in puncto Stickoxide oft sogar über das gesetzlich erlaubte Maß hinaus.
Die Bürgerinitiative Schutzgemeinschaft Krailenshalde hat der Stadt vergangenes Jahr vorgehalten, das Ausmaß der tatsächlichen Schadstoffbelastung in Zuffenhausen zu verschleiern. Die Stadt blieb auf diesen harten Vorwurf eine Antwort schuldig - zog aber wenig später den Bebauungsplan wegen "der zu hohen Lastwagenprognose" zurück. Hier ist zu fragen, was ein Verkehrsberechnungsmodell taugt, das für die Tunnelplanung mal mehr Lastwagen vorhersagt - und nach Problemen mit den Schadstoffwerten mal eben weniger. Mehr Licht im Tunnel ist dringend nötig.


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Autobahnring wäre die Lösung
Hätte Stuttgart einen Autobahnring wie alle großen Ballungszentren in Deutschland und Europa, dann müsste nicht der ganze (LKW-)Verkehr aus dem Osten (B 10, B 14 und B 29) in Richtung A81 durch Stuttgart durchfahren. Leider wird der dringend benötigte Nord-Ost-Ring (B 29) von Wutbürgern und Politkern der Grünen bekämpft. Der Rosensteintunnel ist immerhin eine Notlösung, mit der die Bürger in Bad-Canstatt entlastet werden.
Was stimmt nun?
Die "Erfordernis" der Planung wurde zunächst mit dem steigenden LKW-Aufkommen begründet. Dumm nur, dass die Schadstoffgrenzwerte dabei nicht eingehalten werden können. Also prognostiziert man eben ein geringeres LKW-Aufkommen. Und was ist dann mit der Planungserfordernis? Logischerweise wäre diese damit entfallen. Aber die Tunnelröhren sollen weiterhin "einen Engpass im Stuttgarter Hauptverkehrstraßennetz beseitigen", also mehr Durchgangsverkehr ermöglichen. Was stimmt nun in der staubigsten Stadt Deutschlands?
Macht Bau schlau? Aber sicher!
Völlig egal, ob das nun ein gutes oder schlechtes Projekt ist, zeigt es doch eines ganz klar: In Deutschland geht nichts mehr ohne Protest, Einspruch und Bürgerinitiative. Dieses Beispiel offenbart die Grundverlogenheit der heutigen Bahnhofsgegner in doppelter Hinsicht: Erstens war das demokratisch zustandegekommene S21 über Jahre ein totales Randthema und zweitens stünde bei dem aus dem Hut gezogenen Phantom K21 genau Dasselbe an, nur woanders. Dagegen hilft nur BAUEN. Ob wir nun wirklich einen "Rosensteintunnel" brauchen, habe ich damit nicht gesagt! Aber wenn wir keinen brauchen, dann mit Sicherheit aus anderen Gründen als die lautesten Erheber von Einsprüchen signalisieren, das kann man gefahrlos behaupten.