Kommentar zum VfB Stuttgart Der VfB und Bruno Labbadia: eine Zweckgemeinschaft

Peter Stolterfoht, 30.01.2013 12:04 Uhr

Stuttgart - Ein Schnellschuss ist diese Vertragsverlängerung nun wirklich nicht gewesen. Seit vielen Wochen schon haben der VfB und sein Trainer über eine Laufzeitverlängerung der Beziehung verhandelt. Und schon zuvor haben sich beiden Seiten viele Gedanken gemacht – und sind zu dem Schluss gekommen: es könnte auch schlimmer kommen. Diese emotionslose Einschätzung ist richtig. Fraglich ist allerdings, ob sie als gemeinsame Basis für eine erfolgreiche Arbeit genügt.

Man weiß, was man aneinander hat – aber genauso, was man nicht hat.

Ehrliches Verhältnis

Was Bruno Labbadia und den VfB zusammenhält, ist das ehrliche Verhältnis zueinander und der jeweilige Wunsch nach Kontinuität. Der Präsident Gerd Mäuser will den Ruf des Vereins als Trainerverschleißanstalt korrigieren. Hinzu kommt, dass den Club zuletzt schon genug wichtige Mitarbeiter verlassen haben. Bruno Labbadia wiederum möchte sein Image dahin gehend beeinflussen, dass er nicht mehr als Trainer wahrgenommen wird, der nur über einen kurzen Zeitraum Erfolg haben kann und dann das Weite sucht.

Doch es gibt auch Zweifel: bei Bruno Labbadia jenen, ob sich die Sparpolitik des Vereins mit seinen Zielen vereinbaren lässt. Und beim VfB sind sicher nicht alle davon überzeugt, dass dieser Trainer der Mann ist, der auf dem Stuttgarter Weg der Nachwuchsförderung vorangeht. Legt Labbadia beim Blick auf die Talente doch seinen ganz persönlichen, knallharten Maßstab an, dem kaum jemand gerecht werden kann. Enormer Ehrgeiz und Fleiß zeichneten den jungen Spieler Labbadia aus. Sich hocharbeiten, hochdienen, das Leitmotiv von Bruno Labbadia erklärt sich durch seinem eigenen fußballerischen Werdegang.

Und dann kommt auch noch der Zeitpunkt der Vertragsverlängerung als Stimmungstöter hinzu. Die zuletzt erlittenen Niederlagen gegen Mainz 05, den VfL Wolfsburg und die Bayern machen zunächst einmal nicht gerade Lust auf mehr.