Kommentar zum Stuttgarter Olgäle Unzufrieden

Viola Volland, 08.02.2013 07:08 Uhr

Stuttgart - Die Situation am Stuttgarter Olgahospital spitzt sich bereits seit Längerem zu. Das hat sich an den um fast das Dreifache gesteigerten Überlastungsanzeigen im vergangenen Jahr gezeigt. Das hat sich an den Hilferufen der Mitarbeiter gezeigt. Und das zeigt sich auch jetzt wieder an den Ergebnissen der Umfrage unter den Stuttgarter Kinderärzten über die Zufriedenheit mit dem Kinderkrankenhaus.

44 Prozent der Praxen, also beinahe die Hälfte, haben ihre Einweisungen in den vergangenen Monaten reduziert. Vor allem die mangelnde Aufnahmekapazität, aber auch negative Rückmeldungen von Eltern haben dazu geführt, dass sie immer häufiger anderen Kliniken in der Region den Vorzug geben. Das ist ein trauriger Trend. Es ist deshalb gut, dass sich der Krankenhausausschuss mit der Situation in der renommierten Kinderklinik befasst. Wenn es stimmt, dass Kinder, die in früheren Jahren stationär auf­genommen worden wären, aktuell sogar täglich mangels freier Betten abgelehnt werden, ist das ein Zustand, mit dem man sich nicht abfinden kann.

Überlastung gefährdet die Qualität

Die Kinderärzte haben sich bisher mit ihrer Kritik nach außen zurückgehalten. Das liegt auch an der großen Wertschätzung, die sie für das Kinderkrankenhaus empfinden und die ja auch aus der Umfrage spricht. Schließlich ist die überwältigende Mehrheit der Kinderärzte von der fachlich geleisteten Arbeit angetan. Wenn die Pflegekräfte und Ärzte in der Klinik aber auf Dauer überlastet sind, dann ist irgendwann auch die Qualität in Gefahr.

Einfach lösen lassen sich die Probleme allerdings sicher nicht. Stuttgarts Krankenhausbürgermeister Werner Wölfle weist zu Recht darauf hin: Für die Unterfinanzierung der Krankenhäuser ist der Bund verantwortlich.